Allgemeine Berichte | 09.07.2026, 12:56 Uhr

Markus Bleffert, Mitglied des Vorstandes des SV Altenahr, zieht Bilanz

Fünf Jahre nach der Flut: Potenzial der Modellregion nicht ausgeschöpft

Markus Bleffert.  Foto: privat
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Fünf Jahre sind seit der Flut vergangen. BLICK aktuell sprach mit Markus Bleffert, Mitglied des Vorstandes des SV Altenahr, und fragte: Was ist in den vergangenen fünf Jahren gut gelaufen? Wo gibt es noch Nachholbedarf?

BLICK aktuell: Was waren für Sie die größten Meilensteine im Wiederaufbau?

Markus Bleffert: Ein entscheidender Meilenstein wird für mich die vollständige Fertigstellung der Bundesstraße B267 zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und Altenahr sein. Sie ist weit mehr als eine Verkehrsverbindung — sie ist die Lebensader des Ahrtals. Solange sie noch von temporären (Voll-)Sperrungen geprägt ist, zeigt das, wie viel Arbeit vor uns liegt. Gerade für Orte wie Dernau, Rech, Mayschoß, Laach, Reimerzhoven und Altenahr ist eine verlässliche Erreichbarkeit ein zentraler Baustein für Zukunftsperspektiven. Der Wiederaufbau ist ein langer Weg: Die B267 steht symbolisch für diesen Weg: Wenn sie fertig ist, wird sie nicht nur Infrastruktur sein, sondern ein Zeichen dafür, dass das Tal wieder zusammenwächst.

BLICK aktuell: Wo hätte es besser laufen können und was muss noch dringend erledigt werden?

Markus Bleffert: Direkt nach der Flut wurde der Begriff „Modellregion Ahr“ geprägt — ein starkes Versprechen, das große Erwartungen geweckt hat. Fünf Jahre später zeigt sich, dass dieses Potenzial nicht ausgeschöpft Markus Bleffert: wurde. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Erkenntnis, aus der wir für die Zukunft lernen können. Ein unbürokratischerer Wiederaufbau hätte vieles beschleunigen können. Gerade in Ausnahmesituationen brauchen wir Verfahren, die schneller greifen und den Menschen Mut machen, statt sie auszubremsen. Diese Erfahrung sollten wir nutzen, um bei zukünftigen Katastrophen besser vorbereitet zu sein und flexibler reagieren zu können. Gleichzeitig müssen wir stärker an die Zukunft denken: Maßnahmen wie Regenrückhaltebecken oder großflächige Schutzsysteme dürfen keine Projekte für kommende Generationen sein. Sie müssen in unserer Zeit umgesetzt werden — aus Verantwortung für die Menschen, die hier leben. Niemand weiß, wann die nächste Flut kommt, aber wir wissen, dass Vorsorge der beste Schutz ist.

BLICK aktuell: Nach der Flut war der Zusammenhalt groß – spüren Sie diesen Zusammenhalt heute immer noch?

Markus Bleffert: Wir in Reimerzhoven - dem während und nach der Flut „vergessenen Dorf“ - versuchen so gut es eben geht mit den Folgen der Flut klarzukommen, so wie an vielen anderen Orten an der Ahr ebenfalls. Auch wenn es noch ein langer Weg ist, so ist auch der Zusammenhalt innerhalb der Ortsgemeinde (mit den anderen Ortsteilen) und die Unterstützung durch die Ortsgemeinde wesentlich besser als vor und während der Flut. Wir hoffen sehr, dass wir das in Zukunft so fortführen können.

ROB

Markus Bleffert. Foto: privat

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