Lokalsport | 17.03.2022

SV Rot-Weiß Queckenberg

Rot-Weißer Fußballglanz nur halb veredelt

Queckenberg. Der SV Rot-Weiß Queckenberg ist mit gemischten Gefühlen ins Fußball-WM-Jahr 2022 gestartet. Im Nachholer aus der Vorrunde gegen SC Altendorf-Ersdorf II glänzten die Döring-Bures-Buben im Flutlicht als Magier und Virtuosen des gepflegten Ballspiels. Beim überragenden und in dieser Höhe für die Gäste fast noch schmeichelhaften 4:0 gab es zahlreiche Einträge in das ohnehin schon proppenvolle Geschichtsbuch: Claßen feierte seinen zehnten Karriere-Shutout, S. Bures erkünstelte sich seine Torvorlagen Nummer elf und zwölf in dieser Spielzeit. Neben diesen traumhaften Zahlen durfte der Chronist weitere Sensationsnachrichten mit spitzer Feder niederschreiben. So trug Danny Bures nach 24 Monaten und zwei Tagen noch einmal das RWQ-Wappen nicht nur in seinem großen Herzen, sondern auch auf seiner stolz geschwellten Brust. An seiner Seite zog ein gewisser Oliver Gruner in die Schlacht, vielen Kiebitzen am Spielfeldrand noch wohl bekannt als gewiefter Strafraumschreck glorreicher Merzbacher Fußballtage in der A-Klasse und sogar in der Bezirksliga. Beide Haudegen krönten ihr Comeback auf der roten Erde am Eichener Weg mit jeweils einem Treffer. Die weiteren Tore steuerten die Dauerläufer Leifer und Schmitz bei. Leider gibt es vom Rückrundenauftakt nur drei Tage später gegen den SC Villip keine Erfolgserlebnisse zu vermelden. Abgesehen von den goldenen Sonnenstrahlen über dem Fußballtempelberg wurden, aus Queckenberger Sicht, Glanz und Glamour von Müdigkeit und Blässe vertrieben. Bleischwer schleppten sich die Queckies über ihr Geläuf. Am Ende stand eine verdiente 0:2 Niederlage im Spitzenspiel zu Buche. Damit wurden erstmals seit 2020 wieder alle drei Zähler von der Queckenberger Fußballalm entführt. Zudem blieb man erstmals seit zwei Jahren, fünf Monaten und sechs Tagen ohne eigenen Torerfolg.

