Fußball-Rheinlandliga, zehnter Spieltag
Mustafa Madanoglu in Torlaune
SG Eintracht Mendig/Bell - SV Mehring 5:1 (3:0)
Mendig. Bis zum zehnten Spieltag der Fußball-Rheinlandliga hatte es gedauert, dafür fiel der erste Heimsieg umso eindrucksvoller aus: Die SG Eintracht Mendig/Bell, praktisch mit dem letzten Aufgebot angetreten, schoss sich beim 5:1 (3:0) über den SV Mehring förmlich den Frust von der Seele. Überragender Mann war Mustafa Madanoglu, der gleich drei Treffer zum klaren Erfolg beisteuerte.
Vor 165 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße war die Partie nach einer guten halben Stunde entschieden. Nach einer Flanke von Niklas Heinemann (14.) und nach glänzender Vorarbeit des unermüdlichen Joachim Akwapay (31.) hatte Madanoglu für eine beruhigende 2:0-Führung gesorgt.
Mit dem 3:0 durch Innenverteidiger Kodai Stalph, der den Ball nach einer Ecke von Niklas Heinemann per Kopf in die Maschen setzte (34.), war der erste dreifache Punktgewinn vor heimischem Publikum in trockenen Tüchern. Die Gäste von der Mosel enttäuschten in den ersten 45 Minuten auf der ganzen Linie und versprühten lediglich durch einen abgefälschten Schuss von Erik Michels (16.) und bei einer Aktion von Daniel Littau (36.) so etwas wie Torgefahr. Beide Male zeigte sich Torhüter Jan Heinemann, der viel Ruhe ausstrahlte, auf dem Posten. „Manchmal ist es einfacher, wenn du nur elf oder zwölf Spieler zur Verfügung hast, die dann die richtige Einstellung mitbringen.
Die Eintracht hat eine tolle Leistung abgerufen, wir haben zu keiner Zeit ins Spiel gefunden“, ärgerte sich der Mehringer Trainer Frank Meeth, privat gut befreundet mit SG-Übungsleiter Cornel Hirt. „Ich hatte 16 Akteure im Kader und habe möglicherweise nicht die richtigen aufgestellt.“ Besonders laut sei er in der Pause nicht geworden: „Die Mannschaft hat selbst gewusst, dass sie nicht das abruft, was sie kann. Da macht es keinen Sinn, weiter draufzuschlagen.“
Trotz eines Doppelwechsels fanden die Gäste auch nach Wiederanpfiff nicht mehr in die Begegnung zurück. Madanoglu erhöhte mit seinem dritten Treffer an diesem Nachmittag auf 4:0 (65.), das 4:1 durch Moritz Jost nur 120 Sekunden später sollte nicht mehr als der Ehrentreffer sein. In der 71. Minute sah der Mehringer Johannes Diederich die Rote Karte, nachdem er Philipp Geisen geschubst hatte. Schiedsrichter Alexander Rausch aus Konz, ansonsten ein guter Leiter mit großzügiger Linie, hätte es in dieser Szene durchaus bei einer Gelben Karte belassen können.
In der Folgezeit verpassten es Milan Rawert (73.), Manuel Oster (77.) und Matthias Strahl (83.), der am Pfosten scheiterte, die Führung auszubauen. Nach Vorarbeit von Björn Gilles zeigte Routinier John Rausch seinen jungen Kollegen, was Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor bedeutet: Er erzielte den 5:1-Endstand. Dass Strahl zum zweiten Mal am Aluminium, diesmal an der Latte, scheiterte (90. + 1), konnte danach jeder verschmerzen. „Das frühe 1:0 hat uns vom nervlichen Druck befreit und uns eine gewisse Sicherheit gegeben“, freute sich SG-Trainer Hirt. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt nachgelegt. Außerdem ist das Spielglück zurückgekehrt, das uns in den vergangenen Wochen so oft gefehlt hat.“
Statistik
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Florian Schlich, Kodai Stalph, Philipp Geisen, Manuel Oster, Matthias Strahl, Björn Gilles, Joachim Akwapay (84. John Rausch), Niklas Heinemann (89. Sören Born), Mustafa Madanoglu (69. Magomed Ibragimov).
SV Mehring: Philipp Basquit, Johannes Diederich, Daniel Littau, Nico Neumann (46. Fabio Fuhs), Erik Michels (46. Philip Meeth), Robin Eiden, Jon Becker, Moritz Jost, Sebastian Dietz (68. Alexander Dietz), Sebastian Schmitt, Marcel Selmane.
Schiedsrichter: Alexander Rausch (Konz).
Zuschauer: 165.
Torfolge: 1:0, 2:0 Mustafa Madanoglu (14., 31.), 3:0 Kodai Stalph (34.), 4:0 Mustafa Madanoglu (65.), 4:1 Moritz Jost (67.), 5:1 John Rausch (86.).
Besonderheit: Rote Karte gegen Johannes Diederich (71., SV Mehring) wegen Tätlichkeit.
Matthias Strahl (rechts) traf gegen SV Mehring (hinten Jon Becker) zweimal das Aluminium. Hier nimmt ihm SV-Schlussmann Philipp Basquit im letzten Moment den Ball vom Fuß.
