Allgemeine Berichte | 14.01.2014

Erster Akademietag 2014 der Pallottiner Vallendar

„Wird der Gesprächsprozess gelingen?“

Auftaktveranstaltung der 38. Akademietage behandelte das Ringen um die Zukunft der katholischen Kirche

Rund 250 Gäste fanden den Weg zum ersten Akademietag 2014.Andreas Wiegand

Vallendar. „Anfangs hieß es noch, die Bischöfe laden zu einem ‚Dialogprozess ein‘. Was meint ‚Gespräch‘? Warum der Titelwechsel? Ist das nur eine Begriffsklauberei? Was meint ‚Prozess‘? Ist das ein Weg, auf dem man sich schrittweise annähert? Und: Was verstehen Menschen, die in einer demokratischen Gesellschaft aufwachsen und leben unter Dialog ‚auf Augenhöhe‘? Können sie das auch in der katholischen Kirche erwarten?“

Mit diesen kritischen Anfragen eröffnete Professor Dr. Manfred Belok, Pastoraltheologe an und Prorektor der Theologischen Hochschule Chur, Schweiz sein Grundsatz-Referat bei der Auftaktveranstaltung der Akademietage der Pallottiner Vallendar zum Thema „Wird der Gesprächsprozess gelingen? Ringen um die Zukunft der katholischen Kirche“.

Bei der Veranstaltung stand der von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in den Bistümern der Bundesrepublik Deutschland angestoßene Gesprächsprozess zur Diskussion. Dieser hat in Trier die konkrete Form einer Diözesansynode angenommen, deren erste Sitzungsperiode am 13. und 14. Dezember 2013 stattgefunden hat. Viele Synodale aus den Regionen Koblenz/Neuwied waren anwesend.

Der Gesprächsprozess gelinge nur, so Professor Manfred Belok, der im Auftrag der Pastoraltheologen-Konferenz von Anfang an am DBK-Gesprächsprozess teilnimmt, wenn Zusammenhänge hinterfragt werden dürfen. Für ihn ergibt sich daraus die eigentliche Kernfrage: „Auf der Basis welchen Kirchenverständnisses kommen die Gesprächs-Teilnehmer zusammen? Was heißt hier Kirche? Wer ist Kirche?“ Doch genauso wichtig sei die Frage nach den Kompetenzen (Rollen- sowie Fachkompetenzen) derer, die am Gesprächsprozess beteiligt sind.

Damit kommt der Pastoraltheologe zu folgendem Ergebnis: „Theologisch gesehen bringen beim DBK-Gesprächsprozess (und auch bei der Trierer Synode) alle Teilnehmenden die Kompetenz als Mitglieder des einen Volkes Gottes mit. Kirchenrechtlich gesehen aber haben nicht alle Teilnehmenden Entscheidungskompetenz, erst recht nicht in Fragen, welche die Zukunft der Kirche betreffen.“

Da unterscheide das Kirchenrecht sehr klar zwischen Kirchenvolk und dem Amt, das allein die Leitung in der Kirche innehat. Damit stelle sich die nächste Frage: „Warum werden Menschen motiviert, sich zu beteiligen, wenn sie zwar mitreden, aber in Dingen, die sie unmittelbar angehen nicht mit entscheiden dürfen?“

Mehr Beteiligung der Teilnehmer

Deshalb schlägt er im Hinblick auf das nächste Treffen des Gesprächsprozesses am 12. und 13. September vor, die Teilnehmer im Vorfeld an der Themenfindung und Gestaltung zu beteiligen und mehr Raum und Zeit für den Austausch untereinander zu geben, um die eigenen Fragen nach der Zukunft der Kirche einbringen zu können.

Christian Heckmann, Sekretär der Trierer Bistumssynode, berichtete als zweiter Referent aus der bistumsinternen Entwicklung. Die Synode im Bistum Trier will den „Ruf nach Inhalten“, dem Bischof Dr. Stephan Ackermann in vielen Gesprächen begegnet ist, aufgreifen, und eine Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu Christi, den Orten und Gelegenheiten ihrer Verkündigung und ihre Konfrontation mit der Welt von heute anregen.

