Allgemeine Berichte | 22.07.2013

Landrat Dr. Alexander Saftig besuchte auf Einladung des Obstbaurings Koblenz verschiedene Anbauflächen

„Süßkirschen sind das Königsprodukt im Obstanbau“

Landrat Dr. Alexander Saftig (4.v.l.) informierte sich gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Verbandsgemeinde an der Lehr- und Versuchsanlage des Obstbaurings Koblenz über die diesjährige Ernte. Die Obstanbauer sind mit der Qualität ihrer Erzeugnisse mehr als zufrieden.  GH

VG Weißenthurm. Die Ernte in den heimischen Obstanbaubetrieben läuft derzeit auf Hochtouren, wobei insbesondere die Süßkirschen im Mittelpunkt stehen. In ein paar Tagen werden schon die ersten erntereifen Zwetschgen erwartet. „Die Vegetation hat in diesem Jahr angesichts des ungewöhnlichen Wetters im Frühjahr immer noch zwei Wochen Rückstand“, so Thomas Kreuter, Vorsitzender des Obstbaurings Koblenz. Im Rahmen des jährlichen Rundgangs durch die Obstbauplantagen erklärte er auch die unliebsamen Folgen hieraus: „Wenn der Einzelhandel nicht zum erwarteten Zeitpunkt unsere Ware erhält, dann bedient er sich leider häufig im Ausland“, so Kreuter. Dass dies ganz und gar nicht im Sinne der örtlichen Kommunalpolitiker ist, daran ließen die Teilnehmer einer gemeinsamen Begehung mit Landrat Dr. Alexander Saftig keinen Zweifel. Zu ihnen gehörten u.a. Josef Dötsch (Landtagsabgeordneter), Uli Klöckner (Stadtbürgermeister Mülheim-Kärlich), Thomas Przybylla (1. VG-Beigeordneter), Horst Hohn (VG-Wirtschaftsförderer), Wilhelm Oster (Vorsitzender Bauernverband Kärlich), Herbert Korb (Vorsitzender Bauernverband Kettig), Alfred Spurzem (Ehrenvorsitzender des Obstbaurings) und Rudolf Schneichel (Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V.). Erste Station der Besuchergruppe war eine Obstplantage in der Ortsgemeinde Kettig. „Kurze Transportwege, beste Qualität“, so lautet das Motto der heimischen Obstanbauer, wie Alfred Korb in seiner Anlage in der Nähe des Umspannwerkes auf dem Kettiger Berg erklärte. Die Süßkirschen, die er mit den Helfern erntet, finden noch am gleichen Tag ihre Abnehmer. Spätestens am Folgetag ist die Ware dann in regionalen Geschäften, an Marktständen oder beim Bäcker als verarbeitetes Produkt erhältlich. Die Qualität eines Produkts wird vom Verbraucher fast ausschließlich anhand der Optik beurteilt. Nach Meinung von Wilhelm Oster ist dies schade. Als Beispiel nannte er die Hauszwetschge, die zwar klein, aber besonders aromatisch sei.

Auch der Landtagsabgeordnete Josef Dötsch ergänzte: „Ich kann mich erinnern, dass die Hauszwetschge früher für den Kuchen erst dann gepflückt wurde, wenn sie im oberen Bereich beim Stengel leicht vertrocknet war“, so der Mülheim-Kärlicher. Mit der Qualität der Kirschen sind die Obstanbauer in diesem Jahr sehr zufrieden, wenngleich ihnen das ein oder andere Gewitter vor einigen Wochen zunächst Sorgen bereitet hatte. Während in den letzten Jahren regelmäßig ganze Vogelschwärme (Stare) zu verzeichnen waren, hat sich dieses Problem in diesem Jahr entspannt. Erfreuliches gibt es auch in anderer Hinsicht zu berichten: „Der Diebstahl von Obst ist zwar leider immer noch zu verzeichnen, jedoch rückläufig“, so Thomas Kreuter. Der Vorsitzende des Obstbaurings führt dies im Wesentlichen auf zusätzliche Schranken an Wegen zurück, die die Stadt Mülheim-Kärlich angebracht hat. „Auch die regelmäßigen Kontrollen durch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde haben ihre Wirkung erzielt“, betonte Kreuter.

Veränderungen im Obstbau

Interessante Einblicke in die Zukunft des Obstanbaus erhielt die Besuchergruppe in der Versuchsanlage des Obstbaurings am Bubenheimer Berg. Die Vertreter des rheinland-pfälzischen Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR Rheinpfalz), Hans-Josef Weber und Martin Balmer, erläuterten hier unter anderem, welche große Bedeutung zwischenzeitlich der Bewässerung zukommt. In den letzten Jahrzehnten hat der Obstbau eine deutliche Veränderung erfahren. Hochstamm-Bäume sind nahezu gar nicht mehr anzufinden. Kleinere Bäume haben nicht nur bei den Ernte- und Pflegearbeiten deutliche Vorteile: Mit ihnen erzielt man eine bessere und gleichmäßigere Qualität. Letztere ist für die Verbraucher besonders wichtig. „Zwetschgen oder Sauerkirschen sind Massenträger. Der Gewinn wird hier im Wesentlichen über die Menge erzielt. Süßkirschen hingegen sind das Königsprodukt der Obstbauern.

Um hier eine ganz besondere Qualität zu erhalten, ist Fachwissen gefragt“, so Thomas Kreuter. Dass die Süßkirschen der heimischen Obstanbauer nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich außerordentlich gut sind, davon überzeugte sich die Besuchergruppe natürlich auch. Ein Abschluss-Gespräch in der Mülheim-Kärlicher Waldmühle rundete den Besuch des Landrates ab. Renate Mohrs-Jönck (Geschäftsführerin des Obstbaurings Koblenz) bot den Gästen dort köstlichen Kuchen an, der mit erntefrischen Produkten zubereitet war. Mit herzlichen Worten dankte Landrat Dr. Alexander Saftig im Namen aller Teilnehmer für den interessanten Rundgang und lobte ausdrücklich die Arbeit der Obstanbauer: „Ich habe größten Respekt vor ihrer Arbeit“, so Dr. Saftig. Eine kritische Anmerkung konnte sich das Kreisoberhaupt zum Abschluss aber nicht verkneifen: „Warum heißt ihre Organisation eigentlich Obstbauring Koblenz? Könnte man nicht eine Bezeichnung finden, die mehr auf den Landkreis hinweist?“ Die Antwort hierauf wusste Alfred Spurzem, der als ehemaliger Vorsitzender die Geschichte besonders gut kennt: „Früher war in Metternich die Landwirtschaftsschule.“ Die Frage, wie der Zusammenschluss letztlich heißt, ist für die Mitglieder des Obstbaurings eher nachrangig. „Viel wichtiger sind die Rahmenbedingungen und das Verhältnis zur Kommunalpolitik, welche dank unseres regelmäßigen Informationsaustausches sowohl zur Stadt, zur Verbandsgemeinde als auch zum Landkreis sehr gut sind“, so der Vorsitzende Thomas Kreuter, dessen 1964 gegründete Organisation im kommenden Jahr das 50-jährige Jubiläum feiern kann.

DLR-Mitarbeiter Martin Baler erläuterte der Besuchergruppe den Wandel von Hochstamm-Bäumen zur modernen Bewässerungsanlage im plantagenmäßigen Anbau von Süßkirschen.

DLR-Mitarbeiter Martin Baler erläuterte der Besuchergruppe den Wandel von Hochstamm-Bäumen zur modernen Bewässerungsanlage im plantagenmäßigen Anbau von Süßkirschen.

Landrat Dr. Alexander Saftig (4.v.l.) informierte sich gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Verbandsgemeinde an der Lehr- und Versuchsanlage des Obstbaurings Koblenz über die diesjährige Ernte. Die Obstanbauer sind mit der Qualität ihrer Erzeugnisse mehr als zufrieden. Fotos: GH

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