Wirtschaft | 28.01.2019

Baupläne des „Wohnprojekt Zum Wiesengrund“ werden vorgestellt

Wohn-Gemeinschaft mitten im Dorf

Ortsgemeinderat Oberelbert, Architekt Konstantin Hartenstein und das Bad Emser Diakoniewerk Friedenswarte haben große Pläne

(V. l.) Andreas Nugel (Ortsgemeinderat), Erster Beigeordneter Andree Stein, Architekt und Investor Konstantin Hartenstein, Ortsbürgermeister Karl Jung, Torsten Hommrich (Leiter der Ambulanten Pflegedienste des Diakoniewerks Friedenswarte), und Oliver Eggert (Fachvorstand Friedenswarte). Foto: GBA

Oberelbert. Einen langen Atem haben mussten alle Projektbeteiligten bis zur Realisierung des „Wohnprojektes Zum Wiesengrund“. Dementsprechend hocherfreut zeigte sich Ortsbürgermeister Karl Jung nach der notariellen Beurkundung bei der Präsentation des Bauvorhabens im Dorfcafé, zu dessen Kosten sich Investor und Architekt Konstantin Hartenstein nicht öffentlich äußern wollte. Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Montabaur, Andree Stein, bezeichnete die Präsentation des Bauvorhabens als „historischen Tag“. „Eine tolle Lösung für Oberelbert. Das wertet den Ort erheblich auf!“, stimmte auch Ortsbürgermeister Karl Jung in den Lobgesang ein.

Vor- und Rückschritte

Schon 2011 habe man im Rahmen der Dorfmoderation ein Dorferneuerungskonzept für die Ortsmitte erstellt, erinnerte Ortsbürgermeister Karl Jung. Dessen Realisierung sei aber „teilweise wie die Echternacher Springprozession“ verlaufen. „Dort geht es bekanntlich zwei Schritte vor, und dann wieder einer zurück! Das ist manchmal schwierig und frustrierend.“ Besonders in der Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden habe man viel Geduld und Ausdauer gebracht. Seit etwa sieben Jahren beschäftige sich der Ortsgemeinderat Oberelbert intensiv mit dem demographischen Wandel, dabei insbesondere mit dem Thema „Wohnen im Alter – Alt werden im Ort“. Dieser Herausforderung müsse sich nicht nur Oberelbert, sondern viele Gemeinden stellen, stellte Jung den Pilotcharakter des Bauvorhabens heraus. „Die Kinder sind aus dem Haus, das Grundstück und das Haus zu versorgen wird immer beschwerlicher. Der Umzug in eine barrierefreie Wohnung bietet eine enorme Entlastung und kann eine neue Lebensqualität eröffnen“, skizzierte Jung das soziale und öffentliche Interesse. Die Ortsgemeinde ist vertraglich mit einem Erbpachtrecht mit beteiligt. Bei eventuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ermögliche die Pflegewohngemeinschaft das Leben in der gewohnten Umgebung, ist dem Ortsbürgermeister wichtig. Ziel des Seniorenwohnprojektes sei es, älteren Menschen ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben bis ins hohe Alter in der Ortsgemeinde zu ermöglichen. „Das beinhaltet im Gemeindeleben integriert zu sein, die Kontakte zur Familie zu erhalten, Freundschaften und Nachbarschaften weiter pflegen zu können.“ Nach vielen Diskussionen, Informationsbesuchen und Beauftragung mehrerer Architekten mit einer Entwurfsplanung habe das Projekt seit 2011 immer konkretere Formen angenommen und es geht nun deutlich in Richtung einer Objektrealisierung“, freute sich Jung.

Im März rollen die Bagger an, die Gesamtbauzeit ist mit 14 Monaten veranschlagt. Im Jahr 2014 wurde die Ortsgemeinde mit dem Projekt als Modellkommune in WohnPunkt RLP aufgenommen und seitdem durch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LzG) und ein beauftragtes Beratungsbüro intensiv im Planungsprozess begleitet. „Insbesondere wenn sich wieder einmal fast unüberwindliche Hindernisse auftaten, war die Beratung und Unterstützung aus Mainz sehr hilfreich und man konnte oft Anregungen geben und auch Lösungswege aufzeigen.“

Zwei Gebäude bilden ein Ganzes

Das Wohnprojekt besteht aus zwei Gebäuden. Im Haupthaus wird im Erdgeschoss eine Wohnpflegegemeinschaft für zwölf Personen geschaffen. Hier wird der Planer und Investor Herr Konstantin Hartenstein Eigentümer bleiben und die Mietverträge mit den zukünftigen Bewohnern abschließen. „Herr Hartenstein hat sich auf etwas ganz Neues eingelassen. Der Glaube an das Projekt war immer da. Und es wird am Schluss ein Erfolg sein“, stellte der Ortsbürgermeister immer wieder heraus.

Betreiber aus Bad Ems

Als Betreiber konnte das Diakoniewerk Friedenswarte aus Bad Ems als regionaler Anbieter gewonnen werden. Der Ambulante Dienst, die Friedenswarte Unterwegs, wird sämtliche Dienstleistungen im Bereich Betreuung Pflege und Hauswirtschaft anbieten. Dabei werde jedoch großer Wert auf eine aktive Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen ihrer Möglichkeiten gelegt, betonte der Leiter der Ambulanten Pflegedienste, Torsten Hommrich. Im Obergeschoss des Hauptgebäudes entstehen sechs barrierefreie altersgerechte Wohnungen unterschiedlicher Größe, zwischen 50 bis 90 Quadratmetern. Diese werden als Eigentumswohnungen verkauft und durch die Besitzer dann entweder selbst genutzt oder vermietet. Die Ortsgemeinde selbst wird ebenfalls Eigentümer von ein bis zwei Wohnungen werden. Eine weitere Wohnung entsteht in der Größe von ca. 70 Quadratmetern, und im Erdgeschoss vier Garagen und mehrere Abstellräume. Mit einer Fertigstellung wird nach einer Bauzeit von gut einem Jahr gerechnet.

Info-Veranstaltung am 15. April

Über die genaueren Details und die Höhe der Kosten für die frei Mieter und den bei Bedarf zubuchbaren Pflegedienstleistungsvertrag wird in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Montag, 15. April um 19 Uhr in der Stelzenbachhalle informiert. Auf die Frage nach der ungefähren Höhe der Kosten antworte Jung: „Das wird nicht die Billiglösung sein. Wichtig war uns die vertraute Umgebung für die künftigen Bewohner, die mitten im Dorf wohnen werden und Gemeinschaft und soziale Kontakte pflegen können. Und es ist eine Einrichtung mkit sehr überschaubarer Größenordnung.“

So sollen die neuen Gebäude aussehen. Oben von Süden, mittig von Norden und unten die Ansicht von Westen (li.) und Osten. Foto: chek AG

So sollen die neuen Gebäude aussehen. Oben von Süden, mittig von Norden und unten die Ansicht von Westen (li.) und Osten. Foto: chek AG Foto: chek AG

(V. l.) Andreas Nugel (Ortsgemeinderat), Erster Beigeordneter Andree Stein, Architekt und Investor Konstantin Hartenstein, Ortsbürgermeister Karl Jung, Torsten Hommrich (Leiter der Ambulanten Pflegedienste des Diakoniewerks Friedenswarte), und Oliver Eggert (Fachvorstand Friedenswarte). Foto: GBA

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