Ehepaar Da Cunha - Neue Tollitäten mit portugiesischen Wurzeln
Prinz Adrino I. und Sentiaca Fernanda I. regieren die Sinziger Jecken
Sinzig. Die Sinziger Jecken haben ein neues Prinzenpaar. In der Narrhalla Helenensaal wurden am Samstag Prinz Adriano I. und Sentiaca Fernanda I. (Ehepaar Da Cunha) proklamiert. Erstmals in der Geschichte des Sinziger Fasteleer regiert damit ein Tollitätenpaar mit portugiesischen Wurzeln.
Und auch das diesjährige Sessionmotto „Mir all senn Senzech dat es doch klor, für os Stadt et janze Johr“ bekommt mit diesem karnevalshistorischen Fakt eine ganz neue Dimension.
Beim triumphalen Einzug in die Narrhalla Hellenensaal wirkten die neuen Tollitäten freudig „joot Drop“ und aus der ersten Überraschung der Narren entwickelte sich schnell ein Beifallsorkan.
„Portugieser von der Ahr“
Dabei war es für das Prinzensuchkommando in diesem Jahr eng geworden. Erst auf den letzten Drücker landete Sitzungspräsident Hans-Peter Floter den Coup. Während das erste geflügelte Wort von den „Portugiesern von der Ahr“ die Runde machte, versprachen die neuen Tollitäten: „Wir werden ein gutes Prinzenpaar sein, egal ob wir uns im Moment als „Portugieser“ oder Deutsche fühlen“.
Im Saal hatten die Jecken zuvor ein Sitzungsmenü geboten bekommen, das Sitzungspräsident Hans-Peter Floter ganz fein komponiert hatten.
Vor allem die „Abteilung Bütt“ war vom feinsten angerichtet. Kurt Gerharz aus Wehr, Stammgast in Sinzig, brachte als Mann von Welt und Eisbrecher ein sauberes Gag-Feuerwerk. Richtig stark dann der Pfundskerl. Kai Kramosta ist ja schon eine bekannte Größe in Köln. In Sinzig machte er sich zum Beispiel Sorgen um FDP-Politiker und Adventskränze. „Rainer Brüderle als Weinkönigin in der Ober-Pfalz“, lieferte er ein neues Berufsbild. Und wusste auch zu berichten, dass ein Adventskalender im „Pfundskerl-Format“ zu Schwierigkeiten führt. „Schaffen sie mal 24 Kühlschränke in die Wohnung“.
Rentner aus Köln-Süd-Süd-Süüüüüd
„Willi und Ernst“, zwei Rentner aus Köln-Süd-Süd-Süüüüüd - auch Koblenz genannt - wussten die Hochstimmung im Helenensaal noch zu steigern, und als dann Rentner Willi seiner Angebeteten „Bärbel“ noch ein musikalisches Ständchen intonierte, nahmen die Begeisterungsstürme im Helenensaal kein Ende. Auch die Ahrtalblömche (Rainer Groß und Wolfgang Krupp) überzeugten mit jecken Zwiegesprächen.
Die Abteilung Tanz wurde von den Silverdolls aus Linz und dem Tanzcorps der Heddesdorfer Husaren (Neuwied) sowie der Showtanzgruppe der Närrischen Buben mit ihrem Fußball-Tanz bestens bedient. Die gewagten Hebefiguren brachten die Funkenmariechen übrigens der recht niedrigen Bühnendecke richtig nah.
Heftig umjubelt dann die Hitparade. Diese Eigenproduktion der Buben holte die Jecken von den Stühlen.
Premiere gab es bei der „Dicke-Backen-Musik“: Das „Kölner Husarenkorps grün-gelb füllte eine Busladung hoch“ die Bühne und brachten den Saal noch einmal richtig auf Touren. Das Programm wurde auch auf den „billigen Plätzen“ und beim Rauchopfer vor dem Saal feste gelobt. Anerkennung gab es auch von den Jecken aus dem Murreland oder den Bad Bodendorfer „Rievkooche“, die mit großer Delegation eingefallen waren.
Prinz Michael II nahm Abschied
Ein klein wenig Wehmut gab es zum Anfang der Sitzung. Denn Prinz Michael II (Kappl) musste Abschied nehmen. „Es war der absolute Wahnsinn, mit Euch gemeinsam die vergangene Session zu feiern“, lieferte er die schwere Prinzenkette ab. „Dat häste joot gemach“, fanden dann auch Bubenchef Volker Thormann und Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Der Prinz bleibt den Närrischen Buben übrigens an verantwortungsvoller Stelle erhalten. Denn er ist der neue Zugleiter für den närrischen Lindwurm am Veilchendienstag.
Die Närrischen Buben hatten an der neuen Anfangszeit von 17.11 Uhr festgehalten und im Saal das gastronomische Angebot deutlich erweitert. Vor allen hatten sie die neue Kölschtheke, sprich die dem Helenensaal benachbarte Kneipe, wieder fit gemacht. Und „an der Thek“ wurde nach der Sitzung dann auch noch weit bis nach Mitternacht gefeiert. Und die Sinziger Jecken dürfen sich auf eine besondere Session freuen. Denn die große portugiesische Gemeinde in der Stadt gilt als extrem fetenfreudig. Das Umschalten auf rheinischen Karneval dürfte eine ebenso leichte wie temperamentvolle Sache werden.
BL
Die Hitparade holte die Jecken von den Stühlen.
Kai Kramosta kam als „Ein Pfundskerl“.
Sitzungspräsident Hans-Peter Floter hatte ein buntes „Sitzungsmenü“ zusammengestellt.
Die Garde bei ihrem gelungenen Tanz.
„Willi und Ernst“, zwei Rentner aus Koblenz.
