SV Rot-Weiß Queckenberg - Fußball
Pokalabenteuer früh beendet
Gegen den zwei Klassen höher spielenden VfL Lengsdorf hatten die „Queckies“ trotz Gegenwehr keine Chance
Queckenberg. Stell dir vor, es ist Pokal. Stell dir vor, ein kleiner Außenseiter aus der Kreisliga D am Rande des Fußballkreises Bonn darf einen Favoriten empfangen, darf ihn bekämpfen, nerven, piesacken. Und genauso ist es geschehen in der ersten Kreispokalrunde, als der SV Rot Weiß Queckenberg den ambitionierten Aufstiegsanwärter VfL Lengsdorf aus der B-Klasse zu Gast hatte.
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie, in der die ballgewandteren, technisch versierteren Gäste den Einheimischen ein ums andere Mal Rätsel aufgaben, für die der Underdog jedoch oft genug eine gute Lösung anzubieten wusste. Doch leider Gottes kam trotzdem wieder einmal, was kommen musste – „Goliath“ erspielte sich zur Halbzeit eine beruhigende 4:0-Führung, wobei er sich dreimal ganz artig für „Davids“ Gastgeschenke bedanken durfte. Aber insgesamt konnte Lohaus seiner Truppe trotz des recht deutlichen Rückstands einfach nur Respekt zollen. Denn ein jeder „Queckie“ lief an jenem Pokalabend um sein Leben, trat seinem Gegenspieler auf die Füße und war dessen ständiger Begleiter quasi bis in die Umkleidekabine. Vor allem der junge T. Meixner gab mächtig Hackengas und spuckte mehrmals seinem Kontrahenten gehörig in die Suppe. Nach dem Halbzeitpfiff des souveränen und sehr aufmerksamen Altinternationalen Manfred Ringelmann wussten die Rot-Weißen gar nicht, wonach sie sich zuerst sehnten: Luft, Wasser, Ruhe, Sitzgelegenheit ... Hauptsache die brennenden Sehnen und Leisten, die schmerzenden Muskeln und Knochen durften für kurze Zeit Kraft und Erholung tanken. Im zweiten Durchgang stemmte sich der RWQ mit nochmals erhöhter Aufmerksamkeit, mit noch breiterem Kreuz und ganz viel Herz dem immer planloser und ideenloser anrennenden VfL entgegen. Dabei muss unbedingt von Sturm erwähnt werden, der fleißig Reibekuchen auf seinen Oberschenkeln sammelte und damit so manchen Angriffszug spätestens an der Grundlinie unterband. Aber auch insgesamt wurde von der kompletten Lohaus-Truppe rund um den eigenen Strafraum eine schier unüberwindbare Mauer errichtet, die quasi mit Schießbefehl verteidigt wurde. Und wenn es dann doch einmal die berühmte Lücke im RWQ-Abwehrbollwerk gab, stand zwischen den Pfosten immer noch Tausendsassa Watty. Mit Reflexen, die an Torhüterlegenden wie Lew Jaschin, Toni Schumacher, Gianluigi Buffon oder Ferdinand Kolvenbach erinnerten, ließ der Feuerkopf so manchen Torjubel der Gäste auf deren Lippen verstummen. Doch zwei weitere Male war denn auch die Katze vom Mount Queck machtlos, sodass am Ende ein standesgemäßes Ergebnis zu Buche stand. Leider war das Glück den Einheimischen nicht unbedingt hold: So schepperte es in der 75. Minute hörbar am VfL-Lattenkreuz, als ein Bures-Geschoss nur knapp sein Ziel verfehlte und den Gastgebern den verdienten Ehrentreffer vorenthielt.
Nach dem Abpfiff japsten die Rot-Weißen unter dem Queckenberger Sternenhimmel und konnten verdientes Trainerlob ernten für eine bravouröse, kämpferisch absolut tadellose Einstellung, der nur das ersehnte Torn versagt blieb. Mit dieser Leistung, mit dieser Einstellung können die Kerle von der Madbach am 27. August zuversichtlich zum ersten Meisterschaftsspiel nach Swisttal fahren. Anstoß ist um 13 Uhr.
Aufstellung: Watty – von Sturm, Jentsch, Kaya, T. Meixner – Uygur, Klemm – Wappenschmidt, Bures, Arlt – Degirmen
Verstärkung: S. Meixner, Kurek, Münch.
