Allgemeine Berichte | 16.09.2013

Urmitz-Bahnhof glänzte als Gastgeber des Stadt- und Pfarrfestes

Kleiner Stadtteil präsentierte sich ganz groß(artig)

Manfred Krämer (oben l.) organisierte das Treffen der zahlreich erschienenen ehemaligen Bediensteten des Bahnhofs Urmitz.

Mülheim-Kärlich. Zum sechsten Mal feierte Mülheim-Kärlich am vergangenen Sonntag ein Stadtfest. Erstmals fand das Ereignis im Stadtteil Urmitz-Bahnhof statt. Eine Entscheidung, die sicher niemand bereut hat, im Gegenteil: Der vermeintlich kleine Stadtteil präsentierte sich als exzellenter Gastgeber und - auch dank des tollen Wetters - von seiner besten Seite, lebensfroh, abwechslungsreich und informativ. Wie der Urmitz-Bahnhofer Vereinsringvorsitzende Manfred Krämer mitteilte, wurde schon im November des vergangenen Jahres mit den Vorbereitungen für das Fest begonnen. In zahlreichen Gesprächen wurden Ideen entwickelt, Kontakte geknüpft und Details vereinbart. Um Terminüberschneidungen zu verhindern, wurden das Pfarrfest St. Peter und Paul und das Stadtfest kurzerhand zu einem Event zusammengelegt. Sorgenvolle Gesichter sah man angesichts des Regens am Samstagvormittag, als viele fleißige Helfer mit den Aufbauarbeiten begannen. Am Sonntagmorgen fand zunächst ein Festgottesdienst mit Pfarrer Michael Rams statt, wobei der Kirchenchor Cäcilia Mülheim/Urmitz-Bahnhof für seine musikalische Umrahmung zum Abschluss lang anhaltenden Applaus erhielt. Als die Gläubigen das Gotteshaus verließen, deutete Winfried Erbar zum Himmel und meinte: „Wenn Engel feiern ...“ Der MKG-Präsident bildete gemeinsam mit Manfred Krämer und Franz Dreher das Organisationsteam des diesjährigen Stadtfestes. Stadtbürgermeister Uli Klöckner lobte ausdrücklich das Engagement des Trios, das auch schon für die Ausrichtung des ebenfalls sehr gelungenen Kärlicher Hoffestes vor zwei Jahren verantwortlich war. Für den offiziellen Startpfiff zum Stadtfest erhielt Klöckner von Manfred Krämer neben einer Bahnhofskelle auch eine ganz besondere Kopfbedeckung: eine Mütze, die Uli Klöckners Vater Peter als Zugführer getragen hatte. Das Stadtfest, das schon am Sonntagvormittag wie ein schneller D-Zug in Fahrt kam, bot eine Vielzahl von besonderen Attraktionen. Zu erwähnen war in erster Linie das Bahnhofsgebäude, das durch den Eigentümer eigens für das Fest einen neuen Anstrich erhalten hat. Die Besucher konnten die ehemalige Fahrkartenausgabe und die ehemalige Bahnhofsgaststätte besichtigen. Hier waren auch historische Dokumente zu sehen, die Wolfgang Ihrlich vom DB Museum Koblenz zusammengetragen hatte. Vor allem für die vielen ehemaligen Bediensteten des Bahnhofs Urmitz, die sich im Rahmen des Festes trafen, war dies eine besondere Attraktion.

Im Kirchengebäude war darüber hinaus eine Foto-Ausstellung zur Geschichte des Stadtteils Urmitz-Bahnhof zu sehen, die durch eine Powerpoint-Präsentation bereichert wurde. Die von Horst Hohn zusammengetragene Sammlung gab interessante Einblicke in das Vereinsleben und fand insbesondere bei den Einheimischen viel Beachtung. Mancher Besucher äußerte sogar den Wunsch, aus dem Material, das die Bevölkerung im Vorfeld des Stadtfestes zur Verfügung gestellt hatte, einen Bildband zusammenzustellen.

Viel zu tun hatten auch die Mitglieder des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirchengemeinde, die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmerten. Während zur Mittagszeit die Salatbar sehr gefragt war, wurde am Nachmittag eine beeindruckende Vielfalt an Kuchen angeboten. Vor der Kirche war eine große Bühne aufgebaut, auf der fortlaufend Programmpunkte präsentiert wurden. Hörenswert waren die Darbietungen des Salonorchesters unter der Leitung von Jürgen König und des Musikvereins Frei-Weg unter der Leitung von Reinhard Fey. Auch die „singende Wirtin“ Jutta Kremer und die Band „Re-united“ sorgten mit Stimmungshits bzw. mit Rock- und Countrymusik für gute Unterhaltung. Ganz besondere Motorengeräusche gab es von den Teilnehmern des Oldtimer-Treffens, für das der Automobilclub Mülheim-Kärlich verantwortlich zeichnete.

Die historischen Fahrzeuge wurden von Winfried Erbar, der die Moderation aller Programmpunkte gekonnt wahrnahm, einzeln vorgestellt. Egal ob Ferrari, Jaguar, Fiat 500 oder VW Käfer: Die Oldtimer fanden viel Beachtung, was die stolzen Eigentümer sichtbar freute. Doch nicht nur Technikfreunde, sondern auch die jüngsten Besucher kamen auf ihre Kosten. So gab es auf einer großen Kinderfläche auf dem alten Schulhof eine Eisenbahn zum Mitfahren, einen Spielzeugbasar, Kinderschminken und viele andere Attraktionen. Eine tolle Aktion war auch der gemeinsame Gesangsvortrag der Schüler der Grundschulen Mülheim und Urmitz-Bahnhof. Schulleiterin Claudia Seidel dirigierte das große Ensemble, das an der Kirchentreppe der Pfarrkirche mit viel Freude wesentlich zum Gelingen des Festes beitrug. Mit ihren Nachwuchsorganisationen waren auch die Feuerwehr mit Wehrführer Rainer Hetzel sowie das Rote Kreuz an der Programmgestaltung beteiligt.

Für den musikalischen Ausklang des Festes sorgte am späten Sonntagabend DJ Marco Lehmler, der auch gleichzeitig für die Technik der gesamten Veranstaltung verantwortlich war. Es war ein rundum gelungenes Fest, das wieder einmal bewies, dass die Mülheim-Kärlicher als echte Rheinländer etwas vom Feiern verstehen.

Manfred Krämer (oben l.) organisierte das Treffen der zahlreich erschienenen ehemaligen Bediensteten des Bahnhofs Urmitz.
Kleiner Stadtteil präsentierte sich ganz groß(artig)

Stadtbürgermeister Uli Klöckner (2. v. l.) dankte im Rahmen der Eröffnung des Stadtfestes dem Organisations-Trio Manfred Krämer, Winfried Erbar und Franz Dreher für die Arbeit.

Manfred Krämer (oben l.) organisierte das Treffen der zahlreich erschienenen ehemaligen Bediensteten des Bahnhofs Urmitz.

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