Politik | 27.05.2013, 14:16 Uhr

SC 07 Bad Neuenahr stellt Insolvenzantrag

Heute hat das geschäftsführende Präsidium des SC 07 Bad Neuenahr e.V. beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Vereins gestellt. Für den SC 07 Bad Neuenahr wird die Entschuldung im Rahmen eines Insolvenzplans angestrebt. Der Verein hat gebeten, die vorläufige Insolvenzverwaltung anzuordnen. Gemeinsam mit dem durch das Insolvenzgericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter sollen die Weichen für die dauerhafte Sicherung der Aufgaben des Vereins, zu denen neben der Jugendarbeit auch der Spielbetrieb mehrerer erfolgreicher Amateur- und Lizenzligamannschaften gehören, gestellt werden.

Dies ist der zweite tiefe Einschnitt in das Vereinsleben des SC 07 Bad Neuenahr innerhalb von zehn Tagen: Nach dem plötzlichen Ableben des Präsidenten Bernd Stemmeler am 17. 05. jetzt der Insolvenzantrag am 27. 05. 2013. Diese Maßnahme wird für viele Vereinsmitglieder, Freunde und Förderer des Frauenfußballs, Politik und Verwaltung der Region und darüber hinaus überraschend sein. Zwar waren finanzielle Engpässe seit langem vorhanden und bekannt, aber die Vereinsleitung hatte es in der Vergangenheit mit viel Unterstützung aus dem Kreis der Gläubiger und Sponsoren immer wieder geschafft, die Zahlungsfähigkeit noch aufrechtzuerhalten.

Mit großem Bedauern musste das im November vergangenen Jahres neu gewählte Präsidium feststellen, dass die Hilfen der Sponsoren letztlich nicht den erhofften Erfolg hatten und das Vertrauen der Gläubiger nicht erfüllt werden konnte. Die stetig gestiegenen Verbindlichkeiten und die hohen Altlasten aus mehreren Jahren, die auch durch den Ausfall ehemaliger Hauptsponsoren wie RWE, Apollinaris/Coca-Cola und Deutsche Bahn AG beeinflusst wurden, machen den jetzt beantragten Gläubigerschutz unvermeidlich. Eine weitere Erhöhung der Verbindlichkeiten ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Auch kann die Solidargemeinschaft (Fiskus, Sozialversicherungsträger und Berufsgenossenschaft) nicht zusätzlich belastet werden. Nach intensiven Gesprächen mit den betroffenen Partnern, die bis zum Freitagabend andauerten, stellte sich zwar eine große Solidarität heraus, aber die erforderliche Liquidität konnte im erforderlichen Zeitrahmen leider für die kommenden Wochen nicht sichergestellt werden.

Dennoch gilt es auch in dieser schwierigen Situation, den Blick in die Zukunft zu richten. Die jungen Sportlerinnen, von Schülerinnen über Juniorinnen bis zu den Bundesligaspielerinnen haben Zukunftsperspektiven verdient. An ihnen lag es nicht, dass diese Situation eingetreten ist. Die Vereinsführung wird sich nun ohne den verstorbenen Präsidenten mit allen Präsidiumsmitgliedern weiter um die Belange des Vereins kümmern und in Zusammenarbeit mit dem vom Gericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter versuchen, die finanziellen Voraussetzungen für die Fortführung des Vereins gleichgültig in welcher Form zu ermöglichen. Bevor nun in einer Mitgliederversammlung die Vereinsspitze erneuert bzw. bestätigt wird, steht noch der traurige Abschied von unserem bisherigen Präsidenten bevor.

Jens Flüchter, Stefan Gustav, Herbert Kommer, Dagmar Schweden, Prof. Dr. Hartmut Völcker

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