Revue „Ngoon“ der Gruppe „Mama Afrika“ gastierte in Mülheim-Kärlich
Afrikanische Kultur in Urmitz/Bahnhof
Mülheim-Kärlich. Es gibt ganz unterschiedliche Arten, fremde Kulturen kennenzulernen: durch Reisen, durch Lesen oder durch Fernsehen. Das Ensemble von „Mama Afrika“ geht einen anderen Weg: Es reist seit Ende Oktober in einer mehrwöchigen Tournee quer durch Deutschland und zeigt interessierten Besuchern eine Liveshow, in der Musik, Tanz und Akrobatik des „schwarzen Kontingents“ vorgestellt werden. Vergangene Woche machte die 15-köpfige Gruppe auch Station in Mülheim-Kärlich, genauer gesagt in der Mehrzweckhalle Urmitz-Bahnhof. Das westafrikanische Ensemble „Mama Afrika“, welches 1987 im Senegal gegründet wurde, wird seit Jahren von den Medien als „eine der schillerndsten Percussion-Gruppen“ Deutschlands gefeiert. Die Künstlerinnen und Künstler aus Senegal, Ghana, der Elfenbeinküste, Guinea Burkina Faso und Togo begannen das Programm mit zunächst fremdartig und mystisch wirkender Musik und Tanzdarbietungen. Auch die benutzten Musikinstrumente waren für die meisten der Zuschauer im Saal unbekannt. Schnell konnte man sich jedoch in die Emotionen der Darsteller hineinversetzen. Insbesondere die lautstarken Trommeln sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre in der Halle. Parallel zum Programm auf der Bühne wurden auf einer Leinwand ergänzende Erläuterungen zum kulturellen Leben in Afrika eingeblendet. Für Erheiterung sorgten die afrikanischen Lebensweisheiten. So waren unter anderem folgende Sprüche zu lesen: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ oder „Sag dem Krokodil erst, dass es hässlich ist, wenn Du den Fluss überquert hast“. Vor allem der zweite Teil des zweistündigen Programms hatte es in sich: Regelrecht spektakulär waren die akrobatischen Leistungen, die ein Künstler zur Livemusik präsentierte. Der „Tanz auf den Glasscherben“ verdeutlichte die authentische Leidenschaft, mit welcher die Afrikaner ihre Darstellungen präsentieren. Die farbenfrohen Kostüme und Requisiten ergänzten die mitreißenden Melodien und die ausdrucksstarken Tanzdarbietungen.
Die Afrika-Revue „Ngoon“ (was übersetzt Sonnenaufgang bedeutet) bot für die Zuschauer eine faszinierende Reise in eine Kultur, die als die Wiege der Menschheit gilt. Zufrieden mit dem Abend zeigte sich auch Papa Malick Diouf, Gründer des Ensembles „Mama Afrika“ und des gleichnamigen Kulturvereins. Der senegalesische Musiker setzt sich seit Jahren für eine bessere Verständigung zwischen Schwarzen und Weißen, für Toleranz und Verständigung ein. Sein Motto: Musik und Tanz öffnen Herzen, schaffen Lebensfreude, verbinden Menschen aller Hautfarben und Kulturen. Für sein vorbildliches Engagement wurde er im letzten Jahr mit dem Preis „Köln Engagiert 2011“ ausgezeichnet. Auch bundesweit wird sein Engagement als preiswürdig geschätzt, wie die Nominierung für den diesjährigen Deutschen Engagement-Preis 2012 bestätigt. GH
Im Laufe des zweistündigen Programms bekamen die Zuschauer auch afrikanische Akrobatik zu sehen.
