DFB-Pokal Frauen: Die SG99 trifft im März auf Frankfurt
Die Bäckermädchen spielen gegen die Adlerinnen
Karriereende für Krumscheid
Andernach. Im Rahmen der ARD-Sportschau am vergangenen Sonntag wurden die Paarungen für das DFB-Pokal Viertelfinale der Frauen Live im „Das Erste“ gelost. Passend zur laufenden Vierschanzentournee gab sich dazu der ehemalige Skisprung-Weltmeister und Tournee-Sieger, welcher bei seinem Gesamtsieg 2002 alle vier Springen gewinnen konnte, und spätere Automobilrennfahrer Sven Hannawald die Ehre die „Losfee“ zu geben. Der dem SC Freiburg nahstehende Erlabrunner zog dabei zur eigenen Freude zunächst den Sportclub aus dem Breisgau aus der großen Lostrommel. Er zeigte sich anschließend auch darüber erleichtert, die noch auszuspielende Paarung „Turbine Potsdam / SC Sand“ und nicht die SG99 gezogen zu haben. Womit das Heimrecht bei Erstliga-Team Freiburg verblieb und nicht mit dem Tabellenzweiten der zweiten Bundesliga-Süd hätte getauscht werden müssen.
Die Sensationsmädels vom Mittelrhein wurden dann auch schon direkt als drittes vom ehemaligen Wintersportler gezogen und sicherten sich somit auch ein natürliches Heimrecht für das Viertelfinale. Als Gegner wurden die Frauen der Eintracht aus Frankfurt zugelost. Das erst im letzten Sommer aus dem ehemaligen Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt formierte Team, steht derzeit mit 17 Punkten aus fünf Siegen auf einem soliden sechsten Tabellenplatz in der Flyeralarm-Frauen-Bundesliga.
Obwohl das Team vom Main noch relativ neu ist, gibt es bereits einen direkten Vergleich der beiden nur 92 km Luftlinie entfernten Teams. Am 23. August schlug das von Niko Arnautis trainierte Team im Rahmen der Saisonvorbereitung mit 10:1 im Stadion am Brentanobad das Team von Isabelle Hawel und Florian Stein mehr als deutlich. Wobei man hier zur Einordnung erklären muss, dass die Profi-Fußballerinnen aus Frankfurt damals nur einige Tage vor Saisonstart waren und die Mädels der SG99 erst wenige Tage vor dem Spiel überhaupt erst mit dem Training begonnen hatten, da die laufende Saison erst im Oktober gestartet ist, was eine seriöse Einordnung eindeutig unmöglich macht. Fakt ist, dass die SG99 Andernach bei Ihren Siegen gegen Albersweiler (0:2), Saarbrücken (3:0) und Gütersloh (6:1) bereits Elf Tore selbst geschossen und nur zwei Gegentreffer kassiert hat.
Die Eintracht-Frauen, welche erst in der zweiten Runde in den laufenden Wettbewerb eingestiegen sind, erreichten die Runde der besten Acht mit einem 8:0-Sieg gegen den Karlsruher Sportclub sowie mit einem überzeugenden Erfolg gegen den souveränen Tabellenführer der zweiten Bundesliga Nord Rasenballsport Leipzig (4:0).
Wann genau das nächste Spiel angepfiffen wird, steht noch nicht fest. Nach aktuellem Planungsstand dürfte es sich aber um den 21. März handeln. Aufgrund der geografischen Nähe beider Teams würde dann sich zudem der gewohnte 14 Uhr Slot anbieten. Ob dann jedoch wieder Zuschauer erlaubt sein werden, ist Stand heute absolut nicht absehbar. Was jedoch bereits per DFB-Spielverordnung feststeht, ist der Untergrund. Durfte man das Achtelfinale gegen die Westfalen noch auf Kunstrasen durchführen, wird das Viertelfinale definitiv auf natürlichen Belag ausgetragen werden. Die Stadtverwaltung und das zuständige Grünbauamt der Stadt, haben aber bereits zugesichert, die Grünfläche der städtischen Sportanlage für den Spielbetrieb mit allen bereitstehenden Möglichkeiten optimal vorzubereiten.
Der Trainingsstart für das einzige, wegen der Pokalteilnahme per Definition ernannte „Profiteam“ des deutschen Zweitliga-Frauen-Fußball, wird sich wahrscheinlich auf Ende Januar terminieren. Dann könnte das erfolgreiche Trainergespann per Ausnahmegenehmigung die Mannschaft wieder zusammenrufen. Derzeit hält sich das Team mit individuellen Trainingsplänen in Form.
Krumscheid tauscht Trikot gegen Notizblock
Leider gibt es auch eine traurige Nachricht zu verkünden. Nach kumulierten 94 Pflichtspielen in den letzten 12 Spielzeiten im professionellen Fußball, darunter auch zehn Spiele in der ersten Bundesliga zwischen 2009 und 2011 für den SC 07 Bad Neuenahr sowie insgesamt sieben Torerfolgen muss, wie jetzt bekannt wurde, die 28-jährige Sarah Madlin Krumscheid wegen eines irreparablen Knieschadens leider ihre Karriere beenden.
Ihr letztes Spiel im Trikot der Bäckermädchen machte die am 1. Juni 2014 von der Ahr an den Rhein gewechselte Nr. 20 am 29. Februar 2020 in St. Leon-Rot bei der 3:2-Niederlage gegen Hoffenheim. Dabei erzielte sie unwissentlich mit dem sehenswerten Kopfballtor zum zwischenzeitlichen 2:1 Ihr letztes Pflichtspieltor.
Dem Verein wird sie jedoch in anderer Rolle erhalten bleiben. Sie übernimmt die Rolle der Co-Trainerin der zweiten Mannschaft, welche sich derzeit in der Verbandsklasse auf Platz 2 befindet und mit Karl-Peter Stümper auch einen neuen Übungsleiter bekommen hat.
Das Viertelfinale komplett machen die Spiele VfL Wolfsburg gegen den Sieger aus der Partie Werder Bremen / SV Sand sowie die TSG 1899 Hoffenheim gegen den Sieger des Spiels Walddörfer SV / FC Bayern München.
Roland Schäfges
