Nach der Pause zeigt TuS Oberwinter ein anderes Gesicht
TuS Oberwinter – SG Vordereifel Laubach 2:2 (0:1)
Oberwinter.Im Duell der Aufstiegsaspiranten in der Fußball-Bezirksliga Mitte kam der TuS Oberwinter gegen die SG Vordereifel nach einer spannenden und gutklassigen Partie über ein 2:2 (0:1)-Unentschieden nicht hinaus. Die Gäste legten los wie die Feuerwehr und gaben den Platzherren keine Gelegenheit, um ihren Rhythmus zu finden. Der Hirt-Elf fehlte jegliche Aggressivität, um den Gästen ernsthaft entgegenzutreten. Durch viel zu schnelle Ballverluste im Mittelfeld und Angriff erreichte Oberwinter im ersten Durchgang nie Kontrolle über das Spiel. Die Laubacher hatten gute Tormöglichkeiten, machten aber aus ihrer optischen Überlegenheit zu wenig, entwickelten vor dem einheimischen Strafraum zu wenig Durchschlagskraft, um daraus Zählbares zu erzielen.
In der 39. Minute dann doch noch das längst fällige Führungstor der Wagner-Elf. Nach einem Eckball war Ole Conrad am langen Pfosten zur Stelle und markierte die verdiente 0:1-Pausenführung. Oberwinter hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch die Chance zum Ausgleich, als Kodai Stalph Pech mit einem Lattenschuss besaß. „Die erste Hälfte ging ganz klar an uns. Wir hätten mindestens 2:0 führen können und hatten noch ein paar Dinger“, bedauerte SG-Trainer Niklas Wagner und ergänzte: „Das ist das Einzige, was ich meiner Mannschaft ankreiden kann, dass wir nicht höher führen.“
Nach der Pause zeigte die TuS-Elf ein völlig anderes Gesicht, ergriff die Initiative und das erfolgreich. Es war eine Kombination wie aus dem Lehrbuch, die TuS-Torjäger Thomas Enke (54.) nach Vorarbeit von Mirco Koll und Alexander Meiswinkel zum 1:1-Ausgleich abschloss.
Fünf Minuten später jubelte der TuS-Anhang über die 2:1-Führung. Björn Gilles war in einen Einwurf des Gästespielers Lukas Mey zu seinem Torwart Julian Steitz dazwischen gesprintet und den Ball eingenetzt. Danach gewann das Spiel an Spannung und Hektik. Die Vorentscheidung mit dem Treffer zum 3:1 hatte Gilles auf dem Fuß, scheiterte aber an dem starken SG-Schlussmann Steitz. Aber auch die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen und drängten vehement auf den Ausgleich. In der 77. Minute fast mit Erfolg, aber der Freistoß von Daniel Kossmann klatschte an die Latte. In der 88. Minute dann doch noch Torjubel im Gästelager. Der Ex-Andernacher Kossmann verwertete eine Rechtsflanke zum 2:2-Endstand. Kurz vor dem Abpfiff noch einmal Aufregung vor dem Gästetor, wobei sich drei Oberwinterer in aussichtsreicher Position gegenseitig am Torabschluss hinderten. „Das Ergebnis ist schwer einzuordnen. Nach der ersten Hälfte hätte die Partie schon weg sein können. Dann sind wir gut zurückgekommen. Es hätte in beide Richtungen gehen können“, kommentierte TuS-Coach Cornel Hirt die vergangenen 90 Minuten.
TuS Oberwinter: Fachinger, Meiswinkel, Wiest, Koll, Stalph, Reggami, Spahn, Gilles, Blohm (46. Karaschewitz), Enke, Begen.
SG Vordereifel Laubach: Steitz, Schuwerack, Michels, Mey, Gorges, Gerhartz, Kossmann, Schmitt, Conrad, Fritz, Goebel (76. Koczyba)
Schiedsrichter: Robert Depken (Koblenz).
Torfolge: 0:1 Ole Conrad (39.), 1:1 Thomas Enke (54.), 2:1 Björn Gilles (59.), 2:2 Daniel Kossmann (89.).
Vorschau: Ein echtes Nachbarschaftsduell steht am Sonntag um 14.30 Uhr (Luftlinie 3,7 Kilometer) an, wenn die SG Westum/Löhndorf den TuS Oberwinter empfängt. Die Platzherren blicken auf einen schwachen Saisonstart: Eine 0:5-Niederlage beim FV Rübenach und eine 1:2-Heimniederlage gegen den SV Oberzissen, das Nachholspiel beim SSV Boppard findet noch unter Woche statt.
Oberwinter trifft auf einen alten Bekannten: SG-Coach Tomas Lopez war nicht nur lange Jahre Trainer auf der Bandorfer Höhe, er ist auch der Bruder des TuS-Vorsitzenden Antonio Lopez. Um nicht schon frühzeitig in den Tabellenkeller zu rutschen, zählen für die Westumer nur drei Punkte. Ähnlich sieht es bei der Hirt-Truppe aus, die sich im Titelrennen keinen Ausrutscher erlauben darf. Derbys haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze, deshalb ist der Ausgang der Partie völlig offen. LS
