Wirtschaft | 02.02.2021

- Anzeige - Kreissparkasse Ahrweiler zieht Bilanz für das Jahr 2020

Anspruchsvolle Ziele trotz Corona-Pandemie erreicht und sogar übertroffen

Die Bilanzsumme wuchs um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro – Kundengeschäftsvolumen stieg sogar noch stärker auf 4,4 Milliarden Euro – Starker Schub für die Digitalisierung

Guido Mombauer und Dieter Zimmermann (re). Foto: Hans-Jürgen Vollrath

Kreis Ahrweiler. „Es war eine Achterbahn der Gefühle mit Zeiten zwischen Hoffen und Bangen“, blickte Vorstandsvorsitzender Peter Zimmermann auf das Jahr 2020 zurück. Dennoch zog er trotz der Beeinträchtigung durch die Corona-Pandemie eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2020 der Kreissparkasse Ahrweiler. Auch die Kreissparkasse sei an allen Ecken und Enden von den Auswirkungen betroffen gewesen. Doch alles in allem haben man das Jahr erstaunlich gut überstanden.

„Die Bilanz wuchs um acht Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro“, berichtete Zimmermann bei der Bilanzpressekonferenz, die coronabedingt erstmals als Videokonferenz stattfand. Das Kundengeschäftsvolumen als Summe der Kredite, Einlagen, Wertpapierbestände und bei Verbundpartnern angelegten Geldern sei deutlich auf mehr als 4,4 Milliarden Euro angestiegen. Der Jahresüberschuss lag laut Zimmermann mit 3,4 Millionen Euro im Bereich des Vorjahresniveaus. Eine Ausschüttung an den Kreis Ahrweiler sei jedoch nicht vorgesehen, „wir wollen angesichts der unsicheren Zukunft unser Pulver trocken halten“, so Zimmermann.

„Die Digitalisierung ist mit Macht gekommen – aber wir waren Gott sei Dank gut vorbereitet.“ Deshalb sei es letztlich gelungen, alle Ziele zu erreichen und sogar zu übertreffen.

Das Wachstum habe ausschließlich aus dem Kundengeschäft resultiert. „Unsere Bilanz ist mehr denn je eine Kundenbilanz“, betonte der Vorstandschef. Ein gutes Einlagengeschäft sei jedoch die Basis für Wachstum. Allerdings setzen die Kunden weiterhin auf kurzfristige Anlagen. Die Kundeneinlagen seien trotz niedrigster Zinsen erneut auf erstmals über 1,8 Milliarden Euro angestiegen. Nach wie vor legten die Sparer ihr Geld kurzfristig in Sicht-, Tages- und Termingeldern an, weshalb die kurzfristigen Anlagen nochmals um knapp 90 Millionen Euro emporgeklettert seien und sich nun auf mehr als 1,2 Milliarden Euro beliefen. Die Einlagen der Kunden auf dem „guten, alten Sparbuch“ wuchsen gleichfalls auf 405 Millionen Euro und damit um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das anhaltend niedrige Zinsumfeld stellt aber für unsere Anlagekunden die größte Herausforderung dar. Hier stellt das Wertpapiergeschäft sowohl bei Einmalanlagen als auch insbesondere beim Ratensparen eine attraktive Alternative dar.“

Auch das überdurchschnittliche Wachstum im Kreditgeschäft habe im vergangenen Jahr weiter angehalten, so Vorstandsmitglied Guido Mombauer. Der Kreditbestand stieg nochmals um 8,0 Prozent und erreichte mit über 1,7 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. „Im abgelaufenen Jahr wurden Kreditzusagen mit einem Volumen von 553 Millionen Euro gegeben, das entspreche 40 Kreditzusagen pro Tag für die Bürger und Gewerbetreibenden in der Region. So sei die Nachfrage bei den Krediten an Firmen- und Gewerbekunden um starke 44 Prozent gewachsen. „Die Gewerbetreibenden haben die Krise kreativ gemeistert“, lobte Zimmermann die heimische Wirtschaft.

Fast 1000 Menschen die eigenen vier Wände ermöglicht

Das Immobilienvermittlungsgeschäft habe zudem den Trend zur eigenen Immobilie bestätigt: mit Objekten im Gesamtwert von knapp 50 Millionen Euro hätten die Immobilienvermittler für das beste Ergebnis in ihrer Geschichte besorgt. „Wir haben fast 1000 Menschen die eigenen vier Wände ermöglicht“, so Mombauer. KSK-Experte Edgar Heinen, der sogar als bester Immobilienvermittler 2020 in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden ist. Stark nachgefragt sei auch der 2018 von der KSK Ahrweiler erstmals herausgegebene Immobilienmarktbericht für den Kreis Ahrweiler. So sei der „Preisfinder“ als Instrument zur Wertermittlung bei Immobilien 569 mal genutzt worden. Das „Betongold“ sei nach wie vor sehr gefragt, obwohl die Rendite stagniere.

