Karnevalssitzung in Kaltenengers
Von Alten Schachteln bis zur Möhnenwehr
Kaltenengerser Karnevalssitzung präsentierte sich facettenreich – Garden zeigten fast akrobatische Tänze
Kaltenengers. „Umfrage eines Männermagazins bei Frauen: Was müssten Sie tragen, damit ihr Mann Sie erotisch findet? Antwort: Eine Kiste Bier.“ Oder: Fragen an einen Jungen: „Wie hoch ist eine Schule? Antwort 1,20 Meter. Wie kommst Du darauf? Der Junge: Ich bin 1,20 Meter und die Schule steht mir bis zum Hals.“ Mit diesen und weiteren Witzen trieb der „einsame Doof“ (Guido Häring) bei der Karnevalssitzung in Kaltenengers den Narren die Lachtränen in die Augen. Aber auch andere Büttenredner strapazierten in der Jakob-Reif-Halle das Zwerchfell der Zuhörer.
Stunden vorher hatten die Sitzungspräsidenten der KG Mir seyn klor (MSK) Walter-Hans Schäfer und Werner Müller nach dem Einmarsch von Elferrat und Garden hunderte Gäste in der bunt geschmückten Narrhalla begrüßt. Und schon legte die Kindergarde der KG einen flotten Tanz auf die Bühnenbretter, einstudiert von Luisa Häring und Kerstin Schmitz. Gut, dass die KG zwei Sitzungspräsidenten hat, damit die Stelle nicht vakant ist, wenn Walter-Hans Schäfer mit Büttenrede und Sketch aktiv ist.
„Der Till berichtet ungeniert, was alles im letzten Jahr passiert“, verkündete Schäfer beim Prolog und nahm dann in Reimform u.a. die Griechenlandkrise, den Mindestlohn, die Flüchtlingsunterkünfte, den VW-Abgasskandal und die FIFA-Korruption aufs Korn. Später trat Schäfer noch bei dem lustigen Vortrag „Bauer und sein Hausmeister“ mit Berti Schlösser auf, in dem ebenfalls ein Witz dem anderen folgte.
Einfach super die Tanzgruppen der KG
So begeisterte mit ganz tollen Tänzen die Jugendgarde (Trainerinnen Kerstin Schmitz und Louisa Häring) beim Showtanz dann als bunte Mäuschen. Dem standen die Mädchen der Prinzengarde (Trainerinnen Isabelle Keil und Viola Theisen) in nichts nach. Kurz vor Sitzungsende brillierten sie beim Showtanz im weißen Weltraumoverall und schließlich in galaktisch blauen Kleidchen. Quirlig und rasant auch das Kindertanzpaar Maya Girod und Lukas Häring, deren Auftritt Judith Hansen einstudierte. Fast akrobatisch war die Einlage von Tanzmariechen Julia Börner, die von Viola Theisen trainiert wird.
„Warum bist Du denn so dick?“ fragte die eine „Alte Schachtel“ (Andreas Leininger) die andere (Stefan Schäfer): „Weil ich beim Duschen immer viel Shampoo nehme und auf dem steht: Für mehr Volumen und Fülle.“ Gibt die eine „Alte Schachtel“ zu: „Ich träume von einen flotten Dreier…“ Antwort: „Dann kauf dir doch endlich den BMW.“ Natürlich gab es für die beiden wie für alle anderen Vortragenden auch Lachsalven und frenetischen Beifall der Narren in der Halle.
Richtig lustig auch die Kaltenengerser Möhnen (Vorsitzende ist Christa Hoffmann), die als Feuerwehrfrauen – alles Mädels – die kommandierende Brandmeisterin zur Verzweiflung brachten. Die musste nicht nur dem Striptease Einhalt gebieten, sondern auch dafür sorgen, dass die Umwicklungen der Kameradinnen mit dem Löschschlauch glücklich beendet werden.
Jedenfalls lief sie zum Schluss „fast heulend“ von der Bühne, begleitet von weißen Abschiedstüchern, die die Feuerwehrmöhnen schwenkten. Beim Dank der KG waren dann die Möhnen wieder fröhlich vereint.
„Thusnelda“ (Serap Boos) war dank der umwerfenden Mimik und ihrer überdimensionalen Fülle nicht zu übersehen: „Dat is Speck, echter deutscher Speck“, erklärte sie und fragte: „Spieglein an der Wand, bin ich die Schönste im ganzen Land? Antwortet der Spiegel: Mach mal Platz, ich kann nichts sehen.“ Die Fahrkünste von Tusnelda kritisierte ihre Bekannte: „Hast Du überhaupt ne Fahrprüfung gemacht? Antwort: Viel öfter als Du.“
Helga Just klagte über einen gemeinen Ehemann und dessen Bemerkungen: „Du hast eine Figur wie ein Reh oder wie heißt das Tier mit dem Rüssel?“ Oder: „Der schönste Körper im Schlafzimmer ist der Heizkörper.“
Die Örmser nahm Rüdiger aus Kalengisch (Markus Landen) aufs Korn. Sein Bekannter aus Urmitz war einmal in seinem Leben in der Kirche: „Aber nur um den Falschparker aufrufen zu lassen.“ Einen anderen Örmser so meinte Rüdiger „…hatten sie in die Babyklappe gelegt, aber von innen.“
Der Sketch Krippenspiel des Elferrats wurde unterstützt von einem heiteren selbst gedrehten Videofilm. Auf der Bühne war es für die Karawane dann schwierig an die Krippe zu kommen, denn: „Obwohl die Krippe war so nah, sie verloren schon wieder einen an der Bar.“
Fast schon Tradition ist es, dass der Elferrat vor dem großen Finale mit seiner MSK-Hitparade den Vortragsreigen der Kaltenengerser Sitzungen beendet. Bei dieser Show werden Schlager- und Popstars gecovert. Diesmal waren es u.a. Mary Roos. Vicky Leandros, die Flippers und noch viele weitere. Dieser Auftritt ging dann nahtlos ins große Finale über, bei dem noch mal alle Aktiven auf die Bühnen kamen und MSK-Vorsitzender Friedhelm Haymann den Protagonisten dankte. Schließlich spielte der Musikverein Urmitz/Rhein, der die ganze Sitzung mit passenden Klängen begleitet hatte, zum Ausmarsch auf.
Richtig Stimmung gab es in der Jakob Reif Halle bei der MSK Hitparade.
Obwohl die Krippe war so nah, sie verloren schon wieder einen an der Bar, hieß es beim Elferratsauftritt.
