Was bedeutet die Verlängerung des Lockdowns für die Wirtschaft?

„Werden diese Berufe von der Regierung überhaupt ernst genommen?“

Interview mit Katharina Slabik, die ein Kosmetik- und Massagestudio betreibt

„Werden diese Berufe von der Regierung überhaupt ernst genommen?“

Katharina Slabik. Foto: Privat

15.02.2021 - 10:09

BLICK aktuell: Frau Slabik, der Lockdown geht erneut in die Verlängerung. Wie beurteilen Sie die Maßnahme?

Katharina Slabik: Die Verlängerung des Lockdowns im Kosmetik- und Massage Bereich finde ich im Gegensatz zum Friseur Handwerk nicht gerechtfertigt! In allen drei Bereichen wird gleich nah am Kunden gearbeitet. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich bis zum Lockdown im November alle Hygienevorschriften der Corona-Hygieneverordnung des Landes RLP exakt befolgt habe. Deswegen finde ich es ungerechtfertigt, dass ich schon über 100 Tage keine Anwendungen mehr geben darf. Wo wird Kosmetik und Massage von der Regierung benannt? Werden diese Berufe von der Regierung überhaupt ernst genommen? Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei den Kolleginnen der Initiative „Die #Beautybranchestehtauf“ (siehe Facebook) für ihr Engagement im letzten Jahr und bei der Demo diese Woche in München bedanken. Sie zeigen den Sinn unseres Tätigkeitsbereichs sehr gut auf und kämpfen hierfür.

BLICK aktuell: Wie hoch sind die finanziellen Einbußen in den letzten Monaten?

Slabik: Meine Haupteinnahmen sind Massage-, Kosmetik- und Coaching-Anwendungen. Es variiert auch, welche der bannten Anwendungen der Kunde/die Klientin Anspruch nimmt und in welcher Höhe die jeweiligen Einnahmen sind. Auch der meiste Verkauf von Kosmetik- und Pflegeprodukten findet mit fachkundlicher Beratung nach der Anwendung statt. Deswegen ist ein Großteil der Einnahmen seit November ausgeblieben. In Folge dessen sind der kontaktlose Verkauf auf Vorbestellung auch weitaus geringer. Der Verlust der Einnahmen liegt zwischen 3.000 Euro und 5.000 Euro im Monat.

BLICK aktuell: Wie steht es um die Hilfszahlungen der Politik? Kommen die an und wie hoch sind die bürokratischen Hürden?

Slabik: Die staatliche Förderung für November wurde Ende Januar ausbezahlt. Die staatliche Förderung für Dezember bisher nur anteilsmäßig.

BLICK aktuell: Können Sie die Umsatzausfälle kompensieren, zum Beispiel durch ein Onlineangebot?

Slabik: Wie oben schon genannt ist der kontaktlose und Lieferverkauf wesentlich geringer als normalerweise. Am Ende des ersten Lockdowns habe ich einen Onlineshop eröffnet. Dieser bringt nur geringen Umsatz, da der meiste Verkauf von Kosmetik- und Pflegeprodukten erfahrungsgemäß nach der Anwendung stattfindet. Ende Januar habe ich mich zusätzlich für den Vertrieb von einer veganen Pflege- und Nahrungsergänzungsmittel-Firma entschieden. ROB

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Kommentare
juergen mueller:
Ein Bruch der Tarifverträge ist noch gelinde ausgedrückt. Wer es soweit kommen lässt, dass die Beschäftigten für etwas büßen sollen, was sie nicht im geringsten verschuldet haben, der sollte sich allen ernstes fragen, wie es möglich ist, dass es überhaupt soweit kommen konnte, obgleich man sowohl in...
juergen mueller:
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juergen mueller:
Wirtschaftliche Perspektive? Wenn ein Unternehmen, wie das GKM, kontinuierlich Liquiditätsprobleme hat, dann geht man zuerst an diejenigen, die dafür am wenigsten können? Herr Langner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung u. sitzt im Aufsichtsrat. Wenn im Januar oder Februar wieder diese...
K. Schmidt:
Ja, diese Verlängerung ist notwendig und sinnvoll. Dass sich diverse politische Köpfe des Ahrtals darüber erfreut äußern, nachvollziehbar. In all der Euphorie muss man sich aber noch mal genau anschauen, was da eigentlich verlängert wurde: Es geht hier nur um eine praktisch seitens des Bundes beliebig...
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