Sophia Rössel beste deutsche Vielseitigkeitsreiterin auf der Europameisterschaft 2019 Polen
15-jährige Mayenerin feiert ihren bisher größten internationalen Erfolg
Auf Pony Camillo WE erreichte die Reiterin den sechsten Platz
Mayen. In Strzegom, Polen fanden vor Kurzem die Pony-Europameisterschaften 2019 statt, und 13 Nationen entsendeten ihre besten Reiter, um sich in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit zu messen und die jeweiligen Europameister zu küren.
Die deutsche Nationalmannschaft in der Vielseitigkeit wurde von Josepha Fischer auf Bell-A-Bon, Jette Lakeberg auf Nadeshi, Sophia Rössel auf Camillo WE und Charlotte Schulte Zurmussen auf Pascal SW vertreten. Als Einzelstarter ging Nicoletta Massmann mit Majestro an den Start.
Großen Sport haben die U16-Reiter über vier Tage ihrem Publikum geboten. Direkt zum Auftakt konnte Sophia Rössel wieder ihre ganze Routine und Brillanz abspulen, und kein Reiter war in der Lage, sie zu übertreffen. Ihr Pony schwebte leichtfüßig im Viereck und zeigte sich mit seiner Reiterin von der allerbesten Seite. Nach ihrem Top-Debüt letztes Jahr zur Euro 2018 in England auf Rang 4 war es hier im niederschlesischen „Striegau“ der verdiente erste Platz in der Dressur.
Geländeparcours ohne Hindernisfehler
Ihre Mannschaftkollegen hatten Probleme, jeweils die Top-Form abzurufen, und lagen am Ende des Tages mit der deutschen Mannschaft auf Bronzekurs. Alle wussten, dass der Geländetag mit seinen vielen technischen und schmalen Passagen auf Land sowie im Wasser einiges durcheinanderwirbeln wird. So kam es dann auch. Sophia kämpfte mit ihrem starken, selbstbewussten Pony Camillo WE wie noch nie und kam ohne Fehler ins Ziel mit leichter Zeitüberschreitung. Somit ging das Ausnahme-Pony Camillo WE seine dritte Euro nach 2017 und 2018 ohne Hindernisfehler.
Überglücklich duschte Sophia ihr Pony nach dem Zieldurchritt mit Eiswasser ab, wohlwissend, sich wieder gut präsentiert zu haben. Alle taktischen Wege, die Bundestrainer Fritz Lutter vor dem Start beim Abgehen des Parcours mit seinen Schützlingen ausgetüftelt hatte, wurden von ihr 1:1 umgesetzt, und sie erreichte Rang 5.
Ebenso gelang es der Mannschaftskollegin Josepha Fischer mit Bell-A-Bon, die mit derselben Zeit ohne Fehler einritt, den besprochen Weg umzusetzen. Sie belegte Rang 16.
Krimi am Abschlusstag
Dann wurde es bitter für die Deutschen, die den Ausfall von Charlotte Zurmussen nach Sturz und mehrfacher Verweigerung von Jette Lakenberg verbuchen mussten. Lediglich Einzelstarterin Nicoletta Massmann kam noch gut ins Ziel, spielte aber für die Mannschaft keine Rolle.
So kam es nun zu einem wahren Krimi am Abschlusstag, wobei es eine umgekehrte Startfolge im Springparcours gibt. Von den 42 Reitern zu Beginn des Turniers konnten lediglich 29 noch in die voll besetzte Springarena der wunderschönen Anlage in Strzegom einreiten.
Nach den ersten Umläufen wusste man endgültig, dass auch hier die Pacourschefs höchste Anforderungen abrufen. Man reitet ja schließlich auf einer Europameisterschaft. Und es fielen viele Stangen. Am letzten Tag zeigte sich, welche Tiere noch über genügend Kondition verfügten und welcher Reiter das Nervenflattern bekam.
Als die einzig verbliebene Mannschaftskollegin Josepha vor Sophia einritt und das deutsche Fanlager die Luft anhielt, nutzte das wenig. Ihr Bell-A-Bon kassierte 36 Strafpunkte. Aber keine Nation wurde verschont.
Stangenabwürfe auch bei den Favoriten
Als Sophia Rössel auf Rang 5 liegend einritt, war die Luft zum Schneiden. Konzentriert und forsch ritt sie herein, und nach kurzem Grüßen ging es stramm nach Sprung 1 bis zum Aussprung der Dreifach-Kombination, hier überlegte die Stange am Ende eine Zeit lang, ob sie fallen sollte. Beim Einsprung in die Zweifach-Kombi fiel die zweite und letzte Stange. Sophia war überglücklich, diesen schweren Parcours mit „nur zwei Abwürfen“ gemeistert zu haben.
Es ging aber munter weiter mit dem Stangenabwurf, und Massmann kassierte 20 Punkte. Sogar die führende Engländerin Daisy Baithe, eine Top-Reiterin, verweigerte an einem Sprung den Dienst. So traf es also auch haushohe Favoriten, und am Schluss waren lediglich drei Anpaarungen fehlerfrei im Parcours.
In der Endabrechnung ist somit Sophia Rössel mit Camillo WE auf Rang 6 eine hervorragende Top-Ten-Platzierung gelungen. Kollegin Fischer beendete auf Platz 25. Das bedeutete dann für das deutsche Team ebenfalls Rang 6. Einzelreiterin Nicoletta Massmann rangierte auf Platz 18.
Umstieg auf das Großpferde-Lager
Für Sophia Rössel ist im letzten Pony-Jahr damit der Traum von einer Platzierung auf einer Europameisterschaft in Erfüllung gegangen. Jetzt geht sie konsequent den Umstieg auf das Großpferde-Lager weiter mit ihrem Wallach Tullibards Tic Toc und ihrer Stute Samba PJ. Mit Samba verbuchten beide schon dieses Jahr mehrere Platzierungen und zuletzt eine Top Ten beim Bundesnachwuchschampionat, wo sie eine Dressur mit 8,4 und einen Geländeritt mit 9,1 ablieferte. Das lässt für die Zukunft hoffen.Pressemitteilung
Equestrian Sports Sophia Rössel
