Politik | 24.09.2015, 11:20 Uhr

Wachtberg hilft – Zahl der Flüchtlinge auch in Wachtberg stark gestiegen

Wohnraum weiterhin dringend gesucht

Die Wachtberger helfen gerne. Gemeinde Wachtberg
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Wachtberg. Rund 200 Asylsuchende leben aktuell, mit Stand Mitte September, in der Gemeinde Wachtberg. Und es werden fast täglich mehr. Die Bereitschaft zu helfen ist unter den Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern groß, immer mehr freiwillige Helfer engagieren sich vor Ort in unterschiedlichen Bereichen der Flüchtlingshilfe.

Im Januar diesen Jahres waren 90 Asylbewerber in Wachtberg registriert. Jetzt, gut ein halbes Jahr später, hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Zuletzt kam pro Woche ein Dutzend neuer Hilfesuchender im Drachenfelser Ländchen an. Das Gros der Flüchtlinge stammt aus Syrien und aus den Balkanländern, unter anderem Albanien, Kosovo und Serbien. Weitere Herkunftsländer sind unter anderem Afghanistan, Pakistan, Irak und Iran. Aus Afrika sind Flüchtlinge und anderem aus Eritrea, Ghana, Mali und Nigeria darunter. Rund ein Drittel der 200 jetzt in Wachtberg aufgenommenen Personen sind Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre.

Die stark und vor allem rapide schnell gestiegene Zahl der Zuweisungen stellt nicht nur die Gemeindeverwaltung, sondern auch den mit der praktischen Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden betrauten DRK-Ortsverein vor große Herausforderungen.

Übergangsheime sind belegt

Die Gemeinde Wachtberg hält zwei sogenannte Übergangsheime vor, eines in Berkum und eines in Fritzdorf. Ursprünglich, in den 90er Jahren, als erste Bleibe für die nach Deutschland zurückkehrenden Aussiedler genutzt, dienten sie in der Folgezeit der Gemeinde als Unterkünfte für zum Beispiel durch Hausbrand oder andere Umstände in Not geratene Personen, was glücklicherweise selten vorkam, sowie für die bis dato überschaubare Zahl von Asylbewerbern. Beide Häuser sind kürzlich umfassend renoviert worden. Das Haus in Fritzdorf bietet 32, das in Berkum, aufgeteilt auf zwei Gebäudetrakte, insgesamt 45 Personen Platz. Beide sind seit Längerem schon voll belegt.

Wohnraum für Flüchtlinge weiterhin dringend gesucht

Um die gestiegene Zahl von Flüchtlingen adäquat versorgen zu können, hat die Gemeinde Wachtberg bereits früh begonnen, Wohnraum anzumieten. Der Bedarf ist angesichts der jüngsten rasanten Entwicklungen unverändert groß. Gesucht werden Wohnungen aller Größen, sowohl kleinere Ein-/Zwei-Zimmer-Wohnungen/Appartements als auch Drei-/Vier- und mehr Zimmer-Wohnungen/Häuser, besonders, um Familien gemeinschaftlich unterbringen zu können. Wer über freien oder in absehbarer Zeit frei werdenden Wohnraum verfügt und diesen hierfür vermieten will, der meldet sich bitte in der Gemeindeverwaltung Wachtberg, gerne auch erst zu einem unverbindlichen Info-Gespräch, bei Christoph Heinrich, Telefon: (0228) 9 54 41 34, E-Mail: christoph.heinrich@wachtberg.de. Michael Bau, Geschäftsführer des Wachtberger DRK Ortsvereins und zuständig für die Betreuung der Asylsuchenden, obliegt auch die Verteilung der Neuankömmlinge auf die vorhandenen Wohnräume. Gemeinsam mit Christoph Heinrich besichtigt er im Vorfeld die angebotenen Wohnungen, lernt Vermieter und Nachbarn kennen. Mit viel sensiblem Gespür geht er später bei der Belegung vor. „Die Leute geben gerne Wohnraum ab, aber es muss stimmen!“, sagt Bau, und so achtet er sehr darauf, wen er bei wem unterbringt. Zum Teil sei sogar Familienanschluss gegeben. Mit großer Freude beobachtet Bau diese Seite der Hilfsbereitschaft, bei der nicht selten Vermieter auch die Funktion von Paten für die bei ihnen wohnenden Flüchtlinge übernehmen. Im Gegenzug würden die neuen Mieter gerne bei alltäglichen Aufgaben mithelfen, zum Beispiel den Rasen mähen.

Leichtere Integration durch dezentrale Unterbringung

Wenn möglich, da sind sich Bürgermeisterin Renate Offergeld und alle Verantwortlichen einig, sollen die der Gemeinde Wachtberg zugeteilten Flüchtlinge weitestgehend dezentral untergebracht werden. Das heißt, in jeweils passenden Wohnungen verteilt, über möglichst alle Wachtberger Ortsteile, und nicht, soweit noch vermeidbar, in großräumigen Notunterkünften wie Turnhallen oder Sälen. Auf diese Weise soll, im direkten nachbarschaftlichen Kontakt mit den Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern, den neuen Mitmenschen die Integration erleichtert werden. Denn im gemeinsamen Alltag und Miteinander lassen sich Sprachhürden und andere Anfangsschwierigkeiten schneller überwinden. Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Die Wachtberger helfen gerne. Foto: Gemeinde Wachtberg

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