Politik | 15.09.2014, 15:17 Uhr

Abwasserzweckverband „Untere Ahr“ feierte 25-jähriges Bestehen - Tag der offenen Tür auf der Sinziger Kläranlage

„Wir klären das für Sie“

Ausblick auf die Kläranlage von den Faultürmen aus. BL
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Sinzig. Solch ein Geburtstagskind gibt es auch nicht alle Tage. Mit einem kleinen Festakt in der Sinziger Kläranlage und einen Tag der offenen Tür feierte der Abwasserzweckverband am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum. Die Geburtstagsfeier stand dabei unter dem treffenden Motto „Wir klären das für Sie“ und dem Mottonachsatz „365 Tage im Jahr rund um die Uhr“.

Das umschreibt die Aufgabe des Verbandes und der Sinziger Kläranlage sehr genau. Fast Dreiviertel der Bewohner des Kreis Ahrweiler werden beim Verband und in der Kläranlage ihre Abwässer los. Die sind je nach Zählweise zwischen 85.000 und 95.000 Bürger des Kreises. Bei normaler Wetterlage kommen stündlich rund eine Million Liter Schmutzwasser in der Anlage an.

Besuch von Umwelt- staatssekretär Thomas Griese

Als Vertreter des Landes war Umweltstaatssekretär Thomas Griese zum kleinen Festakt gekommen. Griese betonte, dass seitens des Landes und Kommunen in den vergangenen drei Jahrzehnten in Rheinland-Pfalz rund acht Milliarden Euro investiert worden sind.

„Auch für die weitere Modernisierung der Kläranlage ist die Zusammenarbeit der Kommunen im Zweckverband die beste Grundlage, da Kompetenzen gebündelt und Lasten geteilt werden,“ sagte Griese.

Im Abwasserzweckverband Untere Ahr bündeln die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Remagen und Sinzig, die Verbandsgemeinden Bad Breisig und Altenahr sowie die Gemeinde Grafschaft ihre Kräfte. „Dies ist eine vorbildliche kommunale Zusammenarbeit“, so der Mann aus Mainz. Und so war es dann an Verbandsvorsteher Wolfgang Kroeger, dem Bürgermeister der Stadt Sinzig, viele seiner Kollegen aus dem Kreis und Landrat Jürgen Pföhler zu begrüßen.

Historische und finanzielle Eckdaten

Kroeger ging etwas in die historischen und finanziellen Eckdaten. Bereits 1955 fanden erste Gespräche zwischen den Rheinkommunen statt. 1961 gründete sich der Vorläufer der Wasser und Bodenverband, 1967 nahm eine erste Ausbaustufe der Kläranlage in Sinzig ihren Betrieb auf. 1989 erfolgte dann die Umwandlung in den heutigen Verband. Landrat Jürgen Pföhler hob ebenfalls den hohen Grad der kommunalen Zusammenarbeit hervor und rückte eines in den Mittelpunkt: „Die Sinziger Anlage ist in den 25 Jahren nahezu störungsfrei gelaufen. Ebenso wie Pföhler war auch Umweltstaatssekretär Thomas Griese kurz auf die „Abkochsituation“ beim Trinkwasser in Bad Neuenahr und auf der Grafschaft eingegangen.

Männer der ersten Stunden waren der seinzeitige Verbandsvorsteher Norbert Hesch, Werkleiter Klaus Mangasser (beide waren verhindert) und ein cleverer Schwabe. Eberhard Back, seinerzeit Chef des Planungsbüros SAG, gilt zu Recht als einer der Geburtshelfer vor allem beim Ausbau der Kläranlage.

Buntes Programm

Viel Programm gab es beim Tag der offenen Tür, auch und vor allem für die Pänz. Um Missverständnissen vorzubeugen, es gab keinen Massenansturm. Aber die interessierten Besucher „tröpfelten“ ebenso stetig wie das Schmutzwasser auf das Gelände, um in Gruppen die Anlage bei verschiedenen Führungen zu erkunden. Und sie zeigten sich beeindruckt von den verzweigten Katakomben unterhalb der Kläranlage ebenso wie von der Aussicht in die Goldene Meile von den 22 Meter hohen Faultürmen aus. Der Aufstieg auf die „Eierbecher“ erforderte schon eine gewisse Schwindelfreiheit, denn die Metallroste der Treppe erlauben einen Durchblick bis ganz nach unten.

Werkleiter Christian Meyer und seine Mitarbeiter hatten für einen mit vielen Informationen bestücken „Kennenlerntag“ gesorgt. In allem waren sich alle Redner einig: Um auf den Stand der Dinge bleiben zu können, wird der Abwasserzweckverband auch in den kommenden 25 Jahren sozusagen als Daueraufgabe kräftig in die Kläranlage und die Sammler investieren müssen.

Gespräch in luftiger Höhe: Verbandsvorsteher Wolfgang Kroeger und Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese.

Gespräch in luftiger Höhe: Verbandsvorsteher Wolfgang Kroeger und Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese.

Ausblick auf die Kläranlage von den Faultürmen aus. Fotos: BL

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