Politik | 08.12.2014, 15:12 Uhr

Leserbrief zum Quellensteg in Bad Bodendorf

Rettung für den Steg über die Ahr ?

Am 1. Mai 1982 war es soweit. Bürgermeister Holstein zerschnitt das rote Band und gab den Steg frei. Mit dabei waren etwa 300 Wanderer, denn am gleichen Tag wurde das Teilstück des Rotweinwanderwegs von Bad Neuenahr nach Bad Bodendorf eröffnet. Alle freuten sich über diese neue Verbindung der beiden Uferseiten der Ahr, die nun einen Rundgang durch die schöne Ahrauenlandschaft ermöglichte. Die Tatsache aber, dass die Holzkonstruktion der Brücke Pflege braucht, wurde spätestens 2001 deutlich, als der TÜV erhebliche Mängel feststellte, die aber damals noch gut zu beheben gewesen wären. Leider blieb man untätig, und das Holz faulte weiter, mit der Folge, dass vor vier Jahren die Ampel auf Rot gestellt und der Steg gesperrt wurde. Natürlich wurden daraufhin Möglichkeiten einer Sanierung erörtert, aber die in den Raum gestellte Summe von über 150.000 Euro schreckte den Stadtrat ab, und man beschloss den Abriss. Nicht nur bei Bürgern und Gästen, auch in der Lenkungsgruppe und bei dem Arbeitskreis „Rundweg der Düfte“ war die Trauer groß, wurde doch nun die Umsetzung vieler guter Ideen kaum mehr sinnvoll. Trotz des Beschlusses suchte man im Ortsbeirat und der Lenkungsgruppe weiter nach Möglichkeiten einer Rettung. Es gelang den Stadtrat umzustimmen, und er widmete dankenswerterweise die eingestellte Abrisssumme von 25.000 Euro für einen Wiederaufbau um, denn inzwischen lag ein solides Sanierungsangebot von lediglich 64. 000 Euro vor. Im Rahmen einer von Ortsbeirat und Lenkungsgruppe in die Wege geleiteten Initiative ging man auf Sponsorensuche und inzwischen haben etwa 70 Bürgerinnen und Bürger für den Wiederaufbau gespendet. Allerdings wird es nicht ohne einen weiteren größeren Zuschuss der Stadt gehen, und so liegt die Entscheidung liegt nun bei den Stadtvätern und -müttern. Man sollte bedenken, dass mit dem Abriss des Stegs auch unwiederbringlich eine wichtige Verbindung von der Stadt zum Kurgarten, der Heilquelle und dem Thermalbad wegfällt und die Erschließung der Ahraue vom Schwanenteich aus zum Biotop auf dem rechten Ahrufer nicht mehr möglich ist. Der Umweg über die nicht etwa 200 sondern genau 530 Meter entfernte, verkehrsreiche Freiherr von Stein Brücke mit dem immer stärker werdenden Aufkommen an Radfahrern auf dem hier über den Fluss führenden Ahr- Radweg ist kein guter Ersatz . Zudem könnte der Steg eine sinnvolle Ahrquerung für wichtige Wanderwege und regionale Rundwege sein und so das „Tor zum Ahrtal“ als Start und Ziel für Wanderfreunde wesentlich attraktiver machen. Ein bedeutender Moralist hat einmal gesagt: „Wer Brücken abreißt, sollte gut schwimmen können“.

Bernhard Knorr, Bad Bodendorf

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