Endlich soweit, am Samstag im Theater Mittelrhein: Premiere!
Kultur-Gut, Urbar: „Der Nacktputzer“
Urbar. Endlich wieder richtiges Theater in Urbar, an dem man seine Freude haben kann! Und das hatten die Leute auch; die ersten kamen schon eine Stunde vor Beginn, um sich gute Plätze zu sichern. Als es dann anfing, war der Saal voll. Der Beginn des Stückes „Der Nacktputzer“ war recht ernsthaft: eine problematische Beziehung zwischen der verwitweten Mutter und ihrem erwachsenen Sohn. Der wohnt noch immer zu Hause, und das Zusammenleben der beiden ist mit den Jahren völlig verkrustet und ritualisiert. Schließlich hält der Sohn es nicht länger aus und versucht, seine Mutter aus ihrer engen Gleichförmigkeit und Ängstlichkeit herauszulocken. Dazu kommt er auf eine ganz verrückte Idee: er engagiert eine Putzhilfe, die ihre Arbeit ohne Arbeitskleidung erledigt, ganz ohne Kleidung, einfach nackt, und zwar einen Mann! Den „Nacktputzer“. Natürlich führt das zu heftigen Reaktionen, Aufregung, Widerstand. Nachdem die Mutter schließlich begriffen hat, worum es geht, sieht sie umgekehrt bei ihrem Sohn die Notwendigkeit, ihm eine Hilfestellung zu verschaffen, den Weg in ein normales Leben zu finden.
Nach anhaltenden lauten Turbulenzen, stellt sich schließlich heraus, dass Mutter und Sohn gar nicht so verklemmt sind, wie sie das voneinander glaubten. Sie hatten es nur verlernt, miteinander zu reden. Es spielen Uschi Boffin-Hofmeister die Mutter, Alexander Schwartzkopf den Sohn und Stephan Tacke-Unterberg die Putzhilfe. Allen dreien gelingt es, ihre skurrilen Figuren glaubhaft und voller Effekte auszuspielen. Da merkt man die Regie von Gabriele Nickolmann, die wochenlang intensiv mit den Spielern gearbeitet hat. Das Publikum hatte großen Spaß an der Vorstellung und spendete lang anhaltenden Beifall. Die nächsten Vorstellungen sind an den Samstagen und Sonntagen im Dezember, jeweils um 19:30 Uhr. An Silvester zweimal: 15 Uhr und 19:30 Uhr. Telefonische Kartenreservierung: Tel. (01 72) 7 04 01 71.
