SV Hertha 1911 e.V. Buschhoven
10 Jahre Reha-Fitness-Gesundheitssport
Buschhoven. Am 1. August 2007 wurde bei SV Hertha 1911 e.V. Buschhoven die Abteilung für Reha-Fitness- und Gesundheitssport eingerichtet. Von Beginn an leitet diese Abteilung Angelika Hansen und wird von Horst Lauer, Ingrid Schulze, Wilfried Palm, Pierre Beyel, Hans Dieter Jüsgen, Karin Freudenberg, Margret Palm, Anneliese Best und ihrem Mann Friedrich Hansen unterstützt.
Aber Angelika Hansen ist die „Seele vom Ganzen“. Sie bringt die entsprechende Ausbildung mit und bildet sich laufend weiter. So ist sie Fachübungsleiterin für Rehabilitationssport; an der Sporthochschule Hennef wurde sie für die Krebsnachsorge ausgebildet. Orthopädie und Orthopädiewalking lernte sie in Winterberg und Neurologie in Heinsberg. Zusätzlich eignete sie sich Aquafitness, Wassergymnastik sowie Becken-bodentraining an – alles in anerkannten Schulungseinrichtungen des Kreises und Landes. Aber wer ruht, der rostet. Deshalb nimmt Angelika Hansen jedes zweite Jahr an den sogenannten Qualitätszirkeltagen in Essen teil. So verlängert sie ihre Lizenz. Aber das reicht ihr als Fortbildung und Auffrischung ihrer Kenntnisse nicht aus. Sie nimmt an Tagungen und internationalen Symposien sowie Aktionstagen teil und hält selbst Vorträge. Jüngst hat sie sich die „Sturzprophylaxe“ angeeignet, um diese an älter werdende Menschen vermitteln zu können. Inklusion ist für Angelika Hansen kein Fremdwort; sie lebt sie vielmehr, wenn sie z.B. Walking-Angebote gemeinsam mit der Lebenshilfe Bonn („Ingeborg-Krieger-Haus“) anbietet und durchführt.
Angelika Hansen erhielt Ehrungen für ihr Engagement
Es blieb nicht unbekannt, dass sich Angelika Hansen auf dem Feld des Reha-Sports vorbildlich engagiert. Der Rhein-Sieg-Kreis ehrte sie 2010 und 2015 für ihr soziales Engagement, der Sportbund und die Gemeinde Swisttal sprachen ihr einen Sonderpreis für besondere Verdienste bei der Entwicklung in den Bereichen Reha-Sport und Inklusion sowie einen Ehrenamtspreis zu. Aber auch Teilnehmer des Reha-Sport-Angebotes wurden durch die jährliche Sportlerehrung der Gemeinde Swisttal ausgezeichnet: 2012 Telse Kraaz, 2013 Erika Wißkirchen und 2014 Hans Pusch. Diese öffentliche Anerkennung motiviert auch andere Menschen, sich auf den Reha-Sport einzulassen und neue Erfahrung mit sich selbst zu machen.
Denn Angelika Hansen sieht ihre Aufgabe nicht allein in der sportlichen Betätigung. Für das soziale Wohlbefinden ihrer Klienten sorgt sie durch gemeinsame Tagesfahrten (Ahr, Schmetterlingsfarm; Maastrich, Landesgartenschau Zülpich, Brohltalbahn und jüngst nach Delft) oder Reisen (Worpswede, Dresden, Prag, Elsass, Baltikum, Thüringen im Lutherjahr). Aber Kern der Gemeinsamkeiten ist das monatliche Picknick oder Frühstück. Davon sind inzwischen 240 realisiert worden. Hier bringt nicht nur jeder Teilnehmer etwas zum Futtern oder Trinken mit, Selbstgekochtes oder Gebackenes. Sondern nach dem Hungerstillen wird leidenschaftlich Bingo gespielt oder auch Geburtstag gefeiert. Immer wieder werden die Teilnehmer auf Konzerte, Museumsbesuche, Kinotage usw. hingewiesen.
Morgens um 9 Uhr geht man Walken im Kottenforst
Im Zentrum des Reha-Sports steht das Walking. Morgens ab 9 Uhr geht es durch den Kottenforst bei Buschhoven. Angepasst an Gesundheit und Können werden große und weniger große Runden gewandert bei frischer Luft und Vogelgezwitscher. Die Statistiker haben ausgerechnet, dass in den 10 Jahren seit Bestehen der Abteilung beachtliche rund 11.760 km gewandert wurden. Wer also bereits 10 Jahre lang dabei ist, kann sich diese Laufleistung zugute schreiben. Rechnet man allerdings die Kilometer zusammen, die von der Gruppe insgesamt absolviert wurde, kommt man schnell darauf, dass die Erde umrundet wurde. Wenn jedes Jahrzehnt die Laufleistung von knapp 12.000 Kilometern erreicht wird, wird die Erde erst in dreißig Jahren umrundet sein. Also auf zur Erdumrundung!
Seit Anbeginn sind 110 Reha-Sport-Teilnehmer von Angelika Hansen in 4.800 Stunden betreut worden; das war häufig Krebs- und Schlaganfall-Nachsorge, Erkrankungen mit orthopädischen Beeinträchtigungen sowie seit 2017 neurologische Beeinträchtigung mit Teilnehmern im Rollstuhl. Die Nachsorge und Reha erfolgt in der Regel auf Rezept. Aber wenn das Rezept aufgebraucht ist, verbleiben viele Teilnehmer als Mitglieder dem Verein treu. So werden aktuell 27 Reha-Teilnehmer und 35 Mitglieder betreut, als 62 Männer und Frauen, die das Angebot nutzen. Am Montag 17.30 Uhr ist Walking angesagt. Im Winterhalbjahr beginnt das Walking bereits um 9 Uhr. Wer da verschlafen hat, ist am Mittwoch ebenfalls um 9 Uhr für das zweistündige Walking zur Stelle. Und am Freitag ist in der Schulturnhalle Buschhoven jeweils ab 15.15 Uhr, 16.30 Uhr und 17.45 Uhr Gymnastik (außer in den Ferien) angeboten.
Am 2. und 3. September findet wieder das Swisttaler Sportwochenende in Heimerzheim, Höhenring 101 statt. Hier wird sich die Abteilung Reha-Fitness- und Gesundheitssport des SV Hertha 1911 Buschhoven neben vielen anderen Sportvereinen am Sonntag, 3. September, ab 12 Uhr in der Sporthalle präsentieren.
10 Jahre Reha-Fitness- und Gesundheitssport
10 Jahre – das ist eine lange Zeit, in der Angelika Hansen präsent war und ist und ermunternd auf ihre Reha-Sportlerinnen und Sportler wirkt. Aber ihr geht es nicht allein um den Sport. Frau Hansen geht es um Integration von Menschen, die durch Krankheit, Hinfälligkeit und durch Alter isoliert sind. Sie gibt ihnen die Möglichkeit, Schritt für Schritt durch Bewegung und Sport in die Gemeinschaft zurückzufinden, durch persönliche Zuwendung wieder freudvoll am sozialen Leben teil zuhaben, während des Wanderns im Kottenforst lange Gespräche über Alltagsdinge, aber auch persönliche Nackenschläge zu führen, mit andern zu lachen oder auch traurig zu sein, wieder zurück in das normale Leben zu finden. Wenn es diese eigene Abteilung beim SV Hertha 1911 e.V. Buschhoven nicht schon seit 10 Jahre gäbe, man müsste sie sofort schaffen!
