Politik | 28.08.2015

„Dienstag-Demonstrationen“ gegen Bahnlärm

„Es ist genug - es muss gehandelt werden“

Weißenthurms Verbandsgemeindebürgermeister Georg Hollmann brachte Empfindungen der Teilnehmer auf den Punkt

Die Teilnehmer an der 32. Dienstag-Demonstration vor dem Bahnhof der Stadt Neuwied. privat

Neuwied/Weißenthurm. „Es ist genug - es muss gehandelt werden“, mit dieser eindringlichen Forderung könnte man die von viel Beifall begleitete Ansprache vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm bei der 32. Dienstag - Demonstration vor dem Bahnhof in Neuwied zusammenfassen. Die „Dienstag-Demonstrationen“ finden als Mahnwache gegen Bahnlärm seit dem 15. Januar 2013 an jedem zweiten Dienstag eines jeden Monats um 19 Uhr, für circa 30, maximal 45 Minuten vor dem Bahnhof in Neuwied statt. Ins Leben gerufen wurden sie von Franz Breitenbach, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative aus Bad Hönningen, der sie auch, zusammen mit seinem Mitstreiter Heinz-Günter Heck, stets bestens vorbereitet und betreut.

Nach den begeistert aufgenommenen Reden bei der vorangegangenen 30. und 31. Dienstag-Demonstration von Landrat Dr. Alexander Saftig und dem Bundestagsabgeordneten Staatssekretär Peter Bleser, sprach Verbandsbürgermeister Georg Hollmann am vergangenen Dienstag in Neuwied und bewegte und überzeugte mit seinen Worten die vielen Teilnehmer, die sich trotz der Ferienzeit eingefunden hatten. Mit Verweis auf einen Zeitungsartikel vom gleichen Tag erinnerte Hollmann grundsätzlich daran, dass „Krach jede Rheinromantik erschüttert“.

Bald 700 Züge täglich

Mit großer Sorge führte er weiter aus, dass eine erneute Steigerung der Zugdurchfahrten im Mittelrheintal von 500 auf 700 Zügen täglich, noch gravierende Folgen für die Infrastruktur, für den Tourismus, für die Bevölkerungsentwicklung und insbesondere für die Gesundheit der Bevölkerung haben werde. „Wenn es vor diesem Hintergrund stimmt, dass der inzwischen für viele Bahnanwohner unerträgliche Bahnlärm nicht nur zu schweren Erkrankungen, sondern auch zu Todesfällen führt, wie dies Professor Eberhard Greiser nachweisen will, ist nicht nur baldiges sondern sofortiges Handeln bei Bahn und Bund erforderlich, um unsere Bürger unverzüglich und nachhaltig vor schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden“, so Hollmann. Anschließend verwies er auf die bereits eingetretenen Erfolge der gemeinsamen Anstrengungen von Bürgervertretern und Bürgerinitiativen im Kampf für ein leiseres und damit lebenswertes Mittelrheintal und ergänzte, dass ohne diesen gemeinsamen, von gegenseitigem Verständnis, Respekt und Vertrauen getragenen Einsatz, das Thema Bahnlärm heute in dieser Intensität auf Landes- und Bundesebene nicht präsent wäre. Als Folge hätte zum Beispiel das Thema Bahnlärm nicht in den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien Eingang gefunden, ein „Beirat leiseres Mittelrheintal“ wäre nicht gegründet und die Umrüstung der Güterwaggons wäre nicht angegangen worden. „Aber dies alles reicht nicht, denn nach wie vor zerrt der Tag und Nacht nicht abreißende Schienenlärm an den Nerven und raubt den Menschen den Schlaf und die Gesundheit. Es ist genug - es muss gehandelt werden!“ Mit dieser Feststellung brachte Verbandsbürgermeister Hollmann die Empfindungen der Teilnehmer auf den Punkt und erntete besonders für dieses klare Statement viel Applaus und Anerkennung. Mit Verweis auf langfristige Lösungen wie den „Westerwald-Taunus-Tunnel“, der - wenn alles glatt liefe - frühestens in 25 bis 35 Jahren in Betrieb gehen könnte, mahnte er an, die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen wie bessere Instandhaltung der Gleisanlagen und der Züge, Geschwindigkeitsreduzierungen bei Ortsdurchfahrten, Schallschutzeinrichtungen in besonders betroffenen Bereichen und Umrüstung der Güterwagen auf leisere Bremsen nicht zu vernachlässigen, weil den lärmgeplagten Menschen bereits heute geholfen werden müsse.

Durchhaltewille ungebrochen

Zum Ende seiner Ausführungen dankte er den Initiatoren und Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Dienstag-Demonstrationen für ihr vorbildliches Engagement und ihren zähen Durchhaltewillen und schloss mit dem Appell: „Wir werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen und beweisen, dass wir in unserem gemeinsamen Kampf für ein leiseres Rheintal erfolgreich sein werden, für uns, für unsere Heimat und die Zukunft unserer Kinder.“ „Georg Hollmann, der sich schon lange intensiv und nachhaltig, Schulter an Schulter mit unserer Bürgerinitiative, für eine Reduzierung des Bahnlärms einsetzt, hat eine äußerst kompetente, kämpferische und richtungsweisende Rede gehalten, die Mut macht, den gemeinsamen Kampf für ein wieder menschenwürdiges Leben an und mit der Bahn fortzusetzen“, so die zusammenfassende Würdigung des Vortrages durch Rolf Papen, dem Vorsitzender der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“

Pressemitteilung

Bürgerinitiative

„Wir gegen Bahnlärm in der

Verbandsgemeinde Weißenthurm"

Die Teilnehmer an der 32. Dienstag-Demonstration vor dem Bahnhof der Stadt Neuwied. Foto: privat

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