Allgemeine Berichte | 10.08.2015

Eröffnung des Rasenplatzes in Kettig

Kicker fallen auf weichen „Teppich“

In Kettig sind die Zeiten von Asche und Steinen passé – toller Naturrasenplatz wurde eingeweiht

Monika Wildner hier mit den Fußballkindern beim obligatorischen Handschlag.

Kettig. Es is einfach süß, wenn Drei- und Vierjährige Fußball spielen und im Pulk dem Ball nachrennen. Und wenn sie hinfallen? Dann landen sie ganz weich auf einem dichten Rasenteppich. Das war in Kettig bisher völlig anders, denn der Fußballplatz am Mittelweg wurde 1989 als Tennenplatz (Sportplätze mit einer steinigen, granularen Oberfläche meist aus vulkanischer Asche oder Schlacke) gebaut. Und wer dort stürzte, musste Pflaster oder Verbandsmaterial holen. Das ist in Kettig zur Freude der Sportler und Bürger passé, denn jetzt wurde der neue Rasenplatz eingesegnet und feierlich eröffnet. Dazu begrüßte der Kettiger Ortsbürgermeister Peter Moskopp Hunderte Gäste, darunter auch den Landtagsabgeordneten Josef Dötsch und zahlreiche Kommunalpolitiker.    In seiner Rede blickte Peter Moskopp auf die Entstehung des Rasenplatzes auf dem  etwa 7.400 Quadratmeter großen Grundstück zurück. Vor etwa sechs Jahren wurde die Bespielbarkeit des Tennenplatzes infrage gestellt, da an vielen Stellen die Steinschicht offen lag und Lavakrotzen hervortraten. „Unfälle ereigneten sich, Spieler, Eltern, Kinder und externe Mannschaften lehnten Spiele wegen der Unfallgefahr ab“, erinnerte sich Peter Moskopp. Die Ortsgemeinde Kettig hatte folgende Möglichkeiten: Augen zu und den Zustand ignorieren, den Sportplatz sperren oder einen neuen planen und bauen. „Die Ortsgemeinde hat sich dieser Herausforderung gestellt und sich in den kommunalen Gremien mit der Situation Sportplatz auseinandergesetzt“, führte der Ortsbürgermeister aus und verwies auf zahlreiche Ortstermine und Sitzungen der Gremien. Im Herbst 2010 empfahl der Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde Kettig  die Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz. Eine Förderung durch den Kreis wurde nicht in Aussicht gestellt, da Kettig auf der Prioritätenliste an dritter oder vierter Stelle lag. Ein Kunstrasenplatz hätte fast 480.000 Euro gekostet. Nach Gesprächen mit dem Turn- und Sportverein Kettig (TuS) hielt der einen Naturrasenplatz für sinnvoll, den der Kettiger Gemeinderat vor genau zwei Jahren beschloss.

„Da keine Aussicht auf zeitnahe Förderung bestand, wurde die Maßnahme zwischen der Ortsgemeinde und dem TuS Kettig aufgeteilt“, erläuterte Peter Moskopp und vor einem Jahr vergab die Gemeinde den Auftrag über 114.000 Euro. „Anteil des TuS Kettig war der Bau der Laufbahn aus Kunststoff mit Weitsprunggrube in Höhe von 60.000 Euro. Die Ortsgemeinde beteiligt sich an dieser Baumaßnahme mit einem Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro“, informierte der Ortsbürgermeister.  Die Kosten von 14.750 Euro für den Mähroboter teilen sich TuS und Ortsgemeinde.