Bezogen auf die von Manfred Belok genannte Kritik, nannte Christian Heckmann den ausdrücklichen Wunsch des Bischofs, die Synode möge sich als selbstständiges „Subjekt“ begreifen. Dies drücke sich laut Christian Heckmann etwa in der Wahl von zwei Moderatorinnen und zwei Moderatoren aus dem Kreis der Synodalen aus. „Die Synode wird ein geistlicher Prozess, indem die Synodalen ihre eigenen Interessen zurücknehmen, sich nicht als Lobbyisten der eigenen Region, der eigenen Berufsgruppe oder des eigenen Verbandes verstehen, sondern sich in einem gemeinsamen Hören und Sehen einüben“, sagte Christian Heckmann.

Eine der am meisten geäußerten Erwartungen an die Synode sei laut Christian Heckmann die Frage an die Verbindlichkeit. „Niemand hat Interesse an unverbindlicher Beratung, am wenigsten die, die ihre Zeit in den nächsten zwei Jahren in die Beratungen investieren“, merkte Christian Heckmann an. „Weder haupt- noch ehrenamtliche arbeiten in der Kirche auf ’eigene Rechnung‘.“ Es gehe vielmehr um den gemeinsamen Auftrag. Und dieser werde in Trier konkret in Gang gesetzt.

Professorin Dr. Hildegund Keul, Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn, gab Impulse aus Sicht der Frauenpastoral. Ihre These lautet: „Aufbruch bedeutet Ortswechsel, der tragfähiger Visionen bedarf.“ Dazu dürften die Brüche der Gegenwart nicht geleugnet und verdrängt, sondern vielmehr gezielt wahrgenommen und benannt werden, wo gerade darin neues Leben aufbrechen will. Die Zeichen der Zeit sollen als Zeichen der Hoffnung angesehen und miteinander geteilt werden, damit Leben wachsen kann.

Im Anschluss an die Referate folgte eine lebendige Diskussionsrunde zu den Themen Jugend und Kirche, Frauen in der Kirche sowie Synode und pastoraler Alltag.Pressemitteilung

Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

V.l.: Professor Dr. Manfred Belok/Theologische Hochschule Chur; Professor Dr. Joachim Schmiedl ISch/PTHV und Moderator der Diskussion; Christian Heckmann/Sekretär der Trierer Bistumssynode; Professorin Dr. Hildegund Keul/Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn, stellten sich den Fragen der Gäste.

V.l.: Professor Dr. Manfred Belok/Theologische Hochschule Chur; Professor Dr. Joachim Schmiedl ISch/PTHV und Moderator der Diskussion; Christian Heckmann/Sekretär der Trierer Bistumssynode; Professorin Dr. Hildegund Keul/Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn, stellten sich den Fragen der Gäste.

Rund 250 Gäste fanden den Weg zum ersten Akademietag 2014.Fotos: Andreas Wiegand

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Monatliche Anzeige
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Die SGD Nord führt in ihrer Funktion als Obere Wasserbehörde regelmäßig Gewässerschauen durch. Ende März war der Nothbach an der Reihe.
17

Kobern-Gondorf. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord führte Ende März eine zweitägige Gewässerschau des Nothbachs nach § 101 Landeswassergesetz durch. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz sowie der Verbandsgemeinden Maifeld und Rhein-Mosel nahm sie den etwa 14 Kilometer langen Abschnitt von der Quelle bis zur Mündung in die Mosel unter die Lupe.

Weiterlesen

Trophäe Deutscher Tierschutzpreis.
22

Region. Menschen, Vereine oder Projekte, die sich für den Tierschutz stark machen, können sich zwischen dem 1. April und 17. Mai 2026 für die Auszeichnung mit dem Deutschen Tierschutzpreis bewerben oder von anderen vorgeschlagen werden. Der Deutsche Tierschutzbund verleiht den Preis - unterstützt von den Tiernahrungsmarken Whiskas und Pedigree - am 19. November bei einer feierlichen Gala im Berliner Humboldt Carré.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
24

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
11

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
284

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
Titel
Osterangebot
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Rund ums Haus
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige