Kultur im Gewölbe
Musikalische Traumreise nach Brasilien
Kena´s Room begeisterte mit südamerikanischen Klängen
Sinzig. Ein besseres Ambiente als einen lauen Sommerabend hätte es für die jüngste Auflage von „Kultur im Gewölbe“ gar nicht geben können. Denn die Veranstalterin Monika Recker-Johnson holte sich mit Kena´s Room aus Erftstadt ein Ensemble mit viel südamerikanischer Leidenschaft ins Boot. Diese Internationalität war nicht ohne Grund gewählt. Eingegliedert in die „Interkulturelle Woche“ wurden die zahlreichen Besucher im Gewölbe des Zehnthofes auf eine verträumte Reise nach Übersee geholt. Unter dem Titel „Ja vai ver“ transportierten die fünf Musiker Kena Haas (Gesang), Wolfgang Haas (Vibraphon), Dirk Seiler (Percussion) und Gero Gellert (Bass) jede Menge Gefühl und das nicht zuletzt dank der charismatischen Sängerin Kena. So drehten sich inhaltlich die sanften Songs über all die Themen, die das Leben lebenswert machen, wie die Geheimnisse der Liebe oder um schlichte Lebensfreude. Die Stücke klingen daher wie die Natur Brasiliens: Lässig, entspannt und erfüllt von tiefer Sehnsucht. Das Bemerkenswerte ist der musikalische Rahmen: Veredelt mit Jazzelementen war das lateinamerikanische Gefühl nahezu greifbar. Zur perfekten Authentizität fehlten nur noch die Schwaden vorbeiziehenden Zigarrenrauchs.
Stimmungsvolle Kombination auf und neben der Bühne
Ebenfalls besonders herausragend war die stimmungsvolle Kombination der instrumentalen Begleitung. Wolfgang Haas am Vibraphon erzeugte mit sicherer Hand glasklare Klangteppiche, die eine perfekte Lounge-Atmosphäre schufen. Unterstützt wurde dies von dem flexiblen Bassisten Gero Gellert. Seine überzeugenden und energiegeladenen Bass-Soli überzeugten mit kernigem Sound und ließen Anleihen aus Jazz, Pop und Fusion durchschimmern. Am Schlagzeug fungierte Dirk Seiler als Taktgeber und sorgte ganz unaufdringlich für die Untermalung mit Snaredrum und Percussioninstrumenten. Auch die Rahmenbedingungen waren gut durchorganisiert. Bunte Scheinwerfer perfektionierten die Atmosphäre eines Musikklubs in Rio de Janeiro. Monika Recker-Johnson konnte anhand ihrer sicheren Musikerauswahl mit dem Besucheraufkommen zufrieden sein. In dem historisch wertvollen Gewölbekeller war jeder Stuhl besetzt und Nachzügler mussten sich mit einem Stehplatz zufrieden geben. Passend zu den hochsommerlichen Temperaturen draußen und dem brasilianischer Feuer auf der Bühne wurden auch entsprechende Gaumenfreuden kredenzt. Spritzige Weißweine verschafften eine willkommene Abkühlung und waren daher heiß begehrt. Rund eineinhalb Stunden unterhielt das Programm „Ja vai ver“ von Kena´s Room.
Weiter geht es nach der Sommerpause
Die Aufführung bildet den Abschluss einer kleinen Konzertreihe. Nun steht zunächst eine kleine Sommerpause an. Am Freitag 4. September um 19.30 Uhr geht „Kultur im Gewölbe“ weiter. Dieses Datum sollten sich Freunde nicht ganz alltäglicher Musik schon einmal vormerken. Hier wird Tom Daun unter der Überschrift „Arpa Espagnola - ein spanischer Harfenzauber“ für musikalischen Hochgenuss sorgen. Auf dem Programm stehen höfische Barockklänge aus Spanien, aber auch Variationen lateinamerikanischer Musik und meditative Klänge aus dem Andenhochland.
