Lokalsport | 23.02.2016

Handball Oberlige Rheinland-Pfalz/Saar

Löwen siegten im dramatischen Derby

HV Vallendar - HSG Kastellaun/Simmern 20:17 (8:8)

Löwen siegten im dramatischen Derby

Vallendar. Das Rheinland-Derby zwischen dem HV Vallendar und der HSG Kastellaun/Simmern hielt, was es im Vorfeld versprach. Denn hier trafen zwei Teams aufeinander, die nur einen Tabellenplatz und drei Punkte trennten. Dennoch trafen hier auch zwei verschiedene Welten aufeinander. Auf der einen Seite der Aufsteiger aus dem Hunsrück mit vielen ehemaligen Nationalspielern aus Osteuropa, die Löwen vom Rhein hingegen gespickt mit jungen Talenten aus der Region. In der mit 350 Zuschauern gut gefüllten Sporthalle auf dem Mallendarer Berg sahen die Besucher eine von Beginn an packende Begegnung, die bis zum Schlusspfiff spannend verlief. Für die Vallendarer zählte nur ein Sieg, wollte man den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößern.

Den besseren Start ins Spiel erwischten jedoch die Gäste aus dem Hunsrück. Kastellaun wirkte hellwach und gut vorbereitet. Die Löwen verschliefen die ersten 10 Minuten vollkommen, vor allem im Angriff lief nur wenig zusammen. Immer wieder verzettelte sich der Rückraum der Hausherren in Einzelaktionen, wodurch man oft ins Zeitspiel geriet. Die daraus resultierenden Würfe waren dann leichte Beute für HSG-Keeper Mario Percin. Dieser leitete dann schnelle Gegenstöße ein, wodurch die Krokodile über die erste und zweite Welle zu Torerfolgen kamen. Auch in der Defensive war noch Sand im Getriebe beim HVV. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis stellte den Deckungsverband vor große Probleme. In dieser Phase konnten sich die Vorderleute bei Torhüter Bastian Burgard bedanken, der eine Vielzahl an Würfen glänzend parieren konnte. Leider konnte man aus diesen Paraden kein Kapital in Form von schnellen Gegenstößen schlagen, sodass man nach knapp 12 gespielten Minuten bereits mit 2:6 im Hintertreffen lag. Reckenthäler wechselte nun, brachte frischen Wind in die Partie und die Löwen kämpften sich prompt wieder heran. Tor um Tor verkürzte die Sieben vom Rhein den Rückstand und konnte bis zur Halbzeit wieder ausgleichen. Beim Stand von 8:8 ging es in die Halbzeit, bereits jetzt zeichnete sich eine wahre Abwehrschlacht ab. In den Katakomben forderte Reckenthäler von seiner Mannschaft mehr Tempo, klarere Kreuzbewegungen und eine bessere Chancenauswertung. Man war sich im Klaren, dass heute jedes Tor enorm wichtig werden würde. Nach dem Seitenwechsel verlief das Spiel weiter ausgeglichen, keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen. Vallendar bekam weiterhin den starken Kreisläufer Zigelis nicht in den Griff, der mehrere Strafwürfe herausholte und auch selbst immer wieder in die Maschen traf. Dafür nahm Dominik Stein Kastellauns besten Torschützen Petar Bubalo fast vollkommen aus dem Spiel. Langsam bekamen die Löwen das Gefühl, dass den Gästen mit ihrem kleinen Kader die Luft ausging. Der HVV verfügte an diesem Abend über die bessere Ersatzbank. Reckenthäler wechselte Graulich, Waldgenbach und Woods ein und seine Joker stachen knapp zehn Minuten vor dem Ende gnadenlos zu. Kurz vor Schluss ging der HVV mit 18:15 in Front, das war die Vorentscheidung. Leidenschaftlich hielt der Gastgeber nun die Abwehr dicht und ließ sich auch von einer offenen Manndeckung nicht irritieren. Kilian Graulich fasste sich ein Herz, umkurvte zwei Gegenspieler und schoss seine Farben endgültig in Richtung Siegerstraße. Am Ende stand ein hart erkämpfter, aber dennoch verdienter 20:17-Erfolg auf der Anzeigetafel. Mit diesem Sieg im Gepäck klettert der HV Vallendar hoch auf den 10. Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag, 28. Februar reisen die Löwen zur punktgleichen HSG Rhein-Nahe Bingen, ehe dann am Freitag, 4. März um 19:30 Uhr das langerwartete Derby gegen den TV 05 Mülheim in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg in Vallendar steigt. Es spielten für den HVV: Burgard und S. Stein (beide im Tor); Hertz (5/4), Baldus (4), Meder (2), Waldgenbach (6), Woods (1), Graulich (1), Lohner (1), D. Stein, Müller, Schäfer, Jackmuth.

Youngster Torben Waldgenbach zeigte eine starke Leistung.

Youngster Torben Waldgenbach zeigte eine starke Leistung.

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