Als die Döring-Bures-Buben am letzten Sonntag erstmals in die Fremde reisten, gastierten sie ausgerechnet beim SV Niederbachem III. Und hier, an der Austraße, wurden letztmals in der Saison 1999/00 Punkte mitgenommen, als man unter dem damaligen Trainer Dieter Mix einen 3:1 Auswärtssieg feiern durfte. Es wurde also Zeit dies zu ändern, meinte nicht nur der voll auf Sieg fixierte Übungsleiter. Kaum hatte die etwas schrullige Trillerpfeife des erfahrenen Jovo Bodiroza die Spiele eröffnet, stürmten sich die Kerle von der Madbach ihren Villip-Frust aus dem Leib. Bures war einmal mehr die nimmermüde Kurbelwelle und drehte über die gesamten 90 Minuten vollkommen am Rad des rot-weißen Schimmel-Elftakters. Schmitz, A. Watty, Gümüs und Savas gefielen als torgefährliche Angriffswalzen, die sich immer wieder als dankbare Abnehmer für die heißgelaufenen Wasserträger Wappenschmidt, Klemm und Leifer anboten. Durch diesen kompromisslosen und bedingungslosen Feuersturm, gespickt mit gefährlichen Kopfbällen, messerscharfen Nah- und Ferngeschossen, ergab sich für die auf Konter lauernden Gastgeber die eine oder andere Gelegenheit zum Tempogegenstoß. Doch an der Seite von Fußballgott Uygur agierte Cipera als umsichtiger Abwehrrecke, wie einst Guido Buchwald im WM-Finale 1990 in Rom, wohl wissend, dass hinter ihm mit dem Iceman Dennis Claßen einer der zuverlässigsten Vertreter der deutschen Torwartzunft sein Handwerk trefflich versteht. Da sich die deutlich feldüberlegenen Gäste jedoch nicht für ihre Offensivkraft belohnten, aber auch die Einheimischen ihre drei 100-prozentigen Konterchancen nicht nutzten, wechselte man torlos die Seiten.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff schien ein harmlos anmutender Angriffsversuch Niederbachems bereits geklärt. Doch der vermeintliche Queckenberger Gegenangriff kam nicht ins Rollen; wie ein Bumerang segelte das Spielgerät erneut in den eigenen Sechzehner vor die Füße eines einschussbereiten Blau-Weißen. Der ließ Claßen keine Chance, stellte auf 1:0 und damit den Spielstand auf den Kopf (47.). Es dauerte ca. 300 Sekunden, bis sich die Rot-Weißen von diesem Schrecken erholten. Doch nun nahmen sie einmal mehr ihr großes Fußballherz in beide Hände, und der Feuersturm der ersten Halbzeit mutierte zu einem zischenden Feuerbogen. Es schepperte an der Latte, es hämmerte am Pfosten, und es bluteten dem Schlussmann der Gastgeber mehr und mehr die Pranken. Nur das Runde wollte einfach nicht im Netz zappeln. Als dann Klemm’s listiger Kopfballschlenzer vom Elfmeterpunkt vorbei am herausstürmenden Torwart den ohrenbetäubenden Torschrei auf die Lippen der Voreifler zauberte, signalisierte Jovo’s unaufgeregter Trillerpfiff eine vermeintliche Abseitsstellung. In diesem Moment hätte Döring zu gerne einmal den Kölner Keller um Aufklärung bemüht. Doch diese hochlöbliche und trotzdem noch immer umstrittene Erfindung bleibt vorerst ein Privileg der besser bezahlten Fußballkreise. Also kurbelte Bures weiter und weiter an, also grätschten die Leifer, Wappenschmidt und Co ab dem Niederbachemer Strafraum bis zurück ins eigene Halbfeld und rannten quasi um ihr Leben. In der 70. Spielminute fand eine famose und kuriose Bures-Döringsche Co-Produktion den im Epizentrum bedrohlich auftauchenden Savas. Der Bomber aus Kurdistan pflückte sich die Kirsche sehenswert herunter, dreht damit elegant auf und schweißte das Früchtchen eiskalt aus zehn Metern zum erlösenden Ausgleich ein. Der bullige Offensivmann hatte ebenfalls im März sein Comeback gefeiert und durfte nun erstmals nach 832 Tagen wieder über einen eigenen Treffer jubeln. Danach wurde noch einmal die Schlagzahl erhöht. Mit den eingewechselten Erol und Paffenholz wurden auch in Sachen Physis noch mal gefühlte zehn Kanister Öl in das ohnehin schon turmhohe Flammenmeer gegossen. Wieder und wieder schwappten die Angriffswogen gen Niederbachem-Kasten wie an einen dem Untergang geweihten taumelnden Ozeanriesen. Doch die Entscheidung zugunsten der Gäste wollte nicht fallen. Vielmehr sah man in sich der 84. Minute beinahe noch dieses eines Punktes beraubt. Doch ein Knaller der Gastgeber ließ die Lattenunterkante hörbar ächzen, knallte von da zum Glück auf die Torlinie und schließlich zurück ins Feld.

So trennte man sich von seinem Dauerrivalen 1:1 in einer Partie, die gut und gerne mit 8:4 für den RWQ hätte enden können. Doch endlich, nach über 22 Jahren, konnte man wieder Punkte aus dem euphorischen Niederbachemer Hexenkessel entführen. Diese Tatsache, aber auch die deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem farblosen Auftritt gegen Villip, zauberte dem Übungsleiter ein Lächeln auf die Lippen. Nach diesen stressigen Auftaktwochen kann die erste Garde zunächst durchatmen.

Erste Garde: Claßen – Wappenschmidt, Uygur, Cipera, Leifer – Savas, Gümüs, Klemm, Bures, Schmitz – A. Watty

Verstärkung: D. Döring, Erol, Paffenholz, Leifer Eiserne Reserve: Jörger, Declair

Pressemitteilung

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