Allgemeine Berichte | 03.09.2015

9. Wachtberger Kulturwochen endeten erfolgreich

Bravo! Standing Ovations zum Schluss

Liederabend mit Peter Bortfeldt, Frederik Schauhoff, Andrea Graff und Nico Heinrichs. Gemeinde Wachtberg

Wachtberg-Gimmersdorf. Drei Wochenenden, zwei Wochen: Schon gingen die diesjährigen Wachtberger Kulturwochen ihrem Ende entgegen. Und ganz zum Schluss punktete das Programm nochmals mit einem echten Highlight - dem Abschlusskonzert, das unter „Bilder einer Ausstellung“ einen ‚romantisch-musikalisch-bildreichen Abend‘ versprach.

Bilder einer Ausstellung

Das Konzert fand, wie auch schon das Eröffnungskonzert, in den herrlichen Atelierräumen des Künstlers Michael Franke in Gimmersdorf statt. Dessen Galerie offenbarte die künstlerische Seite des Abends. Ganz dem Titel der Veranstaltung folgend reihte sich ein beeindruckendes, imposantes Bild des international bekannten Künstlers an das nächste – Bilder einer Ausstellung. Dies griff Gastgeber Michael Franke dann auch in seiner Begrüßungsrede auf. Ein Großteil der ausgestellten Werke sei seinem Zyklus „Àntron – Etruskische Gottheiten zwischen Unterwelt und Ekstase, Bildwerdung Europas“ entnommen, dem im letzten Jahr im Palazzo Pubblico in Siena eine große Ausstellung gewidmet gewesen sei. Zurzeit arbeite er an einem neuen Thema, einen Titel verriet er noch nicht, jedoch fiel bereits ein übergroßes neues Werk Frankes auf, das hoch aufschäumende Meereswogen darstellt. Ein Surferlebnis, bei dem er von einer großen Welle erfasst worden sei, habe ihn zu diesem Bild inspiriert. Rechtzeitig zum Abschlusskonzert sei es fertig geworden, verriet er später. Darüber, und dass in seinem Atelier nicht nur das Eröffnungskonzert stattgefunden habe, sondern jetzt auch die Abschlussveranstaltung anstehe, freute sich Michael Franke sehr und wünschte allen gute Unterhaltung bei dem anschließenden musikalischen Liederabend.

Ich wollt', ich wär ein Mann… Ich wollt, ich hätt ‘nen Mann

Das junge Sängerensemble um Andrea Graff (Sopran), Nico Heinrich (Tenor) und Frederik Schauhoff (Bariton) wurde am Klavier begleitet von Peter Bortfeldt. Gleich zu Anfang bewies die Sopranistin ihr Können und ließ dabei ihren ganzen Charme spielen. Keck und frisch sang sie die Arie der Marie „Wir armen, armen Mädchen“ aus Albert Lortzings „Waffenschmied“, in der sich diese wünscht, ein Mann zu sein, um dann mit dem Versprecher zu amüsieren „…ich wollt, ich hätt‘ ‘nen Mann“. Bortfeld, der danach gekonnt die Moderation übernahm, erklärte, das Programm beinhalte Musik aus einem engen Zeitfenster, die der 1840er und 1850er Jahre, einzige Ausnahme sei der „Freischütz“ von Carl Maria von Weber, der rund 30 Jahre früher entstanden ist. In den Liedern gehe es um die Wirren der Lieben, um lustige Verwechslungen, Verkleidungen, aber auch um tragisch endende Verliebtheiten. Nico Heinrich trug die Arie des Lyonel „Ach so fromm, ach so traut“ aus Friedrich von Flotows „Martha“ ebenso gekonnt vor, wie nach ihm Frederik Schauhoff die Arie des Grafen Eberbach „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ aus Lortzings „Wildschütz“. Aus dem Freischütz gaben anschließend Graff die Arie des Ännchens „Kommt ein schlanker Bursch“ und Heinrichs die Arie des Max „Durch die Wälder, durch die Auen“ zum Besten. Schauhoff brillierte darauf mit der Richard Wagners „Tannhäuser“ entnommenen Arie des Wolfram „Lied an den Abendstern“, in dem dieser den Verlust einer geliebten Frau beklagt, die für einen anderen Mann stirbt. Um tragische Gefühle ging es auch beim nächsten Programmpunkt. Mit dem Duett von Elsa und Lohengrin „Das süße Lied verhallt“ aus Richard Wagners „Lohengrin“ stellten Graff und Heinrichs ihr Gesangstalent erneut unter Beweis. Es war eine Freude, den beiden zuzuhören und zuzusehen. Wieder lustiger, mit Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“, aus der Graff die Arie der Frau Fluth „Nun eilt herbei … Witz heitre Laune“ mit viel Witz und Esprit vortrug, wurden die Zuhörer in die Pause entlassen.

Liebchen, komm zu mir

Der zweite Teil des Liederabends, der übrigens vom Verein Kunst und Kultur in Wachtberg großzügig gefördert wurde, war Liedern von Richard Strauss, Robert Schumann, Franz Schubert, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Felix Mendelssohn-Bartholdy gewidmet. Heinrichs überzeugteunter anderem mit Strauss‘ „Des Dichters Abendgang“ und „Allerseelen“ sowie mit Brahms‘ „Von waldbekränzter Höhe“. Graff begeisterte unter anderem mit Strauss‘ „Wiegenlied“ und „Der Mond“ von Mendelssohn-Bartholdy. Schauhoff gefiel mit seinen Interpretationen von Liedern aus Schumanns „Dichterliebe“, unter anderem mit dem sehr schönen „ich will meine Seele tauchen“, und mit Liedern aus Schuberts „Schwanengesang“, von denen er mit „Ständchen“ die Zuhörer besonders bezauberte. „Leise fliegen meine Lieder durch die Nacht zu Dir … Liebchen, komm zu mir“. Mit Standing Ovations verabschiedeten die rund zweihundert Gäste die jungen Musiker. Eine Zugabe gab es schließlich auch, wobei, wie Bortfeldt sagte, es recht schwierig gewesen sei, ein Stück für alle vier gemeinsam zu finden. Was dann aber folgte, Gesang gepaart mit Liebe, Verwechslung und den Tücken des Lebens, war Musik und Spaß „at it‘s best“. Bürgermeisterin Renate Offergeld dankte den Musikern für dieses tolle Konzert, Michael Franke für dessen Gastfreundschaft und allen Mitwirkenden der diesjährigen 9. Wachtberger Kulturwochen für ein rundum gelungenes Kultur-Event. „Wir können stolz auf diese Kulturwochen sein!“, zog sie ein allseits bejubeltes Fazit und damit endeten die diesjährigen Wachtberger Kulturwochen.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Liederabend mit Peter Bortfeldt, Frederik Schauhoff, Andrea Graff und Nico Heinrichs. Foto: Gemeinde Wachtberg

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