Das letzte Jahr im Kindergarten Chateau Renault in Mülheim-Kärlich
Fit für die Schule
Mülheim-Kärlich. In unserem Kindergarten werden die Vorschulkinder alle gemeinsam in einer Gruppe betreut. Somit wechseln nach den Sommerferien alle Vorschulkinder in die Maulwurfgruppe. Altershomogen ist schlecht? Wir sind nach positiven Erfahrungen anderer Meinung, denn gerade im letzten Jahr im Kindergarten sehen wir für die Kinder eine große Chance sich in einer neuen Gruppe weiterzuentwickeln und sich für die Schule vorzubereiten. Außerdem ist eine Förderung der Kinder aufgrund der ähnlichen Entwicklungsstände besser möglich, die Kinder haben ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und bestreiten gemeinsam ihren neuen Schritt „Schule“. Durch die vielen neuen Kinder und Bezugspersonen (Erzieher) muss sich jeder neu kennenlernen und seine Rolle in der neuen Gruppe finden. Oftmals entwickeln sich die Kinder in ganz unerwartete Richtungen und wachsen immer mehr zu einem selbstbewussten Individuum heran. Kinder, die vormals ruhig waren, müssen sich behaupten und energiereiche Kinder müssen erkennen und akzeptieren, dass es nun auch viele andere Kinder gibt, die ihren Standpunkt vertreten möchten. Dabei lernen die Kinder zurück zu stecken und Rücksicht im gegenseitigen Miteinander. Partizipation ist für uns sehr wichtig und wird bei uns groß geschrieben. Wir sehen die uns anvertrauten Kinder als ein eigenständiges, selbstbewusstes und reflektierendes Individuum. Jedes Kind steht mit und für seine Meinung und bildet einen Teil unserer Gruppe. Nach der ersten Eingewöhnungsphase, in der die Gruppe ihr eigenes Regelwerk, ihre Werte und Normen festlegen, gilt es Konfliktlösungen und Selbstständigkeit zu erlernen und weiter auszubauen. Selbstständiges Handeln wird bei uns in sehr vielen Situationen geübt. Vorschularbeit von Anfang an! Nicht nur hier in der Maulwurfgruppe wird Vorschularbeit betrieben denn von Beginn ihrer Kindergartenzeit lernen die Kinder wichtige Aspekte für ihr Erwachsenwerden. Wir hier in der Maulwurfgruppe bilden den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Deshalb ist es für uns eine zentrale Aufgabe, jedes Kind in seiner Schulfähigkeit zu unterstützen. Schulfähigkeit? Was bedeutet Schulfähigkeit eigentlich? Für uns bedeutet Schulfähigkeit viel mehr als die Schulfähigkeitskriterien: Wahrnehmung, Sprachverhalten, Sozialverhalten, Feinmotorik und Konzentration zu beherrschen. Darüber hinaus ist Schulfähigkeit ein wertschätzendes, positives Selbstkonzept zu haben oder zu erlernen. Ein Kind mit einem positiven Selbstkonzept steht neuen Dingen offen gegenüber und stellt sich neuen Aufgaben ohne Selbstzweifel und Angst. Kinder sollen lernen, Herausforderungen als Chancen und Aufgaben zu sehen. Um dies zu erreichen, stehen bei uns Wertschätzung, Partizipation und respektvoller Umgang an erster Stelle.
Außerdem ist es uns wichtig, die Kinder in verschiedenen Bereichen zu sensibilisieren und ihre Interesse zu wecken. So zählt für uns das Interesse an Buchstaben und Lauten, an Mengen und Zahlen. Mithilfe einer Sprachförderkraft ist das Arbeiten in Kleingruppen im Bereich Sprache besser umsetzbar und eine gezielte Förderung gut möglich. Die Kinder lernen bei uns nicht Schreiben und Lesen, sondern sie lernen mit ihrer Sprache umzugehen, mit Ihr zu spielen und sie in ihrer Vielfältigkeit wahrzunehmen. Unterschiedliche Institutionen arbeiten mit uns zusammen und ermöglichen so den Wissenshorizont der Kinder zu erweitern und sie für verschiedene Themen zu sensibilisieren. So freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit der Grundschule, dem Hort, der Kreismusikschule, des örtlichen Zahnarztes Dr. Welsch, der freiwilligen Feuerwehr und des Teddybärenkrankenhauses in Koblenz.
Im Laufe des Kindergartenjahres werden von uns Situationen und Interessengebiete der Kinder aufgegriffen und mit ihnen gemeinsam zu Angeboten und Projekten verwendet. Das bietet ihnen eine ganzheitliche Förderung und orientiert sich nach ihren Wünschen und Vorlieben.
Der Kindergartenalltag wird von jedem Kind selbst gestaltet, von uns begleitet und unterstützt. Viele verschiedene Rückzugsorte und Spielbereiche, in denen die Kinder die Möglichkeit haben sich im Rollenspiel frei zu entfalten, zu forschen, zu entspannen, zu bauen und konstruieren, zu malen und basteln dienen zur freien Entfaltung und bieten in den verschiedenen Förderbereichen spielerisch gezielte Förderung.
