Frauen machen 71 Prozent aller Teilzeit- und Mini-Jobs im Rhein-Sieg-Kreis
Besonders Frauen sind von prekärer Beschäftigung betroffen
Rhein-Sieg-Kreis. Im Rhein-Sieg-Kreis haben Frauen die schlechteren Jobs. Sie arbeiten lediglich Teilzeit, haben nur einen Mini-Job oder sind Leiharbeiterinnen. 71 Prozent aller nicht-regulären Jobs im Landkreis wurden im vergangenen Jahr von Frauen erledigt. Ganz anders sieht es dagegen bei den Vollzeit-Stellen aus: Hier lag der Frauenanteil bei 33 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Sie beruft sich dabei auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur „atypischen Beschäftigung“. „Immer mehr Frauen werden in unsichere und niedrig bezahlte Jobs gedrängt“, sagt Mohamed Boudih. Für den Geschäftsführer der NGG Köln ist das eine „gefährliche Entwicklung“. Besonders stark hat die Teilzeit-Beschäftigung bei Frauen zugenommen. Vor gut zehn Jahren arbeiteten im Rhein-Sieg-Kreis laut Studie noch etwa 17.900 weibliche Beschäftigte in Teilzeit. Im letzten Jahr waren es bereits rund 31.300. „Es ist längst nicht so, dass die meisten Frauen freiwillig weniger arbeiten. Viele finden einfach keine Vollzeit-Anstellung mehr – im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen“, erklärt Boudih. Dies zeige, dass auf dem Arbeitsmarkt im Rhein-Sieg-Kreis „grundsätzlich etwas im Argen liegt“, so der Gewerkschafter. Gerade im Gastgewerbe oder in der Bäckerbranche hätten weibliche Beschäftigte immer seltener die Chance auf einen regulären Job. Stattdessen setzten viele Chefs auf Mini-Jobs, um Steuern und Sozialabgaben zu sparen. „Die Folge ist Altersarmut. Schon heute haben viele Rentnerinnen damit zu kämpfen. Denn Frauen, die ihr Leben lang nur in prekären Jobs gearbeitet haben, bleibt nur eine Mini-Rente. Dazu kommen geringere Beiträge durch Elternzeit“, sagt Mohamed Boudih. Es sei nicht hinnehmbar, dass es ausgerechnet alleinerziehende Mütter so schwer hätten, wieder mit einem normalen Job ins Berufsleben zurückzukehren. „Viele Unternehmen im Rhein-Sieg-Kreis denken bei einer Bewerberin automatisch an Teilzeit, Mini-Job und Befristung“, beklagt der NGG-Geschäftsführer. Die NGG Köln fordert eine deutliche Umkehr auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Mohamed Boudih: „Frauen brauchen nicht mehr Jobs auf Zeit und Zitter-Verträge, sondern mehr reguläre Stellen, von denen sie gut leben können. Weniger Stunden zu arbeiten, muss ihre freie Entscheidung sein. Teilzeit und Mini-Jobs dürfen nicht zum Normalfall werden.“ Die aktuellen Zahlen seien ein Warnsignal an Arbeitgeber und Politik. Wer jetzt nichts unternehme, der riskiere eine neue „weibliche Armut“.
Mohamed Boudih von der NGG Köln warnt vor einer neuen „weiblichen Armut“.Foto: NGG
RegioMAGAZIN
Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.
- 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
- Neue Ausgabe jeden Tag
- Für unterwegs gemacht
Astrologische Vorschau für die KW XX: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen
Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 19. bis 25. Oktober – zwischen Herzensangelegenheiten und neuen Chancen
Die Woche vom 19. bis 25. Oktober 2026 bringt Bewegung in festgefahrene Situationen, überraschende Erkenntnisse und die eine oder andere Herausforderung. Während sich in der Liebe neue Türen öffnen können, verlangen berufliche Aufgaben nach Geduld, Weitblick und einer guten Portion Durchhaltevermögen. Auch die Gesundheit verdient besondere Aufmerksamkeit: Wer zu viel auf einmal erledigen möchte, könnte schneller an die eigenen Grenzen stoßen.
Weiterlesen
Wie steht Ihr zu dem Thema?
Umfrage: Ab heute gilt ein Alkoholverbot an Bahnhöfen: Richtig oder geht das zu weit?
Region. Die Deutsche Bahn führt bundesweit ein Alkoholkonsumverbot an ihren Bahnhöfen ein, um die Sicherheit von Mitarbeitenden und Reisenden zu erhöhen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise an rund 5.400 Bahnhöfen und soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein - und somit heute. Grundlage dafür ist das Hausrecht der DB.
Weiterlesen
Arbeitsgruppe „Weingarten an der Balduinbrücke“ gestartet
LützelAktiv e. V. bringt Menschen zusammen
Koblenz-Lützel. Zehn Menschen haben sich am Mittwochabend zum ersten Planungstreffen für den „Weingarten an der Balduinbrücke“ getroffen und eine Arbeitsgruppe gebildet.
Weiterlesen