MSC Kempenich war wieder ein toller Gastgeber für die ADAC-Rallye-Familie
Alles drehte sich um den Motorsport
Kempenich. Eine „Nacht der langen Messer“ wie bei der berühmt-berüchtigten Rallye Monte Carlo am Col de Turini gibt es zwar nicht, auch ein ausgedehnter Wüstenritt wie bei der Rallye Dakar in Südamerika, fehlt im Parcoursverlauf. Und doch drehte sich in und um Kempenich am Wochenende alles um den Motorsport, denn der MSC richtete zum 40. Mal die bei Fahrern und Fans beliebte ADAC-Rallye aus, den Auftakt der Saison.
Diesmal meinte es auch Wettergott Petrus wieder gut mit den Teilnehmern, er hatte es rechtzeitig Frühling werden lassen. Gemeldet waren 91 Teams, 88 gingen ab 12 Uhr nach eingehender Kontrolle auf die Strecke. Vor ihnen lagen acht Wertungsprüfungen in vier Wertungsabschnitten, die in zwei Runden absolviert werden mussten.
Insgesamt 70 Kilometer Fahrtstrecke, die Rallyeleiter Kai Hantel freigegeben hatte. Alfred Rommelfanger, den Fans und den Fahrern bestens bekannt, moderierte am Start und stellte die Teams vor. Kempenichs Ortsbürgermeister Stefan Friedsam und Horst Gies (MdL) wiesen in kurzen Ansprachen darauf hin, wie wichtig der Rennsport für die Region ist. Für den ADAC Mittelrhein zeigte Hans-Rudolf Huber am Start Flagge. Die ADAC-Rallye in Kempenich: Das ist und bleibt ein großes Familienfest. Nicht nur, weil sich die Rallye-Fahrer als große Familie verstehen. Sondern auch, weil sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren und so die Veranstaltung möglich machen. Weil die Fahrer vor Ort große familiäre Unterstützung erfahren. Und weil manchmal auch das Lenkrad von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.
Wie in Kempenich nicht nur am Beispiel von Lokalmatador Kevin Müller zu beobachten war. Für den Sohn von Wolfgang „Wolli“ Müller, dem Vorsitzenden des MSC, gab es am Start noch intensiven familiären Zuspruch. Dass Müller das fahrerische Talent seines Vaters geerbt hat, konnte er auf der Strecke unter Beweis stellen. Und bekam dafür am Abend den Siegerpokal vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Johannes Bell, und aus den Händen des stolzen Vaters überreicht.
Viele rennbegeisterte Zuschauer hatten sich auf den Weg nach Kempenich und an die Strecke gemacht, um Motorsport vom Feinsten zu genießen.
Das Streckendesign der vier Wertungsabschnitte, die in zwei Runden zu absolvieren waren, hatten die Organisatoren so gewählt, dass Profis gefordert, aber Neulinge nicht überfordert waren.
So konnten die Teilnehmer an schnurgeraden Passagen Tempo machen und an den anspruchsvollen Kurven ihr fahrerisches Geschick beweisen. Und überall an der Strecke kamen die Zuschauer, die teils von weit her angereist waren, auf ihre Kosten. Die meisten Fahrfehler gingen glimpflich aus und konnten rechtzeitig korrigiert werden. Allerdings kam es mittags auch zu einem schweren Unfall auf der Strecke, bei der die Beifahrerin des betroffenen Teams schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste. Bis zum Abend war nicht klar, was den Unfall auf gerader Strecke ausgelöst hatte.
Für den MSC war es das erste Mal in 40 Jahren, dass ein Fahrer wegen einer Verletzung ausgeschieden ist. Eine Erfahrung, die Müller und seinem Team sichtlich zusetzte. Auch Bell nutzte die Siegerehrung am Abend, um der verletzten Beifahrerin seine Genesungswünsche zu übermitteln.
In 14 Klassen kann bei dieser ADAC-Rallye gepunktet werden. Nicht ganz unerwartet landete das favorisierte Team diesmal ganz vorn. Frank Färber und Peter Schaaf vom AC Mayen waren mit ihrem Mitsubishi Lancer Evo 8 genau 41 Sekunden schneller als die Zweitplatzierten Michael Bieg und Heinz-Gerd Dörpinghaus, die auf einem Mitsubishi Lancer Evo 9 für die Renngemeinschaft Oberberg unterwegs waren. Dritte wurde das Team Heinz-Robert und Martin Jansen vom MSC Wahlscheid auf einem Opel Manta A.
Für Färber war das nun bereits der achte Sieg in Kempenich. Licht und Schatten gab es beim MSC Kempenich: drei Ausfälle, einen 57. Platz, aber auch zwei Klassensiege. Christian König und Nils Kühle auf ihrem Citroen C2 R2 Max gewannen die Klasse R2 und belegten in der Gesamtwertung einen starken fünften Platz. Der andere Klassensieg ging an das Team Kevin Müller und Beifahrer Marcel Jansen (Klasse 17) auf einem Opel Astra GSi 16V. Im Gesamtergebnis belegten sie einen starken elften Platz.
Bell und der MSC-Vorsitzende Müller bedankten sich im Rahmen der Siegerehrung bei allen Teilnehmern und den vielen Helfern der Veranstaltung. Müller richtete auch noch einmal einen besonderen Dank an die verschiedenen Ortsgemeinden, die der Nutzung ihrer Straßen und Wege zugestimmt hatten. Ohne das gute Miteinander wären solche Veranstaltungen nicht möglich. Ergebnisse unter www.znts.de.
Janine Arnold (22) wollte ihre erste Rallye unbedingt in Kempenich fahren und lenkte ihren Wagen gleich an die Spitze der Wertungsklasse.
Lokalmatodor Kevin Müller kurz vor dem Start.
Johannes Bell (rechts), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, überreichte die Pokale in der Leyberghalle.