„Sportstätten gehören zur Grundversorgung“

Dazu Peter Moskopp: „Die Ortsgemeinde ist froh, dass sie heute den Familien, Kindern, Sportbegeisterten sowie dem TuS einen neuen Sportplatz anbieten kann. Sportstätten gehören in der heutigen Zeit zur Grundversorgung und machen einen Ort wie Kettig für Familien und Kinder attraktiv. Mit dem Rasensportplatz und der Leichtathletikanlage bauen wir Kettig weiter zu einer familien- und kinderfreundlichen Wohngemeinde aus.“ Er lobte die Arbeit des TuS, vor allem im Bereich Kinder und Jugend und hob hervor, dass der neue Rasenplatz von sieben Mannschaften, also 170 Spielern und der Freizeitmannschaft der Förder- und Wohnstätte genutzt wird. Thomas Przybylla, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Weißenthurm, sprach der Arbeit des TuS Kettig und den Bemühungen der Ortsgemeinde Kettig für den Sport große Anerkennung aus. „Sport im Verein ist am schönsten. Dazu braucht es eine sportliche Heimat, also braucht ein Fußballverein einen  vernünftigen Platz. Hier ist ein Traum Wirklichkeit geworden, denn die Anlage mit Kunststofflaufbahn, Weitsprunggrube, Bouleplatz und Bogenschießanlage, die in der Verbandsgemeinde einmalig ist, genügt allen modernen Ansprüchen“, hob Thomas Przybylla hervor und weiter: „Das sportliche Leben in Kettig und der Verbandsgemeinde wird durch diesen Sportplatz, der ein Gewinn für die Ortsgemeinde ist, auf eine neue Basis gestellt.“ Kreisbeigeordneter Rolf Schäfer unterstrich das ehrenamtliche Engagement in den Sportvereinen, in denen die Verantwortlichen aber auch gute Rahmenbedingungen vorfinden  müssen, damit gut gearbeitet werden kann. Rolf Schäfer verwies ferner auf die 12.000 Euro Zuschuss vom Kreis. Was im TuS Kettig in den 56 Jahren seines Bestehens geleistet wurde, zählte Vorsitzende Monika Wildner auf.  Hier nannte sie besonders das Engagement der Ehrenamtlichen, wobei sie sich beim Leiter der Fußballabteilung Manfred Klöckner, der alles organisiert hatte, und seiner Ehefrau mit Geschenken erkenntlich zeigte.  Die TuS-Vorsitzende wies darauf hin, dass die 75-Meter-Kunststofflaufbahn auch dem schulischen Sportunterricht zur Verfügung steht. Peter Durst vom Fußballkreis Koblenz gratulierte zu dem „Schmuckstück“ und meinte: „Wir sind froh, dass wir Mannschaften solche Anlagen anbieten können.“ Pastor Michael Rams ging vor der Einsegnung des neuen sportlichen Treffpunkts auf das Wort Sport ein, das sich vor etwa 200 Jahren aus dem Englischen „disport“ entwickelte, was Zerstreuung und Vergnügen bedeutet. Nachdem die Ehrengäste mit dem Abstoß von Fußbällen den Platz offiziell eröffnet hatten, spielten die Nachwuchskicker. Die Bambini (fünf bis sechs Jahre und drei bis vier Jahre) des TuS Kettig traten gegeneinander an und zeigten auf dem neuen Rasenplatz unter Schiedsrichterin Monika Wildner ihre Fußballkünste. Nach dem Spiel der E- und F-Jugend bewiesen Mitglieder des Kettiger Gemeinderates, dass sie auch auf dem Sportplatz Ihren Mann stehen können. Ihre Gegner waren Betreuer und Trainer der Fußballabteilung des TuS Kettig. Schließlich spielte noch eine U23 gegen eine Auswahl der ersten und zweiten Mannschaft ihres Vereins.

Die Gäste konnten mit Pfeil und Bogen auf Luftballons schießen oder auf dem neuen Platz das Boulespiel ausprobieren. Für Grillsteaks und -würstchen sowie für Kaffee, Kuchen, Getränke sowie Tombola und Glücksrad hatten die TuS-Mitglieder ebenfalls gesorgt

Monika Wildner hier mit den Fußballkindern beim obligatorischen Handschlag.

Monika Wildner hier mit den Fußballkindern beim obligatorischen Handschlag.

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