Rheinland-pfälzische SPD-Landtagsfraktion
Im Gespräch mit Senioren der Residenz Humboldthöhe
Vallendar. Der demografische Wandel bewirkt zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen, die auch aufgrund der Debatte „ Gut leben im Alter“ der rheinland-pfälzischen SPD-Landtagsfraktion für manchen Zündstoff in der Bevölkerung sorgt. Fraktionsvorsitzender Hendrik Hering führte im vergangenen Herbst ein Gespräch mit der Rhein-Zeitung über zukünftige Wohnformen im Alter. Da die Menschen heute immer älter werden und sich oft bis ins hohe Alter bester Gesundheit erfreuen, ist auch das Bedürfnis nach individueller Wohnform von großem Interesse. Weil gleichzeitig familiäre Bindungen schwinden und das Modell der Großfamilie eher die Ausnahme ist, müssen alle gesellschaftlichen Gruppen daran arbeiten, das auslaufende Modell des innerfamiliären Generationenvertrags zu erweitern und zu ersetzen. Das Thema hat die SPD-Landtagsfraktion aufgegriffen und publiziert, indem sie sich für neue Wohnformen im Alter starkmacht. Genau darum ging es in einem Treffen mit der Bewohnervertretung der Residenz Humboldthöhe in Vallendar, die den Rhein-Zeitung-Artikel aufmerksam gelesen und daraufhin um Gespräch mit Fraktionssprecher Hendrik Hering gebeten hatte. Gisela Kanter, Vorsitzende der Bewohnervertretung, bemühte sich intensiv um einen Termin, der einige Missverständnisse aufklären sollte. Landtagsabgeordneter Dieter Klöckner vermittelte dieses notwendige Gespräch. „Keiner möchte die hoch qualifizierte und gute Arbeit in den bestehenden Einrichtungen infrage stellen“, versicherte Hendrik Hering bei seinem Besuch in der Residenz. Es werden weiterhin stationäre Pflegeeinrichtungen notwendig sein, dennoch gibt es den steigenden Wunsch und Bedarf nach alternativen Wohnformen“, so Hendrik Hering. „Manchmal müsste man die Situation auch etwas über überspitzt formulieren, um ein Thema anzustoßen“, gab er zu verstehen. So wurde in der Runde munter diskutiert. Geschäftsleiter Rainer Welsch, Einrichtungsleiterin Klaudia Zapata sowie Veranstaltungsleiterin Dagmar Hett freuten sich über die guten Argumente der Bewohnervertretung und deren rüstigen Wortführerin Gisela Kanter. Die Senioren brachten deutlich zum Ausdruck, dass ihre Einrichtung unverzichtbar sei. Dies gelte auch für andere Häuser, die betreutes Wohnen, ambulante und stationäre Pflege sowie Kurzzeitpflege unter einem Dach anbieten. Man fühle sich in der Humboldthöhe „pudelwohl“, bestens aufgehoben und versorgt. Natürlich müsse man offen sein für neue Wege und Wohnformen im Alter, jedoch nicht ohne das Bewährte zu vernachlässigen. Insofern hielten die Senioren dagegen und sind von der Idee, zukünftig auf den Neubau von großen Altenheimen zu verzichten, nicht überzeugt.
Allerdings war man sich letztendlich einig, dass die Idee, auch andere Wohnformen im Alter zu praktizieren und voranzutreiben, nicht vernachlässigt werden sollte. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, für jeden älteren Menschen eine individuelle Wohnform zu wählen. Landtagsabgeordneter Dieter Klöckner und Vorsitzender der AWO Vallendar-Niederwerth machte am Beispiel „Essen auf Rädern“ darauf aufmerksam, auf diesem Wege ein selbstständiges Verbleiben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Abschließend dankte Hendrik Hering für die rege Diskussion und versprach, den Dialog zu dem Thema „Gut Leben im Alter“ nicht abreißen zu lassen. Unsere glücklicherweise immer älter werdende Gesellschaft ist gefordert, den ständig steigenden Wunsch und Bedarf auch nach alternativen Wohnformen im Alter nicht außer Acht zu lassen, ohne die bestehenden Einrichtungen zu vernachlässigen.
Pressemitteilung, Büro
Dieter Klöckner, MdL (SPD)
(V.r.) Fraktionssprecher Hendrik Hering, Gisela Kanter und Landtagsabgeordneter Dieter Klöckner