Die Kreissparkasse sei auch der „Corona-Helfer Nummer 1“ im Kreis. Schließlich habe das Kreditinstitut deutlich mehr Kredite in der Corona-Pandemie ausgereicht als alle anderen Bankengruppen, so seien auf die KSK Ahrweiler rund 60 Prozent der vergebenen Förderkredite an Unternehmen im Kreis Ahrweiler entfallen, 23,9 Millionen Euro an Corona-Hilfen seien vergeben worden. Gegenüber 2019 habe die Kreissparkasse ihre Kunden mit einem dreifachen an Förderanträgen unterstützt. Darüber hinaus habe man die Kunden mit über 1600 Tilgungsaussetzungen über schwierige Situation hinweghelfen können.

Bauspargeschäft auf dem Niveau des Vorjahres

Auf dem guten Niveau des Vorjahres habe sich auch das Bauspargeschäft bewegt. Auch setzten die Kunden wieder stärker auf Lebensversicherungen, so dass hier ein Wert von 22 Millionen Euro erzielt werden konnte. Erfreulicherweise sei die Risikolage aus dem Kundenkreditgeschäft und den Eigenanlagen erneut gering, die KSK halte daher ihre eigene Risikovorsorge stabil auf einem niedrigen Niveau.

Die Investitionen des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts folgen mehr und mehr den digitalen Anforderungen. Der Bereich „Bau, Steine, Erden“ bleibe aber ein wichtiger Faktor. Die KSK besitze mit 23 mitarbeiterbesetzten Standorten das größte Zweigstellennetz im Kreis Ahrweiler. Daneben habe das Haus von Anfang an auf die digitalen Herausforderungen geachtet und mit einem frühzeitigen Umdenken auch bei ihren Investitionsentscheidungen reagiert, bekräftigt Mombauer. Indem Aufträge an die Firmen vor Ort vergeben werden, sei die KSK darüber hinaus nach wie vor ein wichtiger Motor für die hiesige Wirtschaft.

Doch die Kreissparkasse Ahrweiler strebe nicht nur Gewinne an, sondern achte auch auf das Wohlergehen der Menschen und Unternehmen im Kreis Ahrweiler, versicherte Zimmermann. Im vergangenen Jahr habe die KSK gemeinsam mit ihren Stiftungen eine Fördersumme vor 521.800 Euro über Spenden und Sponsoring für und in die Region geben. „Die Kreissparkasse setzt an vielen Stellen den eingeschlagenen Weg der Nachhaltigkeit konsequent fort“, ergänzt er. So habe man allein die Schuldnerberatung seit 2015 mit einem Betrag von über einer Viertelmillionen Euro unterstützt. „Auch das KSK-eigene Spendenportal ist ein voller Erfolg, freute sich Zimmermann. Schließlich konnten bereits 90 Projekte mit 175.000 Euro gefördert werden.

Individuelle Arbeitszeitmodelle

Zum Jahreswechsel waren bei der KSK 386 Mitarbeiter tätig, davon 140 in Teilzeit sowie 35 Auszubildende. „Die KSK ist damit nicht nur ein bedeutender, sondern auch ein flexibler Ausbilder und Arbeitgeber in der Region“, betonte Zimmermann. So habe sich die Lohnsumme aller KSK-Mitarbeiter auf 22,8 Millionen Euro summiert. „Mit individuellen Arbeitszeitmodellen, variablen Arbeitszeiten im Rahmen von Jahresarbeitszeitkonten und der Bereitstellung von mobilen Arbeitsplätzen hat sich die KSK seit Längerem auf die veränderte Gesellschaftsstruktur, das neue Rollenverständnis innerhalb der Familien, den demographischen Wandel und die Folgen der Corona-Pandemie eingestellt.“

Das Thema Digitalisierung gehe die KSK seit Jahren aktiv an. Die Beratung werde sich zukünftig inhaltlich und organisatorisch noch konsequenter am Kunden ausrichten. „Persönliche und digitale Nähe gehen Hand in Hand“, erklärte Mombauer. „Der Zugang zur Sparkasse wurde und wird immer weiter digital vereinfacht.“ Mit rund 3,3 Millionen Besuchen, davon allein über 1,1 Millionen von mobilen Endgeräten aus, sei die Internetfiliale mittlerweile die bestbesuchte Geschäftsstelle der KSK. Die Zahl der aktiven App-Nutzer sei deutlich auf über 18.000 gestiegen. „Mit dem in Kürze startenden Servicepoint geht die Kreissparkasse neue Wege und verbindet persönlichen und digitalen Service optimal: vollwertig, vertraulich, kinderleicht“, so Mombauer abschließend.

JOST

Guido Mombauer und Dieter Zimmermann (re). Foto: Hans-Jürgen Vollrath

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