Lokalsport | 08.03.2016

SC Bad Bodendorf

Starker Schöttler sichert schmeichelhaften Punkt in Oberwinter

Oberwinter/Bad Bodendorf. Im Walter- Assenmacher- Stadion begann der Pflichtspielstart ins Jahr 2016 für beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Gastgeber verfügten auf ihrem gewohnten Geläuf zwar über einen Tick mehr Ballbesitz und Spielanteile, aber auch die SCB-Akteure verzichteten ausnahmsweise auf ihre traditionellen Anpassungsprobleme auf dem Oberwinterer Kunstrasen und kombinierten überlegt aus der Defensive heraus. Die Schlussmänner beider Mannschaften verlebten eine grundsätzlich ruhige Anfangsphase und wirkliche Torchancen sprangen weder hüben noch drüben hinaus. Auf Seiten der Ockenfels-Elf war es Okay Tahtaci, der sich aus der Position des linken Angreifers heraus spielfreudig präsentierte und in dieser Phase für ein wenig Wirbel sorgte. So fand über ihn auch die erste Annäherung an das Gehäuse von SCB-Keeper Nils Schöttler statt, als der dribbelstarke Stürmer aus halblinker Position nach innen zog, sein Abschluss in der 17. Spielminute aber das Tor der Gäste um zwei, drei Meter verfehlte. Die Versuche des kontrollierten Spielaufbaus auf Seiten der Seiler-Truppe waren größtenteils nur in der eigenen Hälfte von Erfolg gekrönt. Spätestens im letzten Spielfelddrittel verhinderten eigene Ungenauigkeiten und eine sichere TuS-Defensive das Aufkommen von Bad Bodendorfer Torgefahr. Einzig und allein in den seltenen Fällen, in denen schnell, präzise und direkt über die Flügel kombiniert wurde, konnte man die Abwehrreihe der Gastgeber in Bedrängnis bringen. So zum Beispiel in der 27. Spielminute, als eine punktgenaue Hereingabe von Johann Reiferscheid den Kopf von David Langlitz fand. Leider konnte der SCB-Stoßstürmer das Leder nicht wie gewünscht drücken, sodass Ibrahim Tekin im Tor der Oberwinterer Reserve nicht eingreifen musste. Was zu diesem Zeitpunkt keinem Beobachter am Kunstrasenplatz in Bandorf klar war: Diese Torchance sollte die erste und gleichzeitig einzige auf Seiten des SC Bad Bodendorf in der gesamten Partie bleiben. Die 36. Spielminute markierte wenig später einen Knackpunkt im Spielverlauf. Aufgrund von zwei harten Attacken binnen kürzester Zeit musste Rolf Seiler den akut gelb-rot-gefährdeten Driton Qyqalla austauschen und obwohl sich in puncto taktischer Ausrichtung grundsätzlich nichts änderte , verlor das Team um Kapitän Andreas Knechtges jegliche Grundordnung und Kompaktheit gegen Hausherren, die fortan immer mehr das Spielgeschehen dominierten. Mit etwas Glück und Geschick retteten die Gäste von der Ahr im Anschluss das torlose Remis in die Halbzeitpause, um mit alter Kompaktheit in den zweiten Spielabschnitt zu starten Davon war jedoch nach dem Seitenwechsel wahrlich wenig zu erkennen, nachdem die TuS-Reserve einfach da weiter machte, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatte. Im Mittelfeld bekamen die SCB-Akteure zu wenig Zugriff in den Zweikämpfen und jeder zweite Ball wurde von einem Spieler der Gastgeber erobert. Im Unterschied zur ausklingenden ersten Halbzeit häuften sich aber alsbald zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten für die Zweitvertretung des Bezirksliga-Teams. Im Anschluss an eine bärenstarke Einzelaktion von Felix Antwerpen in der 54.Spielminute, setzte dieser den gestarteten Okay Tahtaci mit einem sehenswerten Steilpass in Szene. Auf seinem Weg zur nahezu sicheren Führung fand er jedoch im herausgeeilten Nils Schöttler zunächst seinen Meister. Doch damit war die Szene noch nicht zu Ende, da der Ball langsam Richtung Torlinie trudelte. SCB-Verteidiger Sascha Schütter erreichte das Spielgerät noch vor der Linie, konnte aber aufgrund eines heranstürmenden TuS-Spielers das Leder nur bis etwa zum Elfmeterpunkt klären, wo auch schon Knipser Oliver Braun lauerte. Glücklicherweise schien der „alte Hase“ der Oberwinterer Offensive selbst ein wenig überrascht zu sein, sodass er den Abpraller mit dem linken Fuß deutlich am Tor vorbei beförderte. Diese Szene diente aber keineswegs als eine Art Weckruf für die Spieler des SC Bad Bodendorf. In der Spieleröffnung agierte man viel zu überhastet mit langen, oft komplizierten Bällen und wurde einmal flach hinten raus gespielt, gelang es der Offensivabteilung nicht den Ball zu sichern geschweige denn auch nur annährend für Entlastung zu sorgen. Lediglich Torhüter Nils Schöttler konnte sich im weiteren Spielverlauf auszeichnen und bewahrte sein Team vor einer Niederlage. Erst reagierte er glänzend bei einem Antwerpen-Kopfball, den er per Flugparade vor dem Einschlag im Winkel abhielt (71.) und in der Schlussphase wehrte er trotz verdeckter Sicht einen Schuss aus kurzer Distanz klasse zur Ecke ab (86.). Abgesehen von den Schöttler-Glanztaten, stand sich die TuS-Offensive aber teilweise auch mit Unkonzentriertheiten selbst im Weg zum Torerfolg. Nachdem sich Onur Tahtaci, über den linken Flügel kommend, robust und wahrscheinlich regelwidrig gegen Sascha Schütter durchgesetzt hatte, fand er mit einem Rückpass seinen Bruder Okay im SCB-Sechzehner. Dieser verfügte sowohl über genügend Platz, als auch Zeit in der Bad Bodendorfer „Box“, konnte seinen Schuss jedoch nicht auf das Gehäuse der Seiler-Elf bringen. Ich würde diese Zeilen auch gerne nutzen, um über Bad Bodendorfer Spiel- und Angriffszüge zu berichten, aber derartige Situationen waren im gesamten zweiten Durchgang nahezu inexistent. Weite Abschläge von Nils Schöttler kamen postwendend wieder zurück in die Bad Bodendorfer Hälfte und eigene Kombinationen waren meistens nach zwei Stationen mit einem Ballverlust verknüpft. So entwickelte sich gegen Ende des Spiels eine, aus Sicht der Spieler des SC Bad Bodendorf, fast schon dramatische Abwehrschlacht, die bei Abpfiff des umsichtigen Referees Markus Wolff mit einem glücklichen Punkt von Erfolg gekrönt war.

Vorschau:

Am kommenden Sonntag empfängt die Seiler- Elf um 14:30 die Reserve des Grafschafter SV im heimischen Ahrstadion

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