Lokalsport | 15.03.2022

Olli Martini – 10 Jahre Streckensprecher

Autor Klaus Ridder und Olli Martini trafen sich zu einem hochinteressanten Gespräch in einem Adenauer Restaurant.  Fotos: Ridder

Nürburg. Formel 1 Rennen 2020, endlich mal wieder am Nürburgring. Leider erst im Oktober, da ist es oben in der Eifel schon fast Winter. Ich habe, bedingt durch Corona und Begrenzung der Zuschauerzahlen, für viel Geld einen Platz auf der Tribüne gegenüber der Schikane doch noch bekommen. Freitag, es ist nebelig und kein Training der Formel 1-Boliden, weil der Rettungshubschrauber nicht hätte starten können. Eine Stimme über den Streckenfunk mit astreinem rheinischem Akzent muntert die wenigen Besucher auf, doch durchzuhalten. Am Rennsonntag wieder dieselbe Stimme. Mich wunderten die Fachkenntnisse des Streckensprechers –und eine sympathische Stimme. Wer steckt dahinter? Nach dem Rennen recherchiere ich, der Name Oliver Martini. Martini? Der Name „Martini“ sagt mir was. Ich recherchiere weiter und bekomme heraus, dass das ein Sohn des legendären Willi Martini ist. Wow? Ich bekomme auch die Mail-Adresse heraus. Ein Treffen? Das war Corona-bedingt nicht möglich und hat erst Anfang 2022 in einem Adenauer Restaurant geklappt.

Danach schreibt mir Oliver Martini (eher bekannt als ‚Olli‘), dass das ein wunderschöner Abend gewesen sei und wir hätten uns noch bis zum nächsten Morgen angeregt unterhalten können.

Martinis haben Nürburgring-Geschichte geschrieben

Oliver Martini ist das sechste Kind der Familie Willi und Inge Martini und wurde 1971 geboren. Sein Vater Willi war genialer Konstrukteur von Rennfahrzeugen, Rennfahrer, Tuner, Autoverkäufer und Abschleppunternehmer. Er betrieb zunächst eine Werkstatt unterhalb des alten Sporthotels im Bereich Start und Ziel des Nürburgrings und später ein Autohaus in Nürburg mit Außenstelle in Adenau.

Geboren 1925 in Adenau, Wehrdienst, Kriegsgefangenschaft, Mitarbeiter in der berühmten Werkstatt von Ernst Loof (Stichwort VERITAS Rennwagen) und Übernahme des Loof’schen Betriebes 1965 . Danach Konstruktion und Tuning diverser Rennwagen, vom BMW 700 bis hin zu einem F2-Rennwagen.

Willi Martini starb 2001 im Alter von 76 Jahren an einem Schlaganfall/Herzinfarkt. Die Ära Willi Martini hat in der Geschichte des Nürburgrings Spuren bis in die Neuzeit hinterlassen. Vielleicht noch interessant, dass der älteste Sohn von Willi Martini, Michael, ebenfalls motorsportbegeistert war, jahrzehntelang das BMW-Renn-Taxi fuhr und wohl der Mann ist, der bis heute die meisten Nordschleifenumrundungen (25.000!) gefahren ist. Er ist heute „aktiver Rentner“.

Er war auch als Rennfahrer sehr erfolgreich, mehrere Klassensiege und Gesamtsiege. Größter Erfolg war ein 10. Gesamtrang beim 1000 km Rennen 1982. 1979 verpasste er die Meisterschaft in der VLN-Langstrecken-Serie nur um 0,2 Punkte. Ende der 80er Jahre bestritt er seine letzten Rennen, das Ganze wurde einfach zu teuer und er konnte keine Sponsoren finden, die ihn unterstützten, um auf Gesamtsieg-fähigen Autos zu fahren. Mit ‚kleineren‘ Autos wollte er sich nicht mehr so recht anfreunden, wenn man einmal um Gesamtsiege gefahren ist, fällt das schwer, dann nur noch um Klassensiege zu fahren und von den „Dicken“ überrundet zu werden.

