SV Rot-Weiß Queckenberg - SSV Rösberg 4:1 (1:0)
Queckenberg kann doch noch gewinnen
Queckenberg. Nach einem wahren rot-weißen Husarenritt daheim gegen die SSV Rösberg wusste Kurek gar nicht, bei wem er sich zuerst bedanken sollte: Bei Thomas Weinand dafür, dass er nach über zehn Jahren noch einmal seine Motorradkluft gegen Torwarthandschuhe eintauschte? Oder bei Emil Themel, der dieses mittlerweile etwas ergraute Juwel so lange bequatschte, bis der sich tatsächlich zu einem Comeback durchringen konnte? Oder bei Alex Frank und Markus Becker, die eigentlich nur Kraft für zehn bis zwanzig Minuten haben, an diesem Sonntag aber über die volle Distanz einen tollen Job machten? Oder bei der illustren Ersatzbank, die nach jedem Foul vor Schreck zusammenzuckte, tatsächlich noch aktiv eingreifen zu müssen? Aber eigentlich wollte der Cheftrainer nach dem Schlusspfiff jeden Einzelnen umarmen, der sich am 26. Spieltag in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte.
Von Beginn an standen elf Freunde auf dem Platz, die unbedingt den letzten kleinen Strohhalm ergreifen wollten, die gierig waren auf den ersten Dreier seit mittlerweile sieben Runden. Die Defensive wirkte in jeder Minute gut sortiert und konnte sich in den wenigen schwachen Momenten auf einen hellwachen Keeper verlassen, der sogar zweimal kostenlose Flugeinlagen darbot. Die Offensive machte es sich rund um den Gästestrafraum gemütlich, vergaß jedoch zunächst, für Torgefahr zu sorgen. Doch in der 41. Minute hebelte ein Ticki-Tacka-Doppelpass das Abwehrbollwerk aus und Mittelfeldstratege Uygur erlöste den seit Wochen extrem leidgeprüften Queckenberger Anhang. Die Jubelschreie hörte man wohl noch im Rheinbacher Freizeitpark, wo es derzeit seltener Gelegenheit zum Feiern gibt.
Mit dieser knappen jedoch verdienten Führung wurden die Seiten gewechselt. Danach lieferte die rot-weiße Sturmabteilung eine Galavorstellung ab, wie man sie aus der vergangenen Aufstiegssaison kannte. Abelings Schädel wuchtete das Leder zum 2:0 in die Maschen, kurz darauf versenkte Mundorf die Pille eiskalt vom Elfmeterpunkt (48./51.). Zwar ließen es die Queckies jetzt wieder etwas ruhiger angehen, bestimmten aber weiter Tempo und Rhythmus. In der 65. Minute krönte Speedy Geimer seine Leistung mit dem 4:0, zuvor glänzte er bei allen drei Treffern als Vorbereiter. Weitere gute Gelegenheiten ließen unter anderem Raffino und Dupin liegen, obwohl beiden aufgrund ihres Engagements ein Tor zu gönnen gewesen wäre. Als dann die Kräfte merklich nachließen, gelang es Rösberg, sich etwas aus der Umklammerung zu befreien und der SSV erzielte neun Minuten vor dem Abpfiff den Ehrentreffer.
Als sich um 16.50 Uhr der ganze Mount Queck freudetrunken in den Armen lag, runzelte lediglich Jürgen Kurek etwas verlegen die Stirn. Dem eigentlich für seine spektakulären Neuverpflichtungen bekannten Sportdirektor wurde heute von Emil Themel ganz klar der Rang abgelaufen. Zumal Weinand sich bereit erklärte, auch in den letzten Saisonspielen den Kasten sauber halten zu wollen. Erste Gelegenheit dazu gibt es am 11. Mai in Widdig.
Es spielten: Weinand - Dupin, A. Frank, Abeling, M. Becker - Rücker - Mundorf, Uygur, Raffino Geimer - Kurek.
Reserve: Becker, Themel, Winkel, Kunze.
