Allgemeine Berichte | 19.08.2015, 15:34 Uhr

Neue Initiative des Partnerschaftsvereins Wachtberg

Praktika für Schulabgänger und Studenten aus den Partnerstädten

Lucia Sonsogno und Pauline Maillard, 3. und 4.v.l., Gasteltern, die Vereinsvorsitzenden Bernadette Conraths und Friedrich Oettler, 2. und 3. v.l., Bürgermeisterin Renate Offergeld, mittlere Reihe 3.v.r., und Beigeordneter Jörg Ostermann, l.Gemeinde Wachtberg
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Wachtberg. In diesem Sommer pilotiert der Partnerschaftsverein Wachtberg mit Unterstützung der Gemeinde Wachtberg eine neue Aktivität: Schulabsolventen und junge Studenten aus Italien und Frankreich können bei Wachtberger Unternehmen und Organisationen mit Praktika und Ferienjobs eine erste Arbeitserfahrung im Ausland sammeln.

Weiterer Vorteil: sie wohnen bei Mitgliedern des Vereins, was eine gute Integration und Unterstützung gewährleistet. Vier junge Leute aus Italien und Frankreich haben sich in diesem Juli und August kurz entschlossen auf die Reise ins Drachenfelser Ländchen gemacht: Pauline Maillard, 18, eine Französin aus der Partnergemeinde Villedieu du Clain, unterstützt das Team im Kindergarten des Familienzentrums Villip. Aus der italienischen Partnergemeinde Bernareggio kommender 17-jährige Luca Besana, der beim Obsthof Auen arbeitet, die ebenfalls 17-jährige Lucia Sonsogno, die im Hotel Dahl hilft, und Leonardo Restifo. Er arbeitete im Juli vier Wochen im Obsthof Schneider.

Initiative ergänzt umfangreiches Austauschprogramm

Mit dieser Initiative schließt der Partnerschaftsverein Wachtberg sozusagen eine „Alterslücke“ in seinen trinationalen Programmangeboten: Neben dem Austausch der Grundschüler mit Eltern, sie waren im April in Wachtberg, der zwölf bis 14-jährigen in einem Zeltcamp ebenfalls hier im Juli und der Erwachsenen, sie fahren im September nach Bernareggio, bietet dieses Pilotprojekt in diesem Sommer nun jungen Erwachsenen auf dem Weg in Studium und Berufsausbildung Praktika oder Ferienjobs an. Ziel des Projekts ist es, den jungen Leuten die Möglichkeit zu bieten, eine für die persönliche und berufliche Entwicklung wichtige und prägende Erfahrung im Ausland zu machen. Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Bernadette Conraths, und Stellvertreter Friedrich Oettler sind aus eigener Erfahrung fest überzeugt: „Je mehr Einblicke sie in unterschiedliche europäische Realitäten erhalten, umso besser werden sie diese später mitgestalten können und wollen. Das gilt für unsere Grundschüler und Jugendlichen und nun auch für die Studienbeginner.“

Große Resonanz in den Partnerstädten

Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld unterstützt die Initiative des Vereins – die von der Gemeinde auch durch den Beigeordneten Jörg Ostermann tatkräftig unterstützt wird – mit viel Engagement und lud ihre Kollegen in den Partnergemeinden per Brief ein, diese gemeinsam zu gestalten. Sie erhielt großen Zuspruch von beiden Seiten. So schrieb der Bürgermeister von Bernareggio, Andrea Esposito, auf die Einladung von Offergeld gleich zurück: „Sie haben mit dem Angebot der Möglichkeit für Praktika und Ferienarbeit ein wichtiges Thema für unsere Jugendlichen angesprochen. Ich stimme Ihnen und Ihrem Angebot in vollem Umfang zu, und wir nehmen die Herausforderung gerne an!“ Renate Offergeld: „Ich danke den Arbeitgebern und den Gastfamilien sehr herzlich! Diese jungen Leute sind unsere Zukunft. Als Bürger und Politiker müssen wir alles tun, um ihnen in schwierigen europäischen Zeiten bestmögliche Perspektiven zu bieten. Denn von Ihnen wird abhängen, wie die Grundlagen, die wir in Europa geschaffen haben, weiter und besser ausgebaut werden.“

Große Offenheit herrscht auch bei den potenziellen Wachtberger Arbeitgebern und den „Herbergseltern“ aus der Mitgliedschaft des Partnerschaftvereins. Für die kurzentschlossenen jungen „Versuchskaninchen“ aus Frankreich und Italien fanden sich sehr rasch Arbeit und Unterkunft in Familien nahe beim Arbeitsort.

Viele nützliche Erfahrungen gesammelt

Pauline aus Villedieu, die nach Schulabschluss ein deutsch-französisches Jurastudium beginnen will und schon gut Deutsch spricht, ist sehr froh über ihre Zeit hier: „Die Arbeit mit den Kindern und im Team macht großen Spaß, ich lerne sehr viel. Und meine Gastfamilien sind einfach super nett.“ Auch Leonardo Restifo, der erstmals auf dem Feld in der Erdbeerernte arbeitete, ist, neben ein wenig Rückenschmerzen und Muskelkater, um viele Erfahrungen reicher nach Hause gefahren: „Das war sehr nützlich für mich – ich habe sehr viel Neues über Arbeit und Leute gelernt, auch ein bisschen besser Deutsch und dazu noch ein wenig Geld verdient. Das ist für alle zuhause, die ihren Horizont erweitern wollen, sicherlich zu empfehlen.“

Bürgermeisterin Renate Offergeld und der Partnerschaftsverein hatten alle Beteiligten Mitte August in die Marktscheune in Berkum eingeladen, damit sich diese kennenlernen, erste Erfahrungen austauschen und Verbesserungsvorschläge erörtern konnten.

Schließlich soll das Projekt im nächsten Jahr auch mit Angeboten der Partner in Frankreich und Italien weiter ausgebaut werden.

Lucia Sonsogno und Pauline Maillard, 3. und 4.v.l., Gasteltern, die Vereinsvorsitzenden Bernadette Conraths und Friedrich Oettler, 2. und 3. v.l., Bürgermeisterin Renate Offergeld, mittlere Reihe 3.v.r., und Beigeordneter Jörg Ostermann, l.Foto: Gemeinde Wachtberg

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