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Rundgang zur Fritzdorfer Geschichte am Wochenende

Eine nostalgische Zeitreise zurück zu den Anfängen des Fritzdorfer Holzhandwerks

Im Rahmen der Wachtberger Kulturwochen stellen sich die Fritzdorfer Treppenbauer gemeinsam der Öffentlichkeit vor - Rundgänge am 15. und 16. August

12.08.2015 - 16:22

Fritzdorf. Was die Baumschulen für Meckenheim und die Töpfer für Adendorf sind, das waren für Fritzdorf lange Zeit die „Treppenbauer“. Die Anfänge dieses Berufszweigs gehen auf das Jahr 1851 zurück, als drei Brüder mit Namen Drodten, die in Fritzdorf schon lange als Schreiner arbeiteten, sich auf den Treppenbau spezialisierten und sich in der Schmiedegasse 11 ansiedelten. Anlässlich der Wachtberger Kulturwochen stellen sich die Fritzdorfer Treppenbauer an diesem Wochenende erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit vor. An beiden Tagen wird es geführte Rundgänge zu den noch aktiven Schreinereien und Holz verarbeitenden Betrieben, aber auch zu historischen Orten und Gebäuden geben. Darüber hinaus hat Wolfgang Kündgen eine 36-seitige Dokumentation der Treppenbauer und des Holzhandwerks verfasst, in der fast 30 Betriebe der letzten 150 Jahre in Fritzdorf und Arzdorf aufgeführt sind.


550 Einwohner in 80 Häusern


Fritzdorf hatte um 1850 rund 550 Einwohner, die in etwa 80 Häusern wohnten. Die Bevölkerung bestand überwiegend aus mittleren und kleineren Bauern sowie Tagelöhnern. An Handwerks- und Gewerbebetrieben waren nur die in den Dörfern üblichen Schmiede, Zimmerer, Schneider, Schuster, Wirte und Ähnliches vorhanden, die aber auch alle noch im Nebenerwerb Landwirtschaft betrieben. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten andere Berufe, besonders der Schreiner auf.

Die stetigen Bautätigkeiten in den Städten und auf dem Land bis hin zur Weltwirtschaftskrise und zur Währungsreform ließen viele Neugründungen von Schreinereien in Fritzdorf zu. Im Jahre 1929 gab es im Ort schon mindestens neun Schreinereien, ein Sägewerk, einen Stellmacher und Wagenbauer sowie die Stellmacherei, Sägewerk und Holzhandlung Schmitz. Zu Beginn der 1960er Jahre waren es zehn Schreinereien in Fritzdorf, zwei in Arzdorf und das Sägewerk. Wurden in den Anfangsjahren auch Möbel angefertigt, so spezialisierten sich die meisten Betriebe mittlerweile auf den Treppenbau und die Fertigung von Fenstern und Türen. Über 40 Handwerker waren zeitweise in den Schreinereien tätig, und mancher Landwirt verdiente sich bei den Betrieben in den Wintermonaten ein Zubrot.


Die wenigsten auswärts Arbeitenden im Amtsbezirk Meckenheim


1952 veröffentlicht das Amt Meckenheim folgende Zahlen: Fritzdorf hatte 658 Einwohner in 166 Familien. Die wenigsten auswärtig Arbeitenden im Amtsbezirk hatten Fritzdorf mit 7,4 und Adendorf mit 9,8 Prozent, hier machte sich das heimische Gewerbe mit Treppenbau und Töpfereien bemerkbar. In Merl hingegen arbeiteten zum Beispiel 27 Prozent der Bevölkerung auswärts. Die Nähe der Bundeshauptstadt Bonn hatte sich, was die Arbeitskräfte von Fritzdorf betrifft, noch nicht bemerkbar gemacht. Der Wiederaufbau kurbelte die Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg an, und in der Bautischlerei fanden die meisten Betriebe ihren Arbeitsschwerpunkt. Das Ende dieses Baubooms Anfang der 1970er Jahre brachte jedoch viele Betriebsinhaber dazu, sich mit dem Innenausbau ein zweites wirtschaftliches Standbein aufzubauen.

Da der Markt im Treppenbau immer umkämpfter wurde, verpassten es einige Betriebe, sich auf die neue Situation einzustellen. 1983 gab es noch sieben Fritzdorfer Schreinereien und Treppenbauer und zwei in Arzdorf. In den 1990er Jahren kam erste Konkurrenz aus Osteuropa, die billige Treppen nach Maß anfertigten, diese aber von einheimischen Montagefirmen einbauen ließen. Das war das Ende von hochwertigen, handwerklich hergestellten Treppen. Ein Betrieb nach dem anderen machte dicht. War es die Frage über die Nachfolge oder wollte man nicht mehr in neue Maschinen investieren? Jetzt spezialisierten sich die übrig gebliebenen Firmen unter anderem auf den Denkmalschutz, planten und bauten Treppen in Villen, Burgen und Schlösser, restaurierten alte Treppen und „entknarrten“ sie.


Drei Schreinereien und das Sägewerk sind noch aktiv


Derzeit gibt es laut Tischler-Innung Bonn/Rhein-Sieg in Fritzdorf und Arzdorf noch drei aktive Schreinereien: Netterscheidt & Seidel, Peter Schmitz und Sohn, Treppenbau Kläser – und das Sägewerk Schmitz. Zu ihnen und zu einem Dutzend weiteren Sehenswürdigkeiten führt der „Fritzdorfer Rundgang“ an diesem Wochenende. Er startet am Samstag, 15. August um 15:30 und um 17 Uhr sowie am Sonntag, 16. August, um 12, 14 und 16 Uhr. Treffpunkt ist jeweils auf der Gelände des Sägewerks Schmitz in der Schmiedegasse 12.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Was machen eigentlich die Politikdarsteller und die sogenannten Aktivisten, wenn der aktuelle Klimawandel doch nicht menschengemacht ist? Die Beweislage dahingehend verdichtet sich zusehends!
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
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