Karnevalsverein 1948 Niederwerth „Mir were nimmi goot“, Sitzungsbericht Teil vier
Unsre Heimat, Werth im Rhein
Niederwerth. Nachdem die Band „Talentfrei“ den Saal zum Kochen gebracht hatte, soll nun heute darüber berichtet werden, wie der Sitzungspräsident Thomas Stein das närrische Publikum der Rheinschanz mit seinem Tarzanschrei erzittern lässt. Als Spargeltarzan präsentiert er den Zuschauern eine brillante und kunterbunte Spargelshow und begeistert als 007 mit der Lizenz zum Stechen. Seine Wandlungsfähigkeit kennt keine Grenzen. So bleibt auch bei seiner tollen Einlage als Spargelgemüse kein Auge trocken. Doch auch die Zuschauer werden gefordert, denn eine lustige Lektion in Sachen Spargelstechen und einer extra „Edition bleu“, die an Vallerer verkauft werden kann, die dafür dann auch noch das Doppelte bezahlen, strapazieren doch mächtig das Zwerchfell des Publikums.
Diesen tollen Vortrag belohnt das Publikum mit einer Rakete, bevor tief aus der Taiga die tanzende Leibwache von Hadschi Halef Omar und Dschingis Khan die Werther Bühne beben lässt. Wunderschöne Körper, die federleicht über nur ganz geringfügig gebogene Dielenbretter schweben und die Herzen aller Frauen im Saal höher schlagen lassen, zeigen mit tollen Figuren und in perfekter Balance, was ein Werther Don Kosake so zu bieten hat. Die kommenden Stars des russischen Staatsballetts sind Stefan Kaul, Jonas Willmes, Manfred Hause, Julian Kopp, Jens Brink, Jörg Jächel, Christoph Hilden, Frank Zisgen, Matthias Klöckner, Achim Münz und Martin Zweck.
Die schwarze Natascha vom Kubbe, Michaela Hahn, brachte das Werther Herrenballett in dieser Session dazu, physikalische Gesetze außer Kraft zu setzen. Das närrische Publikum belohnte die Rheinkosaken mit donnerndem Applaus. Ohne Zugabe dürfen diese furchterregenden Gesellen nicht von dannen reiten.
Nun folgt ein weiterer Höhepunkt der Niederwerther Karnevalssitzung, denn kein Geringerer als der „mündige Bürger“ Norbert Weber steigt in die Bütt. Auch in diesem Jahr begeisterte er das Publikum wieder mit einem brillanten Vortrag der Spitzenklasse und berichtete von Paybackpunkten auf dem Standesamt, die wohl als erster Lothar Matthäus gutgeschrieben bekommen wird, und von der wohl nicht mehr weit entfernten „i church“, in der der Gott des iphones verherrlicht wird und man um Vergebung für seine Fettfinger bitten kann. Da bleibt kein Auge trocken, das Publikum ringt vor Lachen schier nach Luft.
Norbert Weber nimmt Abschied
Nach einer Erklärung, was denn Globalisierung bedeutet, wofür doch einige Zungenakrobatik notwendig ist, verkündet Norbert Weber nach 40 Jahren seinen Abschied von der närrischen Bühne, was vom Publikum und vom gesamten Karnevalsverein Niederwerth mit Bedauern zur Kenntnis genommen wird. Sitzungspräsident Thomas Stein würdigt Norbert Weber als einen verdienten Karnevalisten und verabschiedet ihn mit den Worten: „Lieber Norbert, 40 Jahre lang Vorträge auf höchstem Niveau, 40 Jahre ein begnadeter Karnevalist, 40 Jahre lang Gesang, Gitarre und Wortwitz, 40 Jahre lang begeisterte Zuschauer, 40 Jahre lang das Zwerchfell der Zuschauer gequält, 40 Jahre lang ein Vorbild für alle Redner, 40 Jahre lang gelebt für den Werther Karneval, 40 Jahre maßgeblich am Erfolg des Werther Karneval beteiligt. Lieber Norbert, wir werden dich schmerzlich vermissen. Ich danke dir im Namen des Karnevalsverein Niederwerth für 40 Jahre unermüdliches Schaffen zum Wohl unseres Vereins. Lieber Norbert, ich ziehe meinen Hut vor dir, es war mir eine Ehre.“ Im Stehen dargebrachte Ovationen und nicht enden wollender Applaus sind die Folge, bevor nun die Rheinschanz zum Broadway wird, denn die „Golden Girls“ Eva Kellner, Lisa David, Valerie Portugall, Dorothee Ohlig, Janina Karbaum, Ann-Katrin Stein, Laura Klöckner, Theresa Kellner und Leonie Klöckner erobern mit Charme und Esprit die Herzen der Zuschauer. Hier sprühen die Funken. Selbst die Freiheitsstatue wippt im Takt der Broadwaymelodien und tollen Rhythmen freudig mit. Einstudiert wurde diese tolle Show von Csilla Volkert, Renate Münz und Verena Mettler. Das begeisterte Publikum belohnt die Musicalstars mit donnerndem Applaus und erlebt im Anschluss nun noch eine Tanzdarbietung der besonderen Art.
Diese wird von wunderschönen Männerkörpern in stark dezimierten Kostümen dargeboten und bringt die Frauen im Saal zum Dahinschmelzen. Das Handtuch-Ballett der Kulturgruppe Hause sucht seines Gleichen, denn am großen Handtuch schwitzen Achim Klöckner und Manfred Hause, während sich Jörg Jächel auch mal nur mit einem Gästehandtuch zufrieden geben muss. Grazile Bewegungen und Fingerfertigkeit im Umgang mit dem Frotteestoff haben stürmischen Applaus und die Forderung nach einer Zugabe zur Folge. Nachdem sich aber letztendlich auch die letzte Frau im Saal wieder beruhigt hat, erscheinen nochmals drei gut aussehende und stramme Männer auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Schlawiner Toni Peter Pütz, Felix Hause, Jürgen Portugall, der krankheitsbedingt in diesem Jahr nicht dabei sein kann, und Norbert Weber bringen zu später Stunde noch einmal den Saal zum Kochen. In Wort und Gesang begeistern sie das Publikum und erklären ausführlich, was man mit Fisch so alles musikalisch anstellen kann. Auch die Erlebnisse mit zwei Eichhörnchen und die schwierige Erklärung zum Zusammenhang zwischen Hämorriden, Hybriden und Pyramiden verursacht beim närrischen Publikum nochmals Schnappatmung, bevor Norbert Weber in seiner legendären Glanzrolle als Fußballer „Theo“ die Stimmung auf den Höhepunkt treibt und die letzte Rakete des Abends gezündet wird.
Nun versammeln sich nochmals alle Aktiven zum Finale auf der Bühne und verabschieden sich mit Werther Liedern von ihrem tollen Publikum, was zu Evergreens wie „Dat Herz von der Welt ist unsre Insel“ oder „Mitten in dem Rheines Strome“ lautstark mitsingt. Somit geht ein wunderschöner und einzigartiger Lachmarathon von fast sechs Stunden zu Ende. Doch zum Gelingen einer solch tollen Show bedarf es auch vieler Aktiver und Helfer, die nicht im Rampenlicht stehen und die wir gern einmal näher vorstellen möchten. Doch bis dahin heißt es: Das war ne super tolle Show, darauf ein Niederwerth Helau.
Die drei Schlawiner Toni-Peter Pütz, Norbert Weber und Felix Hause.
Die Kulturgruppe Hause mit ihrem Handtuchtanz.
Der Spargeltarzan von Niederwerth, Thomas Stein. Fotos: Kai-Uwe Kopp
