Mayener Radsportler erkundeten Nordschwarzwald
Traditionelle Flüssetour führte zu Nagold, Enz, Kinzig und Rhein
Mayen. Gerade in Zeiten, wo gemeinsame Veranstaltungen nicht so gut möglich sind, wirkt der Blick zurück positiv und motivierend. Im RSC Eifelland Mayen unternimmt Organisator Thomas Eggen zusammen mit allen Beteiligten aktuell alles Notwendige, um eine ordnungsgemäße Tour auch im Sommer 2020 durchführen zu können. Doch noch fehlte auch der Rückblick auf die 20. Sommertour des Vereins, der die Radsportler in den Nordschwarzwald führte.
Bei der traditionellen Sommertour stand zuletzt nicht nur ein „großer Fluss“, sondern gleich mehrere kürzere Fließgewässer auf dem Programm. Die RSCler starteten unmittelbar an der Nagoldquelle um über Altensteig, Calw und Bad Liebenzell dem Fluss bis zu seiner Mündung in die Enz in der Goldstadt Pforzheim zu folgen. Fast in die direkte Gegenrichtung wandte man sich am Folgetag, um das Tal der Enz aufwärts unter die Räder zu nehmen. Es galt also einiges an Höhenmetern zu erklettern. Beim größten „Sprung“ bedienten sich die Radler in Bad Wildbad aber der Standseilbahn – angesichts von rund 40 Prozent durchschnittlicher Steigung wohl eine kluge Entscheidung. Oben angekommen nutzte die Gruppe die Gelegenheit, in luftiger Höhe dem Baumwipfelpfad bis zum markanten Aussichtsturm zu folgen und dann in Schussfahrt mit der Spiralrutsche wieder nach unten zu rasen. Der weitere Tagesverlauf bot „Schwarzwald pur“, zunächst kulinarisch bei der Einkehr in der „Grünen Hütte“ mit Maultaschen, Spätzle und Heidelbeerpfannkuchen. Derart gestärkt bewunderten die Eifelländer die Fernsicht über die riesigen Nadelwaldbestände vom knapp 1000 m hoch gelegenen Hohlohturm genauso, wie die idyllischen Landschaftsbilder von den Holzstegen des Wildsee-Hochmoors. Auf der Hochebene konnte man Geschwindigkeit in Richtung Tagesziel Baiersbronn aufnehmen – eine gute Einstimmung auf die actionreiche Abfahrt mit sogenannten „Mountaincarts“ über die mit Steinen und Hindernissen gespickte steilste Skipiste des Schwarzwaldes.
Um den ein oder anderen blauen Fleck reicher begann die nächste Etappe mit einer schweren Bergwertung hinauf nach Freudenstadt. Damit konnten die Höhenmeter für Tag Drei allerdings schon weitgehend abgehakt werden. Es galt entlang des nächsten Flusses wieder an Höhe zu verlieren. Vom Kinzigursprung folgten die Mayener dem schön und flüssig zu fahrenden Flößerpfad bis zur Klosterbrauerei in Alpirsbach. Ein Stück der „besten Schwarzwälder Kirschtorte“ in Schiltach, eine rasante Fahrt mit der Sommerrodelbahn bei Hausach und ein spontaner Stopp beim Helferfest des Gengenbacher Karnevalsvereins unterbrachen kurzweilig den Weg ins Tagesziel Offenburg. Die abendliche Stärkung nebst Brauereiführung entließ die RSC’ler motiviert ins Rheintal, wo hundert Kilometer über Baden-Baden, Rastatt und Ettlingen in die Fächerstadt Karlsruhe allerdings, ohne größere Schwierigkeiten, blieben. Der letzte Abend lud traditionell noch einmal zu ausgiebigem Bekunden der Freude über das Erlebte ein – unter Zuhilfenahme regionaler Getränkevariationen. Da kam die abschließende Ausrolltour rheinabwärts gerade recht, ein erholsamer morgendlicher Badehalt in der Lingenfelder Altrheinlandschaft inklusive. Dem letzten Kommando in der WhatsApp-Gruppe folgend „Der Bus steht direkt unter der Boing 747“ suchten einige verzweifelt nach dem nächsten Flughafen. Zur Freude der Organisatoren Thomas Eggen und Gerhard Müller fanden letztlich aber doch alle das Ziel am Technikmuseum in Speyer. Ein Lob der Tourteilnehmer um den RSC-Vorsitzenden Martin Reis war ihnen gewiss: „Die hervorragende und detaillierte Planung führt uns jedes Jahr an so viele tolle Orte, das macht einfach Spaß. Ein großes Lob an die Organisatoren und alle Helfer!“
