CDU Weitersburg
Walzenmühle Bolkenius besichtigt
Weitersburg. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Weitersburger Betriebe kennenlernen“ hatte die Weitersburger CDU zur Besichtigung der Walzenmühle Bolkenius eingeladen. Das Interesse war riesengroß. Müllermeister Adolf Bolkenius konnte knapp 40 Teilnehmer begrüßen. Die Möglichkeit, aus erster Hand Informationen über die Herstellung des Mehls, dem wesentlichsten Bestandteil unseres Grundnahrungsmittels Brot zu erhalten, hatte offensichtlich das große Interesse geweckt. Aber auch das Kennenlernen der technischen Anlagen der inzwischen einzigen im Landkreis Mayen-Koblenz in Betrieb befindlichen Getreidemühle war allemal ein Besuch des Betriebes wert. Vor allem die anwesenden Kinder und Jugendlichen konnten nicht genug über das ausgeklügelte Zusammenspiel des über vier Stockwerke verteilten, für Laien sehr verwirrenden Räderwerks erfahren. Die Teilnehmer lauschten ganz gespannt den Ausführungen des Mühlenchefs Adolf Bolkenius (71), der den Betrieb in zweiter Generation führt. Als sogenannte „Lohn“-Mühle errichtet, hatte Josef Bolkenius, der Vater des jetzigen Betreibers, im Jahr 1933 die damals hochmodernen technischen Anlagen in Betrieb genommen.
„Lohnmühle“, das hieß: Alle großen und kleinen Landwirte aus Weitersburg und den umliegenden Ortschaften ließen dort ihr Getreide zu Mehl mahlen, um es dann selbst zu verarbeiten. Für die in Anspruch genommene Dienstleistung war ein Lohn zu entrichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der den technischen Anlagen der Mühle keine bedeutenden Schäden zugefügt und damit deren kontinuierliche Nutzung nicht beeinträchtigt hatte, änderten sich jedoch zunehmend die Adressen der Auftraggeber. Die Mühle erwarb nunmehr selbst das Getreide von den heimischen Landwirten, verarbeitete es auf eigene Rechnung, um die Mehlprodukte dann an regionale Bäckereien zu veräußern. Dieses Geschäftsmodell gilt bis zum heutigen Tag, wobei seit geraumer Zeit die Herstellung von Bio-Produkten im Vordergrund steht und deshalb zum Kundenstamm der Mühle auch sogenannte Bio-Läden gehören. Täglich werden circa eine Tonne Mehl oder andere Produkte hergestellt. Der einschlägige Markt ist heute, so Adolf Bolkenius, einem harten Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Die Walzenmühle Bolkenius habe sich aber dank zusätzlicher Produkt- und Handelsbereiche wirtschaftlich behaupten können. So sei vor über 25 Jahren an den Mühlenbetrieb ein Bio-Laden und ein Handelsbetrieb für Futtermittel, insbesondere für Heimtiere angegliedert worden. Adolf Bolkenius, seine Ehefrau und drei Weitersburger Frauen sorgen für die sachgerechte Durchführung aller anfallenden Arbeiten - zur Zufriedenheit der Kunden. Sehr zufrieden waren auch alle Teilnehmer über die vielfältigen Informationen des Müllers während der gut 90-minütigen Führung durch die Arbeits- und Produktionsräume und - über den leckeren, selbst gebackenen Kuchen, der den Besuchern zum Ende der Besichtigung von der Hausherrin und den Mitarbeiterinnen angeboten wurde. Die Weitersburger CDU sagt der Familie Bolkenius und deren Mitarbeiterinnen herzlich danke.
Pressemitteilung
der CDU Weitersburg