Olli Martini – beliebter Streckensprecher

Seine Karriere als Streckensprecher schildert mir Olli Martini in einem weiteren Gespräch: „Über die seit jeher bestehenden Kontakte in der Branche wurde ich 2007 mit Patrick Simon (Rennfahrer und bekannter Streckensprecher) bekannt. Wir freundeten uns sehr schnell an und ich versorgte ihn während der Rennen von der Strecke mit Infos per SMS / Anruf. Weil er merkte, dass man mir mit den Aussagen vertrauen konnte und auch ein gewisses Fachwissen vorhanden war, machten wir 2008 einige kürzere Liveschaltungen auf mein Handy, um von der Strecke zu berichten.

Im Jahr 2009 ergab es sich dann, dass Patrick bei einem Rennen nicht vor Ort sein konnte und er schlug mich als seinen Vertreter vor. Das klappte dann wohl so gut, dass ich ihn im Jahr 2009 noch dreimal vertreten durfte und dann ab 2010 bei allen VLN Rennen mit dabei war.

Im Jahr 2013 hatte ich die große Ehre, den Formel 1 GP gemeinsam mit Lars Gutsche kommentieren zu dürfen. Es gibt ein Bild in den Medien, wo ich Sebastian Vettel (der das Rennen gewann) interviewe.

2015 und 2016 durfte ich die WEC am Ring kommentieren, unter anderem mit der sensationellen Aufgabe, zum Start der Einführungsrunde vor voll besetzter Tribüne neben Hans-Joachim Stuck auf der Start & Ziellinie stehend den legendären Satz „Gentleman, start your engines“ sagen durfte. Ein Gänsehautmoment der besonderen Art.

2016 kommentierte ich dann zum ersten Mal das 24h Rennen, weil Peter Geishecker (Chef von WIGE-Data und ehemaliger Rennleiter des 24h-Rennens – war die ‚graue Eminenz am Nürburgring ) ein gutes Wort für mich eingelegt hatte.

Was Besonderes ist für mich auch jedes Jahr der Adenauer Racing Day, bei dem ich in meiner Heimatstadt, die ich über alles liebe, vor ca. 5.000 Zuschauern das Starterfeld des 24h Rennen präsentieren darf (natürlich gemeinsam mit Patrick Simon).“

Olli Martini privat

Für Olli Martini ist sein Beruf als Dip.-Ing. bei einem Reifenhersteller sehr wichtig. Glücklicherweise kann er überwiegend aus dem Homeoffice seiner geliebten Heimatstadt Adenau arbeiten, anstatt regelmäßig nach Frankfurt zu fahren.

Trotz des Stresses und den Aktivitäten im Motorsport nimmt sich Olli Martini noch Zeit, seinen Lieblingsverein, den 1. FC Köln, zu besuchen.

Olli Martini ist sehr heimatbezogen, er genießt die einzigartige Landschaft der Eifel bei ausgiebigen Mountainbike-Touren oder langen Spaziergängen mit seiner Frau und seinem Hund. Seinen Urlaub verbringt er am liebsten auf Skiern in Österreich.

Er liebt gutes Essen und wird von seiner Frau unter anderem mit seinem Lieblingsgericht „Döppekooche“ bestens versorgt.

Resümee

In wenigen Wochen beginnt die Saison am Nürburgring und dann wird der Streckensprecher Olli Martini wieder in seinem Element sein .Und die Nürburgring-Fans freuen sich schon darauf, die markanten und oft lustigen Kommentare von Olli Martini zu hören.

Klaus Ridder

Die Brüder Michael und Olli Martini vor einem vom Vater Willi Martini gestifteten Nürburgring-Modell im Restaurant ‚Döttinger Höhe‘.

Die Brüder Michael und Olli Martini vor einem vom Vater Willi Martini gestifteten Nürburgring-Modell im Restaurant ‚Döttinger Höhe‘.

Autor Klaus Ridder und Olli Martini trafen sich zu einem hochinteressanten Gespräch in einem Adenauer Restaurant. Fotos: Ridder

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