Fußball-Rheinlandliga, 23. Spieltag
Des einen Freud, des anderen Leid
SG Eintracht Mendig/Bell setzt sich im Derby beim TuS Mayen mit 2:1 (0:0) durch
Mayen. Vertauschte Rollen beim Derby: Während der TuS Mayen in der Hinrunde an der Brauerstraße einen 0:2-Rückstand wettmachte und durch Tobias Loosen in der 90. Minute den 3:2 (0:1)-Siegtreffer erzielte, drehte die SG Eintracht Mendig/Bell im Nettetal den Spieß um und verwandelte am 23. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga einen 0:1-Rückstand in einen 2:1 (0:0)-Erfolg. Das entscheidende Tor markierte Brice Braquin in der dritten Minute der Nachspielzeit.
„Es war sicherlich eine bittere und unglückliche Niederlage für uns. Wie der Ball schlussendlich zu Braquin gekommen ist und wer dabei wen angeköpft hat, lässt sich nicht mehr nachvollziehen“, zuckte ein fassungsloser TuS-Spielertrainer Tobias Uhrmacher, der 90 Minuten an der Seitenlinie stand, mit den Schultern, während die Gäste ihre Freudentänze aufführten. „Es war über 90 Minuten eine zerfahrene Partie. Beide Mannschaften können besser spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so richtig den Zugriff gefunden, ein Unentschieden wäre dennoch verdient gewesen.“
Schon in den ersten 45 Minuten lebte die Begegnung in erster Linie von der Spannung und der Intensität der Zweikämpfe. Nach einem Fehlpass von TuS-Defensivkraft Philipp Ries schaltete der zuletzt überragende Tim Montermann schnell um, doch sein Schuss landete an der Unterkante der Latte (12.). Praktisch im Gegenzug lief Uwe Unterbörsch allein auf das Gehäuse von SG-Schlussmann Robin Rohr zu, doch der Routinier zeigte Nerven und schob den Ball am Tor vorbei. Das hätte die Führung für den Gastgeber sein können.
Die größte Möglichkeit der Gäste vergab Mannschaftskapitän André Marx, der früher auch das Trikot des TuS Mayen getragen hatte. Seinen ins untere rechte Eck geschossenen Foulelfmeter drehte Torhüter Kevin Michel, der nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder zwischen den Pfosten stand, mit der linken Hand um den Pfosten (34.). Zuvor war Steffen Schmitt seinem Gegenspieler Montermann hörbar und übermotiviert in die Hacken gelaufen. So ging es vor 332 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz im Nettetal mit einem torlosen Unentschieden in die Pause.
Die Tore sollten in der zweiten Halbzeit fallen. Exakt 29 Sekunden nach Wiederanpfiff nutzte Tim Schneider einen Fehler von Milan Rawert aus und traf mit seinem starken linken Fuß zur 1:0-Führung. Die Mayener durften sich aber nicht allzu lange darüber freuen, denn nur drei Minuten später glich Pascal Zimmer mit einem Kopfball aus. Nach einer Ecke stand der Innenverteidiger am langen Pfosten völlig frei und nickte aus kurzer Distanz ein. „Das hat mich sehr für ihn gefreut“, lobte ihn der verletzte SG-Spielertrainer Kodai Stalph später. „Er hat den Derby-Gedanken vorbildlich gelebt und 90 Minuten Gas gegeben.“
Anschließend schienen beide Mannschaften mit dem 1:1 leben zu können, kein Team ging ein unnötiges Risiko ein, viele Aktionen waren Stückwerk. Aufgrund der vielen Unterbrechungen zeigte Schiedsrichter Lukas Wilzek aus Mörlen bei Bad Marienberg fünf Minuten Nachspielzeit an, die Braquin in einer Mischung aus Scherenschlag und Seitfallzieher zum 2:1-Siegtreffer nutzte (90. + 3). Nach einem weiten Einwurf von Marx hatte die Mayener Defensive den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern können.
„Wenn ich mit ein wenig Abstand auf das Spiel zurückblicke, dann hatten wir vielleicht ein kleines Chancenplus. Ich hätte auch ein 1:1 mitgenommen“, meinte Stalph. „In der ersten Halbzeit war es zu wenig Derby von uns, da waren bei einigen meiner Spieler auch die Rückwärtsgänge nicht so richtig vorhanden. Ich kann mich in die Lage des Gegners gut hineinversetzen, aber das ist Fußball. Diese Erfahrung mussten wir im Hinspiel machen.“
TuS Mayen: Kevin Michel, Steffen Schmitt (90. + 2 Patrick Heuser), Milen Manchev, Tim Oliver Gilles, Uwe Unterbörsch (82. Leon Kohlhaas), Tobias Loosen, Tim Krechel, Philipp Ries, Tim Schneider, Julian Schäfer, Matthias Tutas (69. Niklas Weis).
SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, André Marx, Pascal Zimmer, Niklas Heinemann (36. Florian Birnstock), Manuel Oster, Ali Mirzaie (62. John Rausch), Philipp Pohl, Tim Montermann (86. Lars Assenmacher), Alexander Court (70. Florian Schlich), Brice Braquin.
Schiedsrichter: Lukas Wilzek (Mörlen).
Zuschauer: 332.
Torfolge: 1:0 Tim Schneider (46.), 1:1 Pascal Zimmer (49.), 1:2 Brice Braquin (90. + 3).
Besonderheiten: Mayens Torhüter Kevin Michel hält einen Foulelfmeter von André Marx (34.), Gelbe Karte für den Mayener Spielertrainer Tobias Uhrmacher wegen Meckerns (85.).
Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Samstag, 26. März, um 16 Uhr bei der SG Malberg.
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Mittwoch, 23. März, um 20 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Kottenheim gegen den TuS Montabaur.
Innenverteidiger Pascal Zimmer (links, hier im Zweikampf mit Niklas Weis) erhielt von Spielertrainer Kodai Stalph ein Sonderlob.
