Fußball-Rheinlandliga, 32. Spieltag
Ein ganz persönliches Déja-vu-Erlebnis
SV Windhagen - SG Eintracht Mendig/Bell 4:4 (0:2)
Windhagen. An den 25. November 2017 kann sich Bernd Brück, neben Frank Schmitz einer der beiden Sportlichen Leiter des Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell, als eingefleischter Anhänger des FC Schalke 04 noch gut erinnern. Im brisanten Duell vor 80.179 Zuschauern im Dortmunder Signal-Iduna-Park lagen seine Königsblauen nach Treffern von Pierre-Emerick Aubameyang (12.), einem Eigentor von Benjamin Stambouli (18.), Mario Götze (20.) und Raphael Guerreiro (25.) bereits aussichtslos mit 0:4 zurück. In den zweiten 45 Minuten retteten Guido Burgstaller (61.), Amine Harit (65.), Daniel Caligiuri (86.) und Naldo (90.) nach einer furiosen Aufholjagd das nicht mehr für möglich gehaltene 4:4-Unentschieden. Am Ende waren die Gäste einem Sieg sogar näher, das Spiel ging als „Jahrhundert-Derby“ in die Annalen ein.
Am vergangenen Mittwoch hatte Brück sein ganz persönliches Déja-vu-Erlebnis. 4:0 führte die Eintracht am 32. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga beim SV Windhagen nach Toren von Marcel Berg (17.), Lars Bohm praktisch mit dem Pausenpfiff (45.) sowie noch zweimal Berg (61., 72.) bis zur 78. Minute und durfte eine knappe Viertelstunde später froh sein, zumindest einen Zähler in den eigenen Händen zu halten. „Ich persönlich habe so etwas noch nie live erlebt“, war Brück auch Tage später noch fassungslos. „Es hört sich bei einer 4:0-Führung zwar komisch an, aber es war ein glücklicher Punktgewinn für uns. Wir konnten froh sein, nicht verloren zu haben. Bereits nach einer Viertelstunde hätte Windhagen mit 4:0 oder 5:0 führen können.“
Vor gerade einmal 80 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz in Windhagen legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr und vergaben durch Christopher Alt, Adrian Glos, Tobias Blumenthal und Yannick Walbröl ihre Möglichkeiten praktisch im Minutentakt, der erste Angriff der Gäste brachte gleich das 0:1, nach dem 0:2 zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt schien die Mannschaft von SG-Trainer Cornel Hirt bereits zur Pause auf der Siegerstraße zu sein.
Erst recht, nachdem Berg mit seinem Doppelpack im zweiten Abschnitt das Resultat weiter in die Höhe geschraubt hatte.
Nur 60 Sekunden nach dem 4:0 wechselte Hirt seinen Nachfolger im Traineramt, Kodai Stalph, für Lars Bohm ein. Und sollte sich damit verzocken. „Ich wollte Lars schonen, da er nach seiner langen Verletzungspause seinen Rhythmus noch nicht gefunden hat“, begründete Hirt diesen Tausch. „Leider kam bei uns ein deutlicher Bruch ins Spiel, obwohl Kodai ein erfahrener Mann ist. Unsere Ordnung war plötzlich komplett dahin.“
Nachdem Alt auf 1:4 verkürzt hatte (79.), lenkte SG-Schlussmann Jan Heinemann einen Handelfmeter von Johannes Rahn an den Pfosten, nachdem Björn Gilles zuvor im Strafraum mit dem Arm auf den Ball gefallen war. Das störte die abstiegsgefährdeten Hausherren aber überhaupt nicht, es war für sie vielmehr eine Art Initialzündung. Yannick Walbröl (82.) und Pierre Mohr (90.) stellten das Resultat auf 3:4. Ausgerechnet Rahn, der den Elfmeter vergeben hatte, sorgte in der dritten Minute der Nachspielzeit per Kopf für das nicht mehr für möglich gehaltene 4:4. „Danach mussten wir noch zwei brenzlige Situationen überstehen“, so Brück. „Es war echt der Wahnsinn und nichts für schwache Nerven.“
Statistik
SV Windhagen: Thomas Kosiolek, Tobias Blumenthal, Stephan Krist, Yannick Walbröl, Robin Heßler, Pierre Mohr, Gökhan Akcakoca (46. Pawel Klos), Volker Berghoff (65. Dennis Daun), Adrian Glos (22. Jannik Levent Pehlivan), Rahn, Christopher Alt.
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Florian Schlich, Florian Wirths, Björn Gilles, Manuel Oster, John Rausch (85. Magomed Ibragimov), Niklas Heinemann, Mustafa Madanoglu (46. Philipp Geisen), Lars Bohm (71. Kodai Stalph), Marcel Berg.
Schiedsrichter: Fuat Yalcinkaya (Bendorf).
Zuschauer: 100.
Torfolge: 0:1 Marcel Berg (17.), 0:2 Lars Bohm (45.), 0:3, 0:4 Marcel Berg (61., 72.), 1:4 Christopher Alt (79.), 2:4 Yannick Walbröl (82.), 3:4 Pierre Mohr (90.), 4:4 Johannes Rahn (90. + 3).
Besonderheit: Mendigs Torhüter Jan Heinemann lenkt einen Foulelfmeter von Johannes Rahn an den Pfosten (80.).
Für Mustafa Madanoglu war beim SV Windhagen schon nach 45 Minuten Schluss.
Mit der Auswechslung von Lars Bohm kam ein Bruch ins Mendiger Spiel.
