Allgemeine Berichte | 24.09.2015

Dorfgemeinschaft Villiprott

Der Rödder Treff ist nun eröffnet

Vorstand, Vermieter und ein Teil der am Projekt beteiligten Rödder freuen sich über das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit.privat

Villiprott. Autofahrer wundern sich über die Straßensperrung an der Ecke Burgstraße/Dorfstraße in Villiprott. Dahinter sieht es nach Volksfest aus. Tische und Bänke stehen auf der Straße, es wird gegrillt, es gibt Getränke. Wer das Fenster herunterkurbelt, hört leise Töne einer Jazzgitarre durch die obere Dorfstraße schwingen. Wer neugierig wird, das Auto abstellt und sich die Sache näher ansieht, merkt schnell: Hier wird etwas Besonderes gefeiert. Die Dorfgemeinschaft Villiprott nimmt nach nur zehnmonatiger Umbauphase den Rödder Treff in der Dorfstraße 24 in Betrieb. Dabei handelt es sich um eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, einen Treffpunkt für alle Villiprotter. Die Dorfgemeinschaft will damit für mehr Nachbarschaft im Dorf und für mehr Dorfgemeinschaft im Alltag sorgen, erläutert Vorstandsmitglied Jens Fitzke in seiner Begrüßungsansprache.

Die Idee für das Projekt stammt aus dem Sommer des vergangenen Jahres, als die Dorfgemeinschaft am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen hat. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung im September 2014 hat per Beschluss die Grundlage für den Dorftreff geschaffen. Etwa zur selben Zeit wurde der Dorfgemeinschaft das Haus Dorfstraße 24 zur Miete angeboten.

Dann ging alles sehr schnell, erzählt Michael Wulff, ebenfalls Vereinsvorstand: „Die Verhandlungen zum Mietvertrag waren sehr unkompliziert und schnell über die Bühne gebracht. Wir konnten schon im November mit den Renovierungsarbeiten beginnen und uns um weitere Sponsoren kümmern.“

Schon im Rahmen des Erntedankfestes 2014 war eine beachtliche Summe an Spenden für das Projekt zusammengekommen. Die Gespräche mit der Gemeinde und der Volksbank führten schließlich dazu, dass ein guter Teil der Investitions- und der laufenden Kosten nicht zu Lasten der Dorfgemeinschaftskasse gehen. Obwohl auch das funktioniert hätte, aber so können die Aktivitäten im Rödder Treff besser unterstützt werden.

Der Bautrupp hat von Oktober 2014 bis jetzt mindestens 1000 Arbeitsstunden in die Renovierung des Hauses gesteckt, erzählt Vorstandsmitglied Reiner Saam. Die größten Brocken waren dabei der Umbau der sanitären Anlagen, die Renovierung von Fußböden und Treppe, der Einbau neuer Fenster, einer neuen Küche und der neuen Heizungsanlage. Dass die Dorfgemeinschaft so schnell fertig geworden ist, hat sie nur der freiwilligen Mitarbeit und der Fachkenntnis der Beteiligten zu verdanken.

In den abschließenden Monaten des Umbaus ist dann auch das Programmteam tätig geworden und hat in kürzester Zeit und mit vielen guten Ideen den Veranstaltungskalender für den Rödder Treff gefüllt. Da ist mit Yoga-Kurs, Bastelnachmittagen, Erzähl-Cafe, offenem Treffpunkt, „Kicker und Co“ für jeden und für jede Altersgruppe was dabei , freut sich Barbara Bongardt mit Blick auf den Programmflyer, der noch am Wochenende an alle Haushalte in Villiprott verteilt wurde.

In ihren Grußworten sind sich Bürgermeisterin Renate Offergeld und Volksbank-Vorstand Josef Honnef darin einig, dass hier etwas Besonderes geschaffen wurde und dass die Unterstützung durch Gemeinde beziehungsweise Bank mehr als gerechtfertigt seien. Auch Ulf Hausmanns als Vertreter des Koordinationskreises der Wachtberger Heimat- und Brauchtumsvereine lobte das ehrenamtliche Engagement der Villiprotter.

Die etwa 150 Gäste der Einweihungsfeier nahmen die Gelegenheit wahr, das liebevoll renovierte alte Bauernhaus anzuschauen und mit den Beteiligten des Bautrupps und des Programmteams zu sprechen.

Dazu gab es Bilder von den Umbauarbeiten und ein Buffet mit Finger Food, zu dem alle etwas mitgebracht hatten. Draußen spielte Igor Lazarev noch ein paar Jazz-Standards auf seiner Gitarre, so dass der Abend mit dem schönen Gefühl ausklingen kann, etwas geschafft zu haben. Und mit der frohen Erwartung, dass nun bald Leben in den Rödder Treff kommt.

Die Dorfgemeinschaft Villiprott setzt sich seit 40 Jahren für Gemeinsinn und Nachbarschaft in Villiprott ein. Sie organisiert die jährlichen Feierlichkeiten zum 1. Mai, zu Erntedank, Sankt Martin und Advent. Ziel ist es, durch gemeinsame Arbeiten und Feiern dafür zu sorgen, dass sich die Dorfbewohner untereinander kennen und sich mit ihrem Wohnstandort Villiprott in Wachtberg identifizieren.

Vorstand, Vermieter und ein Teil der am Projekt beteiligten Rödder freuen sich über das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit.Foto: privat

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