Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar
Gemeindeschwester plus - deutschlandweit einmalig
Ministerpräsidentin und Gesundheitsministerin zu Gast in Vallendar
Vallendar. Das Projekt ist deutschlandweit einmalig. Im letzten Jahr initiierte die Landesregierung Rheinland-Pfalz das Modellprojekt Gemeindeschwester plus und sieht sich damit als Vorreiter für Innovationen. Wissenschaftlich begleitet wird die Initiative durch Prof. Dr. Frank Weidner, Professor für Pflegewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Vallendar und Köln.
Nun kam Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in die PTHV zum Meinungsaustausch mit den Schulungsteilnehmerinnen und den Professoren. Die Gemeindeschwestern plus sind ausgebildete Fachkräfte, die in der Modellphase in ausgewählten Gemeinden beschäftigt sind. Ihre Aufgabe ist es, alten Menschen über achtzig Jahren beratend zur Seite zu stehen, notwendige Dinge anzuregen oder in die Wege zu leiten. Dabei arbeiten sie in Zusammenarbeit mit eventuell notwendigen Pflegekräften. Ziel ist, dass die älteren Mitbürger so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung wohnen bleiben können und ihre Selbstständigkeit erhalten bleibt. „Wir wissen, dass viele ältere Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, in ihrer Gemeinde jemanden wünschen, der sich, wie damals die ’Gemeindeschwester‘ um die älteren Menschen kümmert. Ihre Arbeit als Gemeindeschwester plus knüpft also genau an diese positiven Erfahrungen der älteren Menschen an. Mit ihrer Unterstützung, liebe Gemeindeschwestern plus, greifen wir die Wünsche vieler älterer Menschen in Rheinland-Pfalz auf, die sich mehr Beratung und Kümmern im Vorfeld der Pflege wünschen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrer Ansprache.
Der Dekan der pflegewissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Hermann Brandenburg, stellte in seiner Begrüßung fest, dass die PTHV Stolz darauf sei, die Schulungen der 17 Gemeindeschwestern plus des Landes Rheinland-Pfalz durchführen zu können. Im Jahr finden sieben mehrtägige Schulungsblöcke an der PTHV statt. Damit qualifiziert man die Fachkräfte zusätzliche und bereitet sie auf die innovative Arbeit vor. Insgesamt dauert das Projekt mehr als drei Jahre und wird zu 100 Prozent vom Land RLP finanziert. Mit Respekt und Anerkennung sehe Prof. Brandenburg auf die wichtigen Projekte in Bezug auf Pflege, die im Land zustande gekommen sind; dabei erwähnte er insbesondere die Einrichtung einer Pflegekammer im Land, das sei deutschlandweit einmalig und hat somit eine Vorreiterstellung, so Prof. Brandenburg.
Im anschließenden Meinungsaustausch und anregendem Gespräch wollte Ministerpräsidentin Dreyer und Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler wissen, welche Erfahrungen die Gemeindeschwestern plus bisher in der Praxis machten und wo ihnen sozusagen der Schuh drückt. Das sind natürlich Informationen aus erster Hand an die erste Adresse gerichtet und von dieser Möglichkeit profitieren alle Seiten - die Politik, die Fachkräfte und vor allen Dingen diejenigen, für die das Engagement gedacht ist, nämlich die betagten Menschen.
Malu Dreyer bei ihrer Ansprache.
