Premiere für die Wohnungsbörse im Haus der Jugend in Ainzig
Wohnraum für junge Leute ist Mangelware
Probleme zwischen den Generationen und Geldmangel sind Knackpunkte bei der Wohnungssuche junger Leute
Sinzig. Eine hochinteressante Premiere gab es jüngst im Haus offenen Tür (HoT) in der Sinziger Barbarossastraße. Dort fand die erste Wohnungsbörse statt. „Bezahlbarer Wohnraum nicht nur für junge Menschen wird auch im ländlichen Raum wie in Sinzig knapp“, so hatten HoT-Chefin Petra Klein und Ulrike Michelt, Mitarbeiterin bei der im HoT angesiedelten Kompetenzagentur, bei der Begrüßung das Kernproblem genannt. Gekommen waren vor allen Dingen viele wohnungssuchende junge Leute, während die Vermieter eher spärlich vertreten waren.
„Wir wollen mit dieser Börse helfen, Vorurteile auszuräumen, und vor allen Dingen dafür sorgen, dass sich mögliche Mieter und Vermieter direkt kennenlernen“, so Ulrike Michelt. Im HoT hatte man sich der Hilfe eines Fachmanns versichert. Werner Klapperich, langjähriger Versicherungs- und Immobilienmakler mit viel Erfahrung aus Sinzig war dazu gestoßen. Und in einer hochinteressanten Diskussion wurden zwei Knackpunkte deutlich. Zum einen sind die knappen finanziellen Möglichkeiten der wohnungssuchenden jungen Menschen nicht unbedingt mit dem kompatibel, was auf dem freien Markt passiert. Zum anderen passen die meist älteren Generationen der Vermieter und die jungen Mieter von der Grundeinstellung her nicht unbedingt zusammen. „Ganz unterschiedliche Lebensentwürfe vertragen sich sehr selten unter einem Dach“, hieß es da in der Diskussionsrunde. „Piercings und Tattoos und verwegene Kleidung sind vollkommen in Ordnung, aber absolut keine Empfehlung bei einem Gespräch mit dem Vermieter“, sprach Klapperich dabei Klartext.
Zumindest wurden zwei erste Signale gesetzt: Zum einen will man im HoT bei der Wohnungssuche und allen damit verbundenen Formularen und Behördengängen helfen. Zum anderen hatte Werner Klapperich eine Zusammenarbeit mit dem Haus der offenen Tür angeboten. Erste zarte Ansätze in einer schwierigen Grundproblematik.
Aber Ulrike Michelt, Initiatoren der Veranstaltung, zeigte Kampfgeist. „Wie werden die Wohnungsbörse erweitert um eine WG-Börse so lange weiter anbieten, bis sich erste Erfolge einstellen.“
