Allgemeine Berichte | 03.09.2015, 10:21 Uhr

Lesung im Köllenhof

Vom Glück im Unglück – damals wie heute

Ursula Schöpf las aus ihrem Buch „Ein Quäntchen Glück“. Gemeinde Wachtberg
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Wachtberg-Ließem. „Ein Quäntchen Glück“ hat Ursula Schöpf ihr neuestes Buch betitelt, das sie während der 9. Wachtberger Kulturwochen im Rahmen einer Lesung im Köllenhof vorstellte. Sie hat darin das Flüchtlings- und Vertriebenenschicksal ihrer eigenen Familie nach dem Zweiten Weltkrieg festgehalten. Die ihr seinerzeit entgegengebrachte Hilfe und die erfahrene Mitmenschlichkeit wertzuschätzen und nicht zu vergessen, so die Autorin, sei das Anliegen dieses Buches. Vor dem Hintergrund der jetzigen großen Flüchtlingsströme weltweit ist Schöpf damit nicht nur die Aufarbeitung ihrer ganz persönlichen Geschichte gelungen, sondern auch ein Werk über ein Thema von heute leider wieder größter Aktualität. Die Lebensgeschichte Helene Richters und ihrer Tochter Ursula steht exemplarisch für Millionen Vertriebenen- und Flüchtlingsschicksale in Vergangenheit und Gegenwart. Erst spät, nach vielen Jahren des Abwägens und Abwartens, ist die Autorin 2009 nach Polen in ihre Geburtsstadt Lodz gereist – dorthin, wo ihre Angehörigen fast zwei Jahrhunderte lebten und noch leben. Die danach zusammengetragenen Berichte hat sie schließlich zum Niederschreiben ihrer Geschichte, die der Weberfamilie Richter, animiert. So brachte Schöpf mit Auszügen aus ihrem Buch den Zuhörern nahe, wie sich Krieg, Enteignung und Trennung auf das Leben der betroffenen Familien auswirken. Traumatische Nachkriegserlebnisse, die gescheiterte Flucht vor den Russen, das Auseinandergeraten der Familienmitglieder sind nur einige der Krisen, die die Familie zu überwinden hatte. Ursula gelangte als Erste in den Westen, nach und nach holte sie Eltern und Geschwister auch nach Deutschland. Schöpf unterlegte ihre Lesung mit einer Foto-Projektion, Bilder vom alten und neuen Lodz, aber auch mit Bildern aus dem Familienalbum. Dazu gab es Ausschnitte von Tonbandaufzeichnungen zu hören; Interviews, die sie mit ihrer Mutter und anderen Verwandten bei der Recherche zum Buch geführt hatte. Derart authentisch in die Nachkriegszeit zurückversetzt, ergab sich im Anschluss an die Lesung ein lebhafter Austausch von ähnlich Erlebtem zwischen den Zuhörern und der Autorin. Flucht und Vertreibung waren und werden auch in Zukunft noch ein wichtiges Thema sein, das alle angeht. Das Buch „Ein Quäntchen Glück“ von Ursula Schöpf ist im Buchhandel erhältlich.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Ursula Schöpf las aus ihrem Buch „Ein Quäntchen Glück“. Foto: Gemeinde Wachtberg

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