Kettiger Förder- und Wohnstätten erhielten ertastbare Frauenbüste
Begreifbare Kunst für Blinde
Wolfgang Krause, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Rheinland-Pfalz-Saarland, übergab die Büste
Kettig. Dass die Sehbehinderten der Förder- und Wohnstätten (FWS) in Kettig jetzt die Plastik eines Künstlers ertasten können, ist eigentlich Zufall. Und der kam so: Der in Mainz lebende Christian Felder, er wurde 1980 in Zweibrücken geboren, studierte Design in Wiesbaden und Mainz und arbeitet seit 2005 als freischaffender Künstler, hatte bundesweit erfolgreiche Ausstellungen. Eine war in der Galerie „Unterm Maulbeerbaum“ in Badenheim (bei Bad Kreuznach), die vom ehemaligen Staatssekretär im Mainzer Sozialministerium Dr. Richard Auenheimer betrieben wird. Dort stellte Christian Felder im vergangenen Jahr unter anderem zwei seiner fünf Büsten aus. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Rheinland-Pfalz-Saarland, Wolfgang Krause, besuchte diese Ausstellung. Als er den kunstvoll gestalteten Fraukopf sah, wurde ihm auf einmal bewusst, dass Sehbehinderte Kunst nicht erleben können, es sei denn als Tastobjekt.
Krause kaufte die Büste und schenkte sie der FWS in Kettig, wo sie jetzt in Anwesenheit aller Protagonisten enthüllt wurde.
Aber warum ging die Büste denn gerade an die FWS in Kettig? Wolfgang Krause erklärte bei der Übergabe, dass die Kettiger Wohn- und Förderwerkstätten mit Geschäftsführer Dr. Alfred Marmann in Sachen Kultur und Inklusion (Einschluss aller zu Unterrichtenden in Schulen für alle) eine Vorreiterrolle hat.
Die stark strukturierte Frauenbüste, vom Künstler Christian Felder in einem speziellen Verfahren aus Beton, Ton und Gips kreiert, macht blinden Menschen die Kunst in Form eines Tastobjektes begreifbar.
Dr. Alfred Marmann dankte im Beisein von Vertretern der FWS-Gesellschafter Heilpädagogisch-Therapeutisches Zentrum, Neuwied, Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder Neuwied und Verein für Menschen mit Behinderung Neuwied/Andernach für die Spende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Kurz nach der Enthüllung beschäftigten sich FWS-Bewohner bereits mit dieser Plastik, was die Bedeutung des Kunstwerks für die Kettiger Einrichtung deutlich machte.
