Seit einem Vierteljahrhundert: Neujahrsempfang der SPD Vallendar
Schwester M. Basina Kloos sprach zum Thema „Gut leben im Alter“
Vallendar. Landtagsabgeordneter Dieter Klöckner (SPD) lud am zweiten Januarsonntag im Namen des Vallendarer Ortsvereins der SPD, der Stadtratsfraktion und der Verbandsgemeinderatsfraktion zum 25. Mal zum Neujahrsempfang ein. Klöckner konnte eine ganze Reihe von Gästen aus der Politik, dem Vereinsleben, der Kirchen, der Hochschulen und den Alteneinrichtungen im vollbesetzten Haus Auf´m Nippes mit den besten Neujahrswünschen begrüßen.
Der Vallendarer Ortsverein, so Klöckner, ist der zweitgrößte im Land Rheinland-Pfalz mit einer beachtlichen Frauenquote von fast fünfzig Prozent. Dieter Klöckner ist seit 1989, also seit einem Vierteljahrhundert Ortsvereinsvorsitzender. Bei Neujahrsempfängen ist es üblich, einen Blick in das vergangene Jahr zu werfen. 2014 sei, so der Vorsitzende, für die Vallendarer SPD ein gutes Jahr gewesen. Ebenso positiv schaute Bernd Schemmer, stellvertretender Vorsitzender im Verbandsgemeinderat zurück. Bürgermeister Fred Pretz ließ in kurzen Worten die Wahlen 2014 noch einmal Revue passieren, formulierte Kritik bezüglich des Wahlkampfes und sprach neue Herausforderungen an, so zum Beispiel der Stadthallenneubau, die Planungen für den Kindergartenneubau, die Gestaltung der Urbarer Mitte und die hochwasserfreie Anbindung der Insel Niederwerth. „Es geht nach vorne“, so Bürgermeister Pretz „und es macht auch richtig Spaß, politisch etwas zu bewegen“.
„Ordensfrau, Managerin, Frauenrechtlerin“
Gastrednerin beim Neujahrsempfang war Schwester M. Basina Kloos. Dieter Klöckner: „Schwester Basina ist Ordensfrau, Managerin, Frauenrechtlerin.“ Sie ist Vorsitzende des Vorstandes der Marienhaus Stiftung Neuwied, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Hildegard Stiftung Trier und Vorsitzende der Gründungskonferenz zur Errichtung einer Pflegekammer in Rheinland- Pfalz. Schwester Basina sprach zum Thema: Gut leben im Alter. Im Jahre 2013 wurden in Vallendar 43 Kinder geboren, 131 Sterbefälle wurden gezählt.
Alt werden ist nicht leicht
Alt werden ist nicht leicht, so die Ordensfrau. Man müsse sich damit auseinandersetzen und eine Position finden. Altern ist eine Herausforderung „Die Auseinandersetzung kann zu einer Erkenntnis führen, die im positiven Sinne zur Haltung wird, wie Gertrud von Le Fort es ausdrückt: ´Das Altern ist wie eine Woge im Meer, wer sich von ihr tragen lässt, treibt obenauf`.“
Grundlegende Aspekte
Schwester Basina sprach drei grundlegende Aspekte an: Autonomie, d.h. Selbstständigkeit, solange es geht; Beziehungen und Anteilnahme am gesellschaftlichen Leben und der Wunsch ein erfülltes Leben zu haben - biblisch ausgedrückt: ein Leben in Fülle; gesellschaftlich ist damit die Lebensqualität gemeint. Im Folgenden führte die Ordensfrau die angesprochenen Aspekte aus:
„Autonomie in Bezug auf „Gut leben im Alter“ bedeutet für viele, so lange wie möglich den Alltag mit seiner geschenkten Zeit selbst gestalten und bestimmen zu können“, sagt sie. Zu einem sinnerfüllten Leben gehörten Beziehungen, Verbindungen zu anderen Menschen. Der Mensch habe die Möglichkeit, Gesetzmäßigkeiten der Welt und seines Lebens zu entdecken, daraus entwickele sich eine Lebensweisheit, die weiterzugeben lohnt. An Beispielen aus ihrer Tätigkeit kann Schwester Basina berichten, dass die Umsetzung auch funktionieren kann. Dazu müsse es Kommunikationsflächen und Begegnungsmöglichkeiten geben und die gesellschaftlichen Institutionen mögen zusammenarbeiten - angefangen vom Dorfladen bis zum Seniorencafé. Der Weg in ein Altenheim könne nicht allen erspart bleiben - hier ist Beratung sinnvoll. „So geht die Beratung auch diesen Weg mit und hilft, mit der für die Menschen zweitbesten Lösung, unterstütztes Leben zu vermitteln bis zum begleiteten Ende“, so Schwester Basina Kloos.
Die Anwesenden dankten der Ordensfrau für ihre fachkundigen Ausführungen mit langem Applaus. Musikalisch gestaltet wurde der Empfang vom Duo „Wie Waldi“. Im Anschluss nutzten viele Gäste die Möglichkeit, erste informelle Gespräche und Verabredungen für die politische Arbeit im noch jungen Jahr zu führen.
Zahlreiche Gäste beim Neujahrsempfang.
