Dorfflohmarkt Pech Erfolg
Erster Dorfflohmarkt in Pech trotz Regen mit großer Nachbarschaftsgemeinschaft
aus Wachtberg
Pech. Regen, Regenschirme und ganz viel Nachbarschaft
Erster Dorfflohmarkt in Pech wird trotz schlechten Wetters zum Erfolg.
Der Himmel über Pech hatte am Sonntag, 20. September, offenbar andere Pläne als die Organisatoren des ersten Dorfflohmarkts. Statt spätsommerlichem Flohmarktwetter gab es immer wieder Regen. Doch wer glaubte, dass damit auch die Stimmung im Dorf ins Wasser fallen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Rund um den ersten Dorfflohmarkt zeigte sich vielmehr, wie erfinderisch Nachbarschaft sein kann. Wo ursprünglich Verkaufsstände in Vorgärten, Einfahrten und Garagen geplant waren, entstanden innerhalb kürzester Zeit wetterfeste Alternativen. Pavillons wurden aufgebaut, Planen gespannt und mehrere Regenschirme nebeneinander befestigt. Mancher Flohmarkt zog kurzerhand ins Haus um und verwandelte Flure und Garagen in kleine Indoor-Trödelmärkte.
Die ursprünglich als Erkennungszeichen vorgesehenen Luftballons bekamen dabei ungeplante Konkurrenz. Ein Freund der Organisatorin brachte die Situation mit Humor auf den Punkt: „Heute kann man sich eigentlich ganz gut an den bunten Regenschirmen orientieren statt an den Luftballons.“
Die Pecher ließen sich vom Regen nicht aufhalten
Das schlechte Wetter sorgte zwar dafür, dass weniger Besucher von außerhalb den Weg nach Pech fanden als erhofft. Im Ort selbst tat dies der Motivation jedoch kaum Abbruch. Viele Pecherinnen und Pecher zogen trotzdem los, gingen von Grundstück zu Grundstück, stöberten unter Pavillons und Regenschirmen und nutzten den Tag vor allem für eines: Begegnungen.
Und genau darin lag am Ende vielleicht der größte Erfolg des Dorfflohmarkts.
Die Organisatorin erhielt nach der Veranstaltung mehrere Nachrichten von Teilnehmenden und Besuchern. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass nicht der Umsatz oder die Zahl der verkauften Gegenstände im Mittelpunkt standen.
„Mir wurde mehrfach geschrieben, dass gerade das Zwischenmenschliche und die Begegnungen besonders schön waren“, berichtet Jenny. „Menschen sind miteinander ins Gespräch gekommen, Nachbarn haben sich besucht und teilweise ganz neu kennengelernt. Genau das war eines der Ziele hinter der Idee.“
Der Dorfflohmarkt sollte von Anfang an mehr sein als eine Gelegenheit, Keller und Dachböden auszuräumen. Die Verkaufsstände waren bewusst über das gesamte Dorf verteilt. Die Teilnehmer boten ihre Sachen auf den eigenen Grundstücken, in Vorgärten, Einfahrten und Garagen an. Besucher mussten sich also durch Pech bewegen – und begegneten dabei zwangsläufig auch einander.
Aus schlechtem Wetter wurde Gemeinschaft
Gerade der Regen schien diesen Gedanken am Ende sogar noch zu verstärken. Unter Pavillons wurde enger zusammengerückt, in Garagen länger miteinander gesprochen und dort, wo eigentlich nur schnell gestöbert werden sollte, entstanden Gespräche.
„Natürlich hätten wir uns Sonnenschein gewünscht“, sagt Jenny. „Aber rückblickend war es trotzdem ein erfolgreicher Tag für Pech. Vielleicht sogar auf eine andere Art, als wir ursprünglich gedacht hatten.“
Dass so viele Teilnehmer trotz Wetterprognose ihre Stände aufbauten und improvisierten, sei keineswegs selbstverständlich gewesen. Einige entwickelten am Morgen kreative Lösungen, um ihre Waren trocken zu präsentieren. Andere machten aus ihrem Hausflur spontan eine kleine Verkaufsfläche.
Damit bewies Pech vor allem eines: Trödeln funktioniert auch bei Regen – wenn die Nachbarschaft mitmacht.
Die Premiere soll keine einmalige Sache bleiben
Für die Organisatorin steht deshalb bereits fest, dass es nicht bei diesem ersten Dorfflohmarkt bleiben soll.
Die Erfahrungen aus der Premiere werden nun gesammelt und ausgewertet. Was hat gut funktioniert? Wo gab es Verbesserungsmöglichkeiten? Welche Ideen können bei einer Neuauflage umgesetzt werden?
Einige neue Gedanken hat Jenny bereits im Kopf. Welche davon tatsächlich umgesetzt werden, soll sich in den kommenden Monaten zeigen.
Der wichtigste Entschluss ist allerdings schon gefallen:
Der Dorfflohmarkt soll wiederkommen.
Und auch dafür findet die Organisatorin eine passende Erklärung: „Wenn etwas zweimal stattfindet, kann man doch schon anfangen, von einer Tradition zu sprechen.“
Nach einem ersten Dorfflohmarkt mit Regen, Planen, improvisierten Indoor-Ständen und vielen Begegnungen dürfte einer zweiten Ausgabe zumindest eines nicht fehlen: die Vorfreude.
Und vielleicht zeigt sich beim nächsten Mal dann auch das Wetter etwas traditionsbewusster.
Denn der 20. September hat gezeigt: Selbst wenn das Wetter Pech bringt, kann für die Dorfgemeinschaft etwas richtig Schönes daraus entstehen.
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Dorfflohmarkt Pech Foto: ja