Katholische Kirchengemeinde Vallendar
„De profundis - Klänge der Tiefe“
Konzertreihe „Marzellinus-Musik“ in der Pfarrkirche Vallendar - Orgelkonzert am 9. März -
Vallendar. Im Rahmen der regelmäßigen Konzertreihe „MarzellinusMusik“, deren nächste Ausgabe am kommenden ersten Fastensonntag, 9. März um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus in Vallendar (Kirchstraße 27) stattfinden wird, erklingen „Klänge der Tiefe“, die nach dem bunten Karnevalstreiben der letzten Tage auf die österliche Bußzeit einstimmen werden.
Unter dem Leitwort „De profundis“, dem lateinischen Beginn des Psalms 130 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“, der einer der bekanntesten Totenpsalme ist, wird der Kantor, Organist und künstlerische Leiter der Konzertreihe Johann Schmelzer an der Orgel der Vallendarer Pfarrkirche Werke von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach, Sergej Rachmaninoff, Phillip Wolfrum, Jeanne Demessieux, Herbert Howells und Max Reger interpretieren und somit Werke unterschiedlicher Epochen und Stile aus verschiedenen Ländern miteinander in Kontrast setzen, auch wenn ein melancholischer Tiefenklang überall zu hören sein wird. Diese Musik soll uns, wie die gesamte Fastenzeit auch, helfen, uns mit unserem eigenen Leben, aber auch mit unserer Vergänglichkeit zu konfrontieren, zu Selbstreflexion beizutragen und uns ins Wesentliche zu führen, eine Aufgabe, die vor allem Musik zu bewerkstelligen vermag.
Das Hauptstück des Abends wird die leider selten zu hörende und ebenso selten eingespielte „Fantasie und Fuge in c-moll“ (Op. 29) von Max Reger (1873 - 1916) sein, die dieser nach Überwindung einer persönlichen Lebenskrise 1898 schrieb und die er „Herrn Richard Strauß verehrungsvoll zugeeignet“ hat. Das Werk steht in zeitlicher Nähe zum Kompositionsprozess der viel populäreren Choralfantasien. Diese sind biografisch gesehen vermutlich als Regers Antwort auf die intensive Auseinandersetzung mit den Schicksalsschlägen, deren Überwindung und der Sehnsucht nach Erlösung zu sehen. Reger beschäftigte sich in dieser Zeit auch sehr stark mit Literatur, die sich den letzten Dingen des Lebens und der Frage nach dem Jenseits widmete, was im dargebotenen Werk in besonderer Weise Niederschlag gefunden hat.
Ein weiterer bemerkenswerter Beitrag des Konzertabends wird das 1947 entstandene Orgelwerk „Attende domine“ der französischen Komponistin und Organistin Jeanne Demessieux sein, die 1968 in Paris starb, wo sie Organistin an der berühmten Kirche La Madeleine war. Ihr wird nachgesagt, dass Ihr Gedächtnis außerordentlich war; sie beherrschte mehr als 2500 Werke auswendig, darunter sämtliche Orgelwerke von Bach, Franck, Liszt, Mendelssohn und Dupré. Mit dem Prelude „De profundis“ des englischen Komponisten Herbert Howells (1892-1983) wird noch ein zweites fast zeitgenössisches Werk erklingen und einen interessanten Kontrast zu Pachelbels (1653-1706) Partita „Ach, was soll ich Sünder machen“ und einer Bearbeitung für Orgel des „Kyrie I aus der h-moll Messe“ von Bach bilden.
Abgerundet wird das Programm durch einen spirituellen Impuls durch den Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vallendar P. Rüdiger Kiefer SAC. Der Eintritt zur „MarzellinusMusik“ ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
