Allgemeine Berichte | 07.05.2013, 12:51 Uhr

Agenda-Arbeitskreis „Naturnahe Gärten in Wachtberg“

Gartenhecken naturnah gestalten

Vielfalt statt Kirschlorbeer

Hecke aus Wolligem Schneeball - Lebensraum für Kleintiere. Privat
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Wachtberg. Sauber und ordentlich sieht er aus mit seinen dunkelgrün-glänzenden Blättern. Das ganze Jahr schützt sein immergrünes Laub vor neugierigen Blicken. Im Herbst gibt es keinen lästigen Laubfall - die ideale Heckenpflanze! Oder? Immer häufiger werden Gärten von schnellwachsenden Kirschlorbeerhecken (Prunus laurocerasus) umsäumt. Aber: Die aus Kleinasien stammende Pflanze mag praktisch und pflegeleicht sein - für einheimische Vögel und Insekten hat sie als Nahrungsquelle keinen Wert. Über Generationen hinweg haben sie Nahrungserwerb und -verwertung der hiesigen Vegetation angepasst. Das Laub des Kirschlorbeers ist zudem blausäurehaltig und schwer kompostierbar. Es ist zu befürchten, dass er sich,- wie in angrenzenden Nachbarländern bereits zu beobachten, als Neophyt rasch ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt. Zunehmend wild entsorgte Gartenabfälle beschleunigen diese Entwicklung.

Berkumer Schaugarten zeigt Alternativen

Im öffentlich zugänglichen Schaugarten hinter dem Rathaus präsentiert der Agenda-Arbeitskreis für „Naturnahe Gärten in Wachtberg“ eine große Auswahl alternativer heimischer Heckengehölze: Hartriegel, Liguster, Heckenkirsche, Holunder, Schlehe und Weißdorn, Strauchrosen und Schneebälle, Berberitze und viele andere können als Schnitt- oder freiwachsende Hecke angepflanzt werden (siehe: Broschüre „Der naturnahe Schaugarten in Wachtberg“, erhältlich im Rathaus Berkum). Diese Laubgehölze präsentieren sich je nach Jahreszeit durch wechselnde Blüten-, Laub- und Fruchtfarben anders und bieten selbst im Winter einen gewissen Sichtschutz. Einmal angewachsen, sind sie pflegeleicht und robust: Haben sie sich doch,- im Gegensatz zu exotischen Importgehölzen, unseren Standortverhältnissen optimal angepasst.

Lebensraum zurückgeben

Eine solche Vielfalt ist Tummelplatz für Kleintiere, Vögel und Insekten. Hier finden sie Nahrung und Lebensraum. Der Gärtner freut sich an Gezwitscher und Gesang der Vögel und kann mit Stolz „seine“ Natur beobachten. Sind wir es unserer Umwelt nicht auch schuldig, etwas von dem zurückzugeben, was wir durch zunehmende Bebauung und Zersiedelung zerstören?

Vormerken: „Tag der Offenen Gartenpforte“ im Schaugarten

Wer Fragen zum naturnahen Gärtnern hat und Beispiele sehen möchte, ist herzlich eingeladen: Im Rahmen des Tages der Offenen Gartenpforten am Samstag, 22. Juni, von 14 bis 17 Uhr, sind Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises für „Naturnahe Gärten in Wachtberg“ im Schaugarten hinter dem Berkumer Rathaus anwesend und freuen sich über interessierte Besucher. Info über Frau Aufderheide, Tel. (02 28) 32 63 63, Agenda-Arbeitskreis „Naturnahe Gärten in Wachtberg“.

Hecke aus Wolligem Schneeball - Lebensraum für Kleintiere. Foto: Privat

